Die MicroLED-Technologie verlässt langsam die Phase früher Experimente. Laut Omdia soll sich der weltweite Umsatz 2026 verdoppeln, da die Fertigung reift und neue Anwendungen an Dynamik gewinnen.
Laut dem MicroLED Display Market Tracker steigt der Umsatz von 52,4 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 105,4 Millionen im Jahr 2026. Die Gesamtverbreitung bleibt zwar im Vergleich zu LCD und OLED gering, jedoch sehen Analysten wachsende Dynamiken in Spezialmärkten. In diesen können die konkurrierenden Displaytechnologien die erforderliche Performance nicht erreichen.
Frühes Wachstum erwartet Omdia in den Bereichen Public Displays, Ultra-Large-TVs, Smartwatches und neuen Wearables. Die Branche arbeitet sich schrittweise durch die bekannten Herausforderungen – komplexe Mass-Transfer-Prozesse, niedrige Backplane-Ausbeute und hohe Produktionskosten. Hersteller können dadurch in mehreren Kategorien erstmals die Produktion skalieren.
Stratacache: MicroLED-Produktion soll spätestens 2028 anlaufen
Dabei legt Omdia besonderes Augenmerk auf „MicroLED on Silicon“. Hier werden mikroskopisch kleine LED-Chips auf Halbleitersubstrate integriert. Daraus entstehen extrem kleine und hochauflösende Displays. Typische LED-on-Silicon-Panels messen nur 0,1 bis 0,2 Zoll in der Diagonale und erreichen 4.000 bis 6.000 PPI. Daher eignet sich die Technologie für AR-, VR- und MR-Geräte sowie AI-gestützte Smart Glasses.
Jerry Kang, Practice Leader für OLED, Flexible, MicroLED und Emerging Technologies bei Omdia, erwartet ein erstes Wachstum vor allem in Nischenanwendungen. Dazu zählen Displays, Near-Eye-Devices, Automotive-Screens, transparente Displays und dehnbare Displays, die sich unebenen Oberflächen anpassen.
Mit Blick auf die kommenden Jahre prognostiziert Omdia bis 2032 einen MicroLED-Umsatz von rund 6,8 Milliarden US-Dollar. Das entspricht rund 4,4 Prozent des globalen Flatpanel-Markts. Die Technologie macht dann den Schritt in eine breitere Kommerzialisierung.

