An einem trubeligen Messetag trifft invidis Steven Pollok auf dem Samsung-Stand der ISE. Zuvor gab es einen einstündigen Überblick zu den Produkten, die Samsung hier zeigte – von den Spatial Displays bis zu neuen Features von VXT gab es einiges zu sehen und berichten. Doch der Director Display Division bei Samsung Electronics lenkt den Blick auf das Gesamte, denn für ihn erzählt der Stand auch die große Leitlinie für das nächste Unternehmensjahr für Samsung.
Und das hat es, wie in der gesamten Branche, in sich. „Die Herausforderungen sind vielfältig wie nie“, sagt der Manager im invidis-Interview. Das Thema Halbleiter beispielsweise werde die gesamte Industrie in diesem Jahr schwer beschäftigen. Dabei ist das ist nur eines von vielen Problemfeldern. In einer Zeit der Multikrisen müssen gerade Weltkonzerne wie Samsung die einzelnen Entwicklungen sowie die Gesamtheit im Blick haben. Für Steven Pollok spiegelt diese Situation auch den Aufbau des Samsung-Stands wider. Denn viele waren erstaunt, dass der Hersteller nicht mit einem großen Eyecatcher nach Barcelona gekommen war.
Es geht nur mit Partnern
Doch die technologische Entwicklung geht in eine andere Richtung. „Richtige Wow-Effekte werden schwieriger; jetzt sind es ganzheitliche Ansätze, die zählen“, betont Steven Pollok. Und hier setzt Samsung auch bei der Präsentation an: Das Unternehmen will Use Cases zeigen, die weg von der Produktshow gehen, hin zu integrierten Lösungen, in denen Samsung auch die Zukunft sieht.
Das bedeutet auch, dass Samsung-Produkte nicht mehr allein glänzen können. Natürlich versucht der Konzern, mit seinem breiten Hardware-Portfolio, der VXT-Plattform und seinem IoT-Ökosystem Smartthings Pro einen Großteil der Wertschöpfungskette abzudecken. Doch ohne Partner können diese Art von Gesamtlösungen nicht mehr angeboten werden. „Partnerschaften sind das A und O für unseren Erfolg“, betont Steven Pollok. Und auch Handelspartner verkaufen immer öfter Samsung-Displays nicht als Produkt, sondern als Teil einer Lösung. „Der Einzelverkauf eines Produkts ist mittlerweile in der Minderheit.“
Transparenter AI-Umgang
Auch auf vielen Hinweistafeln des ISE-Stands zu finden: Eine Notiz à la „AI-unterstützt“. „AI wird mittlerweile in sehr vielen Prozessen und Produkten genutzt“ sagt Steven Pollok. Die Gefahr, die er allerdings sieht: die Allgegenwart des Begriffs, der seine echten Funktionen eher verschleiert als erklärt. Samsung habe die Erfahrung gemacht, dass AI-Implementierungen transparent behandelt werden müssen, „mit einer einfachen verständlichen Erklärung“. Auf diese Weise können User besser einschätzen, wo künstliche Intelligenz wirklich transformiert und wo nicht.
Ebenfalls auffällig: Die prominente Darstellung von verschiedenen LCD-Lösungen wie dem Spatial Display und dem neuen MicroRGB-Screen. Für Steven Pollok kein Zufall: „LED hat die höheren Wachstumsquoten, aber beide Technologien werden noch lange parallel laufen. Für uns als Lösungsanbieter ist daher wichtig, weiterhin beide Lösungen weiterzuentwickeln.“
Somit bekannte sich Samsung in mehrfacher Weise auf der ISE zu einem ganzheitlichen Ansatz. „Damit sind wir für die Zukunft gut aufgestellt“, ist Steven Pollok sicher. Denn auch in einer Welt voller Krisen, sei es gerade für Samsung wichtig, immer wieder einen Schritt nach vorn zu machen. „Wir müssen ein Innovationstreiber bleiben“, bekräftigt Steven Pollok und blickt über die Besuchertrauben auf dem Stand. Jede Herausforderung berge auch Potenzial, fügt er hinzu. Und das liegt für Samsung im ganzheitlichen Ansatz.


