Dass Solum sich neben seinem starken ESL-Geschäft auch im Digital Signage-Business etablieren will, zeigt die ehemalige Samsung-Tochter seit einiger Zeit. Nun wird auch immer stärker die Einbindung beider Technologien in das Retail-Setup betont – wie Besucher unter anderem auf der Euroshop in diesem Jahr sehen konnten.
Neben seinen ESL zeigte das Unternehmen die neue Generation an E-Paper-Displays, die mit dem Ripple-Upgrade von E Ink ausgestattet ist, dass den Farbraum der Displays erweitert und den Übergang zwischen Motiven glättet. Zusätzlich gab es neue Digital Signage-Displays zu sehen, die vor allem dafür konzipiert sind, an oder in Regalen platziert zu werden. Verschiedene Größen und Formate sollen vielfältige Platzierungsmöglichkeiten abdecken.
Kooperation in allen Bereichen
Somit will Solum ein umfassendes Portfolio rund um den digitalisierten POS anbieten. Und das nicht allein: Zahlreiche Kooperationen hat der ESL-Spezialist in der letzten Zeit verkündet, mit Tech-Unternehmen, mit Retail-Spezialisten wie Robotics-Spezialist Simbe sowie der Pricing-Plattform Competera – und auch mit Digital Signage-Playern wie M-Cube.
Letztere Zusammenarbeit dreht sich um eine Integration der Digital Signage-Plattform DXP One von M‑Cube mit dem Aims-CMS von SOLUM. Dadurch sollen Händler künftig Kampagneninhalte, Preisinformationen und digitale Kommunikationsbausteine zentral aus einem einzigen System steuern.
- Bald auf dem Markt: die neuen E-Paper-Displays von Solum, gezeigt auf der Euroshop 2026 (Foto: invidis)
- Neue Digital Signage-Screens von Solum auf der Euroshop 2026. (Foto: invidis)
Solum bringt in die Partnerschaft sein Hardware- und Software‑Portfolio ein, ergänzt durch cloudbasierte Software-Module für Remote‑Management. M‑Cube wiederum übernimmt die Bereiche Content- und CMS‑Services, Lösungsdesign, Installation, Integration und Managed Services.
Zum Start richtet sich die Zusammenarbeit auf Einzelhandelskunden in Europa. Erste Pilotinstallationen der integrierten Lösung sind für das erste Quartal 2026 geplant; je nach Ergebnissen soll ein breiterer Rollout ab dem zweiten Quartal folgen.
Netzwerkinfrastruktur für Stores
Eine weitere bemerkenswerte Kooperation ist die mit Huawei, die anlässlich des Mobile World Congress in Barcelona bekanntgegeben wurde: Die beiden Unternehmen stellten eine Shop-in-Shop-Lösung vor die Einzelhändlern dabei helfen soll, digitale Infrastruktur schnell in verteilten Store-Umgebungen wie Einkaufszentren, Flughäfen und anderen großen Gewerbeflächen zu implementieren. Die Plattform integriert Netzwerkinfrastruktur mit ESL-Technologie, um Digital Signage und Preisaktualisierungen in Echtzeit innerhalb einer einzigen Architektur zu unterstützen.

Die Lösung baut auf einer früheren Zusammenarbeit der beiden Unternehmen im Bereich der IoT-Zugangspunkt-Konvergenztechnologie auf. In der neuen Konfiguration wird das Newton ESL-System von Solum mit der Netzwerkhardware von Huawei integriert, um Plug-and-Play-Konnektivität für Shop-in-Shop-Umgebungen wie Marken-Verkaufsflächen, Pop-up-Stores und Fachgeschäfte innerhalb größerer Veranstaltungsorte zu bieten. Ein einheitliches Gateway unterstützt LTE-, Wifi- und ESL-Konnektivität, sodass keine dedizierten Zugangspunkte für Regaletikettensysteme mehr erforderlich sind. Dies reduziert die Komplexität der Hardware und gewährleistet gleichzeitig eine sichere und unabhängige Netzwerkumgebung für jeden Einzelhandelsstandort.
Laut Huawei und Solum kann die Architektur die Gesamtbetriebskosten um bis zu 55 Prozent senken, wobei bei größeren Einzelhandelsinstallationen Einsparungen von etwa einem Drittel möglich sind.
E-Paper-Displays im Blick
Wie Harri Ekholm, Pan EU Head Singage & IOT, im invidis-Gespräch betont, sieht Solum eine Zukunft im E-Paper-Displays. Bisher haben Hersteller diese Zukunft in der Hand der Digital Signage-Integratoren verortet. Solum sieht das naturgemäß anders: Seine ESL-Infrastruktur sei besser geeignet, um Retailer die passenden Werkzeuge für einen erfolgreichen E-Paper-Display-Einsatz an die Hand zu geben. In jedem Fall läuft es aber auf ein gesamtes Ökosystem hinaus – das auch durch Partnerschaften kreiert wird.



