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Tisensi

"Niemand setzt E-Paper richtig um"

Das polnische Start-up Tisensi präsentiert auf dem Digital Signage Summit 2026 mit Technologiepartner Sharp sein integriertes E-Paper-System. Das gesamte System zielt auf Nachhaltigkeit.
CEO Borys Strrączek vor dem Tisensi-Stand auf dem DSS 2026 (Foto: invidis)
CEO Borys Strrączek vor dem Tisensi-Stand auf dem DSS 2026 (Foto: invidis)

Tisensi, ein Start-up aus Krakau, versteht sich nicht als klassischer Display-Hersteller. Seit dem Gründungsjahr 2023 verfolgt Tisensi einen Ansatz, der das gesamte Portfolio nachhaltig gestalten will. Der geringe Energieverbrauch von E-Paper-Displays bildet dabei nur den Ausgangspunkt.

Auch die Rahmen der Screens sind aus wiederaufbereiteten Materialien gefertigt. Das gesamte System ist auf Wiederverwendung ausgelegt. Auf dieser Basis entwickelt Tisensi komplette Hardware-Ökosysteme: Displays, gestaltbare Rahmen sowie ein Montagesystem, das ohne Werkzeug und intuitiv funktioniert. „Unsere Idee ist es, Identität zu schaffen — aber in einer nachhaltigen Art und Weise“, sagt Borys Strączek, CEO von Tisensi.

Recycelbare Rahmen

Verbundstoffe, die aus ansonsten nicht recycelbaren Aluminium- und Kunststoffabfällen gewonnen werden, bilden die Rahmen. Diese gibt es in vielen verschiedenen Farben — allein zum DSS 2026 brachte Tisensi zahlreiche Beispiele mit.

Der Rahmen aus recycelten Material und ein modulares Wandsysteme daneben (Foto: invidis)
Der Rahmen aus recycelten Material und ein modulares Wandsysteme daneben (Foto: invidis)

Das Montagesystem verfolgt eine modularen Aufbau. So lassen sich einzelne Komponenten austauschen und neu konfigurieren — auf einem Ständer stehend oder von Wand oder Decke hängend. Das System kann so an veränderte Anforderungen angepasst werden, ohne das komplette Gerät zu ersetzen.

Der nachhaltige Ansatz passt zu einer breiteren Marktentwicklung: E-Ink, führender Anbieter von E-Paper-Panels, investiert derzeit verstärkt in großformatige Displays, um die wachsende Nachfrage nach energieeffizienten Alternativen zu klassischem Digital Signage zu bedienen. Für den Ausbau der Produktionskapazitäten sind in diesem Jahr Investitionen zwischen 157 und 251 Millionen US-Dollar geplant.

Rollout in slowenischer Bank

Größere Rollouts in Europa sind bislang jedoch selten. „Die Technologie ist noch eine Nische – und niemand setzt E-Paper richtig um“, sagt Borys Strączek. Diese Lücke will Tisensi füllen: Ein erster Rollout wurde bereits für ein Filialnetz einer Bank in Slowenien umgesetzt, weitere Expansion ist geplant.

Neben dem Bankensektor sieht Borys Strączek auch Potenzial in weiteren Verticals: Museen und Flughäfen gelten als naheliegende Einsatzfelder. Hier können wartungsarme Wayfinding- und Informationslösungen bestehende Probleme energieeffizient bearbeiten. Auch im Corporate-Umfeld sieht Tisensi Chancen: Individuell gestaltbare Rahmen ermöglichen es, Digital Signage nahtlos in gebrandete Raumkonzepte zu integrieren — ohne Abstriche bei der Nachhaltigkeit.