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M&A

Canva übernimmt DooH-Startup Doohly

Canva startet im DooH-Markt mit Übernahme von Doohly für 30 Millionen AUD. Der Broadsign-Konkurrent bietet ein vollständiges CMS für DooH-Betreiber und betreut Kunden in Großbritannien, Australien und Neuseeland.
Canva übernimmt das australische Softwareunternehmen Doohly und steigt in den DooH-Markt ein. (Foto: Doohly/Screenshot)
Canva übernimmt das australische Softwareunternehmen Doohly und steigt in den DooH-Markt ein. (Foto: Doohly/Screenshot)

Die Plattform Canva, die Millionen Menschen zu Grafikdesignern machte, nimmt jetzt DooH ins Visier. Das australische Unternehmen übernahm die ebenfalls australische Softwarefirma Doohly – Medienberichten zufolge für rund 30 Millionen Australische Dollar.

Doohly ist ein in Melbourne ansässiges Start-up, das vor sechs Jahren gegründet wurde. Ziel war es, den gesamten Workflow rund um eine DooH-Kampagne abzudecken – von der Erstellung der Inhalte über die Ausspielung bis hin zur Erfolgsmessung. Das Unternehmen arbeitet vor allem in Australien und Neuseeland mit DooH- und Retail-Media-Betreibern zusammen, darunter das australische Coworking-Netzwerk Work Place Media und das neuseeländische DooH-Unternehmen Lumo Digital. Auch in Großbritannien ist Doohly aktiv, dort zählt unter anderem das Residential Media Network Abode zu den Kunden.

Sechste Übernahme in zwei Jahren

Doohly kooperiert zudem mit mehreren Adtech-Unternehmen, darunter DSPs, Marktplätze und Verifikationsplattformen. Auch wenn das CMS von Doohly als direkter Konkurrent von Broadsign positioniert ist, ist es gleichzeitig mit der von Broadsign betriebenen SSP Place Exchange verbunden.

Für Canva mit seinen weltweit mehr als 260 Millionen monatlichen Usern ist dies bereits die sechste Übernahme innerhalb von zwei Jahren. Das australische Softwareunternehmen, oft als „Vorzeigesoftware Australiens“ bezeichnet, erzielte 2025 ein Wachstum von 35 Prozent im Jahresvergleich und einen Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar. Doohly war bereits durch eine Softwareintegration auf Can­vas Radar: User konnten Canva direkt innerhalb der Doohly-CMS-Plattform nutzen.

Laut Capital Brief, das zuerst über den Deal berichtete, kaufe Canva „systematisch seinen Weg durch den gesamten kreativen und Marketing-Workflow“. Erst vor einem Monat hatte das Unternehmen weitere Übernahmen bekannt gegeben und die Animationssoftware Cavalry sowie die Content-Optimierungsplattform MangoAI in sein Portfolio aufgenommen.

Blick auf Adtech-getriebenes DooH-Wachstum

Mit Doohly erweitert Canva sein Geschäft von der reinen Content-Creation hin zur Content-Ausspielung. Doohly ist das erste CMS, das Canva übernommen hat, und gleichzeitig das erste Stück Adtech-Infrastruktur im Portfolio. Angesichts des aktuellen Investoreninteresses an DooH und Retail Media ist Doohly eine logische Wahl.

Laut Einschätzung von Startup Daily dürfte der Verkauf für die Gründer Sean Law und Tom Sawkins, die 2024 lediglich eine Pre-Seed-Finanzierung von 500.000 US-Dollar erhalten hatten, ein großer Erfolg sein.

Derzeit wird Canva auf rund 65 Milliarden US-Dollar bewertet und erwägt Berichten zufolge, Ende 2026 einen Börsengang in den USA zu starten.