Display-Markt

Skyworth übernimmt Panasonics TV-Geschäft

Mit der Übergabe seines TV-Geschäfts in Europa und Nordamerika an Skyworth zieht sich Panasonic weiter aus dem Konsumentenmarkt zurück. Chinesische Hersteller übernehmen damit endgültig die Kontrolle über den TV-Sektor. Professionelle Displays und Projektoren von Panasonic Connect bleiben aber unangetastet.
Skyworth steigt bei Panasonic ein. (Foto: Skyworth/Panasonic)
Skyworth steigt bei Panasonic ein. (Foto: Skyworth/Panasonic)

Der sich schon lange anbahnende Niedergang japanischer Dominanz auf dem TV-Markt nähert sich seinem Ende. Jahrzehntelang gaben Unternehmen wie Sony, Panasonic und Sharp global den Ton an und prägten die TV-Branche in den 1980er- und 1990er-Jahren. Doch ihre Führungsrolle schwand allmählich, als südkoreanische Hersteller wie Samsung und LG dominanter wurden – gefolgt von einer noch mächtigeren Erstarkung chinesischer Konkurrenten.

Nun zieht sich ein weiterer japanischer TV-Champion aus dem Markt zurück, den er einst maßgeblich mitgeprägte: Panasonic übergibt einen großen Teil seines TV-Geschäfts an das chinesische Unternehmen Skyworth. 

Betroffen sind Consumer-TVs in Europa und Nordamerika

Bei der Partnerschaft mit Skyworth handelt es sich um ein operatives Abkommen: Skyworth übernimmt den Verkauf, das Marketing und die Logistik von Panasonic-TVs in Nordamerika und Europa. Anders als bei Sonys weitreichender Kooperation mit TCL oder Toshibas Verkauf an Hisense behält Panasonic jedoch seine Markenrechte und entwickelt die Produkte weiterhin selbst.

Was sich ändert ist das operative Geschäft: Skyworth kümmert sich um Kunden und Vertrieb, während sich Panasonic zunehmend aus Bereichen zurückzieht, die ohnehin längst auf Auftragsfertigung umgestellt wurden.

Dieser Schritt ist ein deutlicher Hinweis auf einen möglichen vollständigen Rückzug. Panasonic prüft schon länger die Zukunft seiner TV-Sparte – die Übergabe der beiden wichtigsten Regionen an Skyworth zeigt deutlich, wie weit sich das Unternehmen von einem Geschäftsfeld entfernt hat, das einst zentral für seine Markenidentität war.

Profi-Displays und Projektoren bleiben außen vor

Das Digital Signage- und ProAV-Geschäft bleibt von dem Deal unberührt: Um Projektoren, Pro-Displays und LED-Produkte kümmert sich Panasonic weiterhin selbst. Anders als bei der Sony-TCL-Kooperation hat die Partnerschaft also keine direkten Auswirkungen auf den professionellen Bereich.

Der geplante Verkauf der ProAV-Sparte an den Private-Equity-Investor Orix scheiterte 2025. Das Rebranding zu Mevix läuft jedoch auf Hochtouren: Auf der ISE war das Mevix-Logo prominent neben Panasonic Connect zu sehen – ein deutliches Zeichen, dass Panasonic Connect langfristig verschwinden könnte.

Panasonic auf der ISE 2026: Ganz im Zeichen der Mevix-Marke

Ende einer Ära für japanische TV-Hersteller

Panasonics Entscheidung ist Teil eines längerfristigen Trends. Sharp übergab die Kontrolle an Foxconn, Toshibas TV-Sparte gehört nun zu Hisense, und Sony strukturierte sich über Partnerschaften mit chinesischen Herstellern neu. Panasonic war der letzte große japanische Hersteller mit nennenswerter Präsenz – auch diese verschiebt sich nun nach Osten.

Damit wird endgültig bestätigt: Die globale TV-Industrie ist von japanischer über koreanische hin zu chinesischer Dominanz übergegangen. Chinesische Hersteller mit vertikaler Integration profitieren vor allem von kostengünstigen Produktionsstrukturen, staatlicher Unterstützung und der Fähigkeit, Preise zu einem Level anzubieten, das japanische Unternehmen heute nicht mehr erreichen.