Logistik

Krieg im Nahen Osten wirkt sich auf Lieferketten aus

Der Krieg zwischen dem Iran und der USA sowie Israel hat auch signifikante Auswirkungen auf die globalen Lieferketten: Reedereien stellen Routen in den Nahen Osten wegen Eskalation des Konflikts ein, Container werden teurer.
Containerschiff (Foto: Cameron Venti / Unsplash)
Containerschiff (Foto: Cameron Venti / Unsplash)

Globale Containerschifffahrtsunternehmen stellen ihre Dienste im Persischen Golf ein, da der sich ausweitende Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran die Seehandelsrouten stört. Die meisten globalen Reedereien haben den Transit durch den Golf eingestellt oder nehmen keine Buchungen mehr entgegen, während andere Betreiber aufgrund der steigenden Sicherheitsrisiken ebenfalls ihren Betrieb vorübergehend eingestellt haben.

Die Störung trifft Dubai in wirtschaftlicher Hinsicht hart. Trümmer von den jüngsten iranischen Angriffen haben die Flughafeninfrastruktur beschädigt, Flüge wurden ausgesetzt und der Betrieb in Jebel Ali – dem verkehrsreichsten Hafen der Region – wurde vorübergehend eingestellt, bevor er wieder aufgenommen wurde. Analysten warnen, dass sich längere Verzögerungen auf die globalen Lieferketten auswirken könnten, insbesondere da die Freihandelszone Jebel Ali als wichtiger Logistik-Hub für westliche multinationale Unternehmen dient. Auch Digital-Signage-Hardware wird häufig über Golfhäfen transportiert.

Die Reedereien erheben Kriegsrisikozuschläge von bis zu 2.000 US-Dollar pro Container, und es wird erwartet, dass die Spotraten weiter steigen werden, da Fracht umgeleitet wird und Schiffe auf alternative Häfen warten müssen.

Zwei Flaschenhälse

Die Krise erstreckt sich nun über zwei kritische Engpässe. Zusätzlich zur Umfahrung von Hormuz leiten die ersten Reedereien ihre Dienste vom Suezkanal um und schicken ihre Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung, nachdem Houthi-Kämpfer mit erneuten Angriffen im Roten Meer gedroht haben.

Da beide Korridore im Nahen Osten beeinträchtigt sind, bereiten sich die globalen Schifffahrtsnetze auf zunehmende Verzögerungen und steigende Kosten vor – ein weiteres großes Härtetest für die weltweiten Lieferketten.