US-Zölle

Die Unsicherheit ist zurück

Die Entscheidung des Supreme Courts, dass viele US-Zölle nicht rechtens seien, und die folgende Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, temporäre Zölle in Höhe von 15 Prozent zu erheben, hat die globalen Technologie-Lieferketten erneut in Unsicherheit gestürzt. Für die Digital Signage-Branche bedeutet das neue Störungen statt der lang ersehnten Stabilität.
Containerhafen Shenzhen (Timelab / Unsplash)
Containerhafen Shenzhen (Timelab / Unsplash)

Tage der Unsicherheit in der internationalen Wirtschaft: Der Supreme Court der Vereinigten Staaten hat entschieden, dass die meisten der Notfallzölle von US-Präsident Donald Trump verfassungswidrig sind. Dieser reagierte mit neuen temporären globalen Zöllen von 10 Prozent, die er kurz darauf auf 15 Prozent erhöhte.

Koreanische Displayhersteller, chinesische LED-Produzenten und US-amerikanische Digital-Signage-Anbieter befürchten nun, dass sich die Handelsbeziehungen noch weiter verschlechtern könnten. Nach jahrelangen mühsamen bilateralen Verhandlungen droht die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, einen Großteil der von Trump verhängten Zölle für ungültig zu erklären, die Wettbewerbsbedingungen völlig neu zu definieren.

Rückzahlungen möglich?

Trumps erneuter Versuch, Zölle auf einer anderen Rechtsgrundlage wieder einzuführen, verstärkt dieses Gefühl der Instabilität nur noch. Anstatt das Ende des Handelsstreits zu markieren, scheint das Urteil eine neue Phase der Unvorhersehbarkeit einzuleiten. Unternehmen im Ausland befürchten zudem, dass Trump alternative Mechanismen zur Erhebung von Zöllen finden wird – wodurch die Vorteile der nun aufgehobenen Zölle möglicherweise zunichte gemacht werden.

Im Zentrum der Verwirrung steht die unbeantwortete Frage der Rückerstattungen. Der Oberste Gerichtshof hat zwar keine Rückzahlungen angeordnet, diese aber auch nicht ausgeschlossen. Nach dem Penn Wharton Budget Model könnte die US-Regierung den Importeuren theoretisch bis zu 175 Milliarden US-Dollar schulden – ein Szenario, das Beobachter als logistisch überwältigend bezeichnen. Für viele Unternehmen, insbesondere solche mit geringen Margen, ist die Aussicht auf chaotische Rückerstattungsprozesse fast ebenso beunruhigend wie die Zölle selbst.

Digital Signage: Rückkehr zur Instabilität

Für die Digital-Signage-Branche kommt die neue Entwicklung zu einem heiklen Zeitpunkt. Die Sorge gilt nicht dem vorübergehenden Zollsatz an sich, sondern der Wahrscheinlichkeit weiterer Veränderungen: neue Ausnahmeregelungen, selektive Erhöhungen für Komponenten wie Computer, Displays oder Aluminium und die Möglichkeit zusätzlicher Notfallmaßnahmen.

Die ProAV- und Digital-Signage-Branche war zwar mit Trumps früherer Zollregelung unzufrieden, aber zumindest war der Rahmen mit der Zeit vorhersehbar geworden. Diese Stabilität ist nun dahin. Hersteller, Integratoren und Netzbetreiber müssen sich erneut mit beweglichen Zielen, schwankenden Importkosten und erhöhtem Verwaltungsaufwand auseinandersetzen. In einer Branche, die stark von globalen Lieferketten abhängig ist – insbesondere bei Displays, LEDs und Mediaplayern – wirkt sich Unsicherheit direkt bremsend auf Investitionen aus.