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Digital Signage-Software

Die AI-Revolution erreicht das CMS

Barcelona | Die ISE 2026 zeigte die ersten AI-gestützten Digital Signage CMS-Workflows, die echten Nutzen bieten. Von geführter Content-Erstellung bis zu Assistenten, die Signage mit umfassenderen Unternehmenssystemen verbinden – AI entwickelt sich vom Experiment zur praktischen Anwendung.
Die ISE 2026 lieferte nicht nur visuelle Inspiration, sondern auch greifbare Software-Verbesserungen. (Foto: ISE)
Die ISE 2026 lieferte nicht nur visuelle Inspiration, sondern auch greifbare Software-Verbesserungen. (Foto: ISE)

Was wir vor zwei Jahren auf der ISE erwartet hatten, sahen wir dieses Jahr endlich in Barcelona. Die ersten zaghaften Versuche, AI in Digital Signage CMS-Plattformen zu integrieren, wirken mittlerweile wie eine weit entfernte Ouvertüre. Damals waren AI-Features oft zufällige Experimente – manchmal auffällig, meist unpraktisch und mit wenig echtem Effizienzgewinn für die Nutzer.

Im Jahr 2026 hat sich die Software-Landschaft dramatisch verändert.  Mit der rasanten Entwicklung von LLMs und vor allem dem Aufkommen von agentenbasierter AI, die es Plattformen ermöglicht, über Model Context Protocols (MCPs) miteinander zu „sprechen“, liefern Digital Signage-CMS-Lösungen endlich AI-gestützte Workflows, die messbare Vorteile für Organisationen bieten. Diese Plattformen automatisieren nicht länger nur Signage-Aufgaben – sie verwandeln Digital Signage in eine Datenquelle, die Entscheidungen im gesamten Unternehmen vorantreiben kann.

Während der ISE hatte ich die Gelegenheit, mehrere Demos aus erster Hand zu sehen, und die Ergebnisse waren beeindruckend. Die Tools sind wirklich benutzerfreundlich, und die AI-Outputs sind deutlich besser als alles, was wir bisher gesehen haben.

Das TRUST-Prinzip der Digital Signage-Software

Die Entwicklungen im Software-Bereich bewegen sich rasant vorwärts – daher drängt sich für viele die Frage auf, welche Software für ihre Anwendung die beste ist. Unser TRUST-Guide hilft dabei, den richtigen Softwarepartner zu finden. Jetzt herunterladen!

Nehmen wir zum Beispiel Intuiface. Dessen Experience Generator ist ein AI-gesteuertes Content-Erstellungstool, das speziell für interaktives Signage entwickelt wurde. Anders als generische Content-Generatoren produziert es Inhalte, die mit der XML-basierten Architektur von Intuiface übereinstimmen und nahtlos mit Sensoren, Sprachinteraktion, Computer Vision und komplexen Orchestrierungsregeln wie bedingter Trigger/Action-Syntax funktionieren.

Nutzer brauchen Prompting-Anleitung

Was diese AI-Workflows wirklich nutzbar macht, ist geführtes Prompting. Die meisten Nutzer tun sich schwer damit, effektive Prompts zu formulieren, aber Intuiface hat Mechanismen entwickelt, um Eingaben zu verfeinern und zu optimieren und so die Hürde für die Generierung sinnvoller Inhalte zu senken.

Appspace auf der ISE 2026 (Foto: Appspace)
Intuiface auf der ISE 2026 (Foto: invidis)

Assistenten ersetzen Tools

Das Unternehmen Korbyt ist ein weiteres Beispiel. Seine Workspace-Experience-Plattform integriert nun mehrere AI-Assistenten, die mit anderen Unternehmenstools kommunizieren können. Concierge AI beispielsweise integriert sich mit Outlook, um natürlichsprachliche Buchungen von Räumen, Schreibtischen und Arbeitsbereichen zu ermöglichen. Command AI überwacht Geräte proaktiv, während Create AI und Curate AI bei der Content-Erstellung und -Auslieferung unterstützen – wiederum unter Nutzung von geführtem Prompting, um AI zugänglich und umsetzbar zu machen.

Korbyts Concierge AI (Foto: Korbyt)
Korbyts Concierge AI (Foto: Korbyt)

Datenpunkte in umsetzbare Erkenntnisse verwandeln

Aber die Plattform, die die Grenzen am meisten erweitert, ist Appspace. Über das Anbieten von AI-Assistenten hinaus ermöglicht Appspace Nutzern nun, ihre eigenen Assistenten ohne Programmierung zu erstellen – ein echter „Assistant Builder“. Das befähigt Organisationen dazu, alle über Touchpoints erfassten Daten in umsetzbare Erkenntnisse zu verwandeln.

Appspace erfasst jährlich rund 1,5 Milliarden Datenpunkte, die nun über konversationelle AI verarbeitet und visualisiert werden können. Vorgefertigte Assistenten wie der Analytics Assistant ermöglichen es Nutzern, Fragen zu stellen wie „Zeig mir den beliebtesten Meetingraum.“ Der Assistent stoppt nicht beim Reporting – er identifiziert die Gründe hinter den Mustern und schlägt konkrete Maßnahmen zur Optimierung der Ergebnisse vor, etwa die Erhöhung der Buchungen für wenig genutzte Räume.

Appspace auf der ISE 2026 (Foto: Appspace)
Appspace auf der ISE 2026 (Foto: invidis)

Die neue Datenvisualisierungs-Engine von Appspace personalisiert Erkenntnisse weiter und ermöglicht maßgeschneiderte Dashboards anstelle generischer Reports. Wie Thomas Philippart de Foy, Chief Innovation Officer von Appspace, erklärt:

„Andere mögen über AI-Agenten allein für Signage sprechen. Unsere Assistenten können verstehen, welcher Content auf einem Screen abgespielt wurde und wer im Gebäude war, um ihn zu sehen. Diese Verbindung zwischen digitalem Content und physischer Präsenz ist der Punkt, an dem echte Workplace Intelligence beginnt.“

Intuiface auf der ISE 2026 (Foto: invidis)
Appspace auf der ISE 2026 (Foto: invidis)

Über MCPs integrieren sich diese Assistenten nahtlos mit anderen Unternehmenssystemen. Sie können beispielsweise Tickets in Servicenow erstellen oder mit Gebäudesystemen kommunizieren, um reale Aktionen auszulösen. Die erste Gruppe von Assistenten ist bereits auf Appspace verfügbar, der Assistant Builder und die Insights-Dashboards sollen im nächsten Quartal starten.

Was das für die Industrie bedeutet

Daraus leiten sich mehrere Erkenntnisse ab, die für zukünftige Digital Signage-Entwicklungen essenziell sind.

  • Content-Erstellung wird ausgefeilter: AI ist nun in Workflows eingebettet, die speziell auf Digital Signage zugeschnitten sind.
  • MCPs sind der echte Differenzierungsfaktor: Sie verwandeln isolierte AI-Tools in vollständig integrierte Workflow-Engines.
  • Digital Signage-Software wird Teil eines größeren AI-Ökosystems: Der echte Wert entsteht, wenn Erkenntnisse aus CMS-Plattformen andere Unternehmenssysteme informieren und umgekehrt, wodurch eine Feedbackschleife entsteht, die Content-Auslieferung optimiert.
  • AI ermöglicht kontinuierliche Optimierung: Starre, vordefinierte Tools werden durch Systeme ersetzt, die lernen, personalisieren und sich im Laufe der Zeit anpassen.

Nach der ISE 2026 ist klar geworden, dass die AI-Revolution im Digital Signage-CMS angekommen ist. Es geht nicht länger um Neuheit; es geht um umsetzbare Intelligenz, nahtlose Workflow-Integration und Content, der wirklich auf Nutzer und Umgebung reagiert.