Sharp plant, die Produktion im LCD‑Panel‑Werk Kameyama in Zentraljapan einzustellen. Zuvor ist ein geplanter Verkauf an den Mutterkonzern Foxconn gescheitert. Das Vorhaben wird voraussichtlich mehr als 1.000 Stellen kosten.
Laut Medienberichten teilte das Unternehmen mit, dass der Betrieb der Anlage in der Präfektur Mie etwa im August enden soll. Rund 1.170 Stellen sollen durch ein Vorruhestandsprogramm abgebaut werden. Sharp beziffert die Restrukturierungskosten auf 96 Millionen US‑Dollar, einschließlich Mitarbeiterabfindungen. Davon sollen 86 Millionen Dollar als außerordentlicher Verlust im Geschäftsjahr bis März 2026 verbucht werden.
Standort seit 2004 in Betrieb
Der Standort Kameyama, der 2004 den Betrieb aufnahm, war einst ein zentraler Pfeiler von Sharps TV‑Herstellungsstrategie. Hier wurden LCD‑Fernseher hergestellt, die während der Expansion im Großbild-TV‑Markt als „Kameyama Model“ vermarktet wurden.
Bereits im vergangenen Jahr hat Sharp angekündigt, das Werk Nr. 2 an den taiwanischen Mutterkonzern, Hon Hai Precision Industry Co., zu verkaufen. Die Verhandlungen endeten jedoch, nachdem Foxconn zu dem Schluss kam, dass die Übernahme angesichts künftiger Preisentwicklungen im LCD‑Panel‑Markt wirtschaftlich nicht tragfähig sei. Stattdessen prüft Foxconn nun, nahegelegene Einrichtungen für die Produktion von AI‑Servern zu nutzen.
Umsatz sank im Jahresvergleich
Die Ankündigung erfolgte zusammen mit den neuesten Geschäftszahlen Sharps, die eine Rückkehr in die Gewinnzone zeigen: Das Unternehmen erzielte im Zeitraum April bis Dezember einen Nettogewinn von rund 450 Millionen Dollar, verglichen mit einem Verlust von 24 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging jedoch im Jahresvergleich um 14,5 Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar zurück.
Zusätzlich zur Schließung in Kameyama kündigte Sharp an, im Juli auch eine Tochterfabrik in Yonago in der Präfektur Tottori zu schließen. Auch dies findet im Rahmen umfassender Restrukturierungsmaßnahmen im Displaygeschäft statt.
Laut Masahiro Okitsu, CEO bei Sharp, bleibe die langfristige Herausforderung des Unternehmens der Wettbewerb durch chinesische Hersteller und Handelsmarken, auch wenn Kostensenkungen im Display‑Geschäft zu besseren Ergebnissen beigetragen hätten.

