Laut einem Bericht des koreanischen Mediums EBN sollen sich Manager von LG und Hisense in Peking getroffen haben, um über eine mögliche Transaktion zu sprechen. LG reagierte sofort und dementierte die Gespräche über Pläne zur Umstrukturierung oder einen Verkauf des TV- und Digital Signage-Geschäfts.
Trotz des Dementis entfachte der Bericht die Debatte über die Zukunft von LGs Display-Business neu. Die Meldung verbreitete sich schnell in der Branche. Das zeigt sowohl die strategische Bedeutung der TV-Sparte von LG als auch die Veränderungen im weltweiten Displaymarkt.
Unwahre Gerüchte zeigen wahre Debatte
Auf den ersten Blick wirkt das Szenario auch nicht völlig unrealistisch. Nachdem TCL bekanntgab, ab April 2027 die Mehrheit an Sonys TV-Geschäft zu übernehmen, erscheinen weitere Zusammenschlüsse großer asiatischer Anbieter nicht mehr ausgeschlossen. Hinzu kommen Gespräche zwischen BOE und TPV über Markenrechte von Philips sowie der kurzfristig gestoppte Verkauf der ProAV-Sparte von Panasonic. Diese Entwicklungen zeigen: In einem Markt mit dauerhaften Markendruck scheint kaum noch etwas ausgeschlossen.
Eine Kombination der TV-Aktivitäten von Hisense und LG würde die Wettbewerbslandschaft deutlich verändern. Vorerst bleibt alles jedoch unverändert: LG führt sein TV- und Digital Signage-Geschäft weiterhin in der Sparte Media and Entertainment Solutions. Zudem bleibt LG Display eigenständig.
Margendruck im TV-Geschäft
Die geringe Profitabilität des globalen TV-Marktes treibt solche Spekulationen immer wieder an. Media and Entertainment Solutions von LG soll operative Margen von lediglich ein bis zwei Prozent erzielt haben. Das verdeutlicht die strukturellen Herausforderungen — selbst für Premium-Hersteller.
Gleichzeitig bauen chinesische Anbieter wie Hisense und TCL ihre Marktposition weiter aus. Sie nutzen Skaleneffekte, wettbewerbsfähige Preise und technologische Fortschritte, insbesondere bei Mini-LED-Backlights und Large-Format-Displays. So gewinnen sie weltweit Marktanteile.
Für Hisense wäre eine Übernahme von LGs TV-Sparte ein bedeutender strategischer Schritt. Das Unternehmen entwickelte sich bereits von einer preisorientierten Marke zu einem etablierten Anbieter im Premiumsegment. Dazu tragen globales Marketing und Produktinnovation bei.
Globale Marktverhältnisse verschieben sich
Auf makroökonomischer Ebene verschieben sich die geografischen Kräfteverhältnisse in der Displayindustrie. Die Marktführerschaft verlagert sich zunehmend von Japan, Taiwan und Korea nach China. Dort profitieren Hersteller von Skalenvorteilen, staatlicher Unterstützung und wettbewerbsfähigen Technologien.
Für den Digital Signage-Markt hat das direkte Folgen: Displays bleiben zwar die zentrale Hardwarebasis in Signage-Netzwerken. Der strategische Fokus verschiebt sich jedoch auf neue Technologien wie LED, E-Paper und weitere Displayformate.
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