Was wir vor zwei Jahren auf der ISE erwartet hatten, sahen wir dieses Jahr endlich in Barcelona. Die ersten zaghaften Versuche, AI in Digital Signage CMS-Plattformen zu integrieren, wirken mittlerweile wie eine weit entfernte Ouvertüre. Damals waren AI-Features oft willkürliche Experimente – auf den ersten Blick beeindruckend, aber meist unpraktisch und mit wenig echtem Effizienzgewinn für die Nutzer.
2026 hat sich die Software-Landschaft dramatisch verändert. Mit der rasanten Entwicklung von LLMs und vor allem dem Aufkommen von Agentic AI, die es Plattformen ermöglicht, über Model Context Protocols (MCPs) miteinander zu „sprechen“, liefern Digital Signage-CMS-Lösungen endlich AI-gestützte Workflows, die messbare Vorteile für Organisationen bieten. Diese Plattformen automatisieren nicht länger nur Signage-Aufgaben – sie verwandeln Digital Signage in eine Datenquelle, die Entscheidungen im gesamten Unternehmen vorantreiben kann.
Wie benutzerfreundlich die Tools und wie viel besser die AI-Outputs mittlerweile sind, zeigten die Software-Demos auf der ISE vor wenigen Wochen.
Das TRUST-Prinzip für Digital Signage-Software
Die Entwicklungen im Software-Bereich bewegen sich rasant vorwärts – daher drängt sich für viele die Frage auf, welche Software für ihre Anwendung die beste ist. Unser TRUST-Guide hilft dabei, den richtigen Softwarepartner zu finden. Jetzt herunterladen!
Nehmen wir zum Beispiel Intuiface. Der Experience Generator in der CMS-Plattform ist ein AI-gesteuertes Content-Erstellungstool, das speziell für interaktives Signage entwickelt wurde. Anders als generische Content-Generatoren produziert es Inhalte, die mit der XML-basierten Architektur von Intuiface übereinstimmen und nahtlos mit Sensoren, Sprachinteraktion, Computer Vision und komplexen Orchestrierungsregeln wie bedingter Trigger/Action-Syntax funktionieren.
Nutzer brauchen Prompting-Anleitung
Was diese AI-Workflows wirklich nutzerfreundlich macht, ist geführtes Prompting. Die meisten tun sich schwer damit, effektive Prompts zu formulieren. Deshalb entwickelte Intuiface Mechanismen, die die Eingaben verfeinern und optimieren und so jeden unerfahrenen Nutzer zu einem guten Prompter machen.

Assistenten ersetzen Tools
Die Workspace-Experience-Plattform Korbyt ist ein weiteres Beispiel. Sie integriert nun mehrere AI-Assistenten, die mit anderen Unternehmenstools kommunizieren können. Concierge AI beispielsweise spricht mit Outlook, um Buchungen von Räumen, Schreibtischen und Arbeitsbereichen mittels Sprachbefehlen zu ermöglichen. Command AI überwacht Geräte proaktiv, während Create AI und Curate AI bei der Content-Erstellung und -Auslieferung unterstützen – wiederum mit geführtem Prompting-Mechanismen, um AI zugänglich und umsetzbar zu machen.

Datenpunkte in umsetzbare Erkenntnisse verwandeln
Aber die Plattform, die den „AI-First“-Ansatz am weitesten denkt, ist Appspace. Neben integrierten AI-Assistenten ermöglicht Appspace seinen Nutzern, ihre eigenen Assistenten ohne Programmierung zu erstellen – ein echter „Assistant Builder“. Das befähigt Organisationen dazu, alle erfassten Daten in umsetzbare Erkenntnisse zu verwandeln.
Appspace erfasst jährlich rund 1,5 Milliarden Datenpunkte, die nun mittels Konversations-AI verarbeitet und visualisiert werden können. Mit vorgefertigten Assistenten wie dem Analytics Assistant können Nutzer beispielsweise Fragen stellen wie „Zeig mir den beliebtesten Meetingraum.“ Die Antwort geht aber über das reine Reporting hinaus – der Assistent identifiziert Gründe für das erkannte Muster und schlägt konkrete Maßnahmen zur Optimierung der Ergebnisse vor, etwa die Erhöhung der Buchungen für wenig genutzte Räume.

Die neue Datenvisualisierungs-Engine von Appspace personalisiert Erkenntnisse weiter und ermöglicht maßgeschneiderte Dashboards anstelle generischer Reports. Wie Thomas Philippart de Foy, Chief Innovation Officer von Appspace, erklärt: „Andere mögen über AI-Agenten für Signage sprechen. Unsere Assistenten aber können verstehen, welcher Content auf einem Screen abgespielt wurde und wer im Gebäude war, um ihn zu sehen. Diese Verbindung zwischen digitalem Content und physischer Präsenz ist der Punkt, an dem echte Workplace Intelligence beginnt.“

Über MCPs integrieren sich diese Assistenten nahtlos mit anderen Unternehmenssystemen. Sie können beispielsweise Tickets in Servicenow erstellen oder mit Gebäudesystemen kommunizieren, um reale Aktionen auszulösen. Die erste Gruppe von Assistenten ist bereits auf Appspace verfügbar, der Assistant Builder und die Insights-Dashboards sollen im nächsten Quartal folgen.
Was das für die Industrie bedeutet
Daraus leiten sich mehrere Erkenntnisse ab, die für zukünftige Digital Signage-Entwicklungen essenziell sind:
- Content-Erstellung wird ausgefeilter: AI ist nun in Workflows eingebettet, die speziell auf Digital Signage zugeschnitten sind.
- MCPs sind der echte Differenzierungsfaktor: Sie verwandeln isolierte AI-Tools in vollständig integrierte Workflow-Engines.
- Digital Signage-Software wird Teil eines größeren AI-Ökosystems: Der echte Wert entsteht, wenn Erkenntnisse aus CMS-Plattformen andere Unternehmenssysteme informieren und umgekehrt, wodurch eine Feedbackschleife entsteht, die Content-Auslieferung optimiert.
- AI ermöglicht kontinuierliche Optimierung: Starre, vordefinierte Tools werden durch Systeme ersetzt, die lernen, personalisieren und sich im Laufe der Zeit anpassen.
Nach der ISE 2026 ist klar geworden, dass die AI-Revolution im Digital Signage-CMS angekommen ist. Es geht nicht länger um den Neuheitsfaktor; es geht um umsetzbare Intelligenz, nahtlose Workflow-Integration und Content, der wirklich auf Nutzer und Umgebung reagiert.


