Streamingdienste verändern die Erwartungen des Publikums. Deshalb investieren viele Kinos längst nicht mehr nur in Bild- und Tonqualität. Betreiber wollen den Besuch vom Betreten des Gebäudes bis zum Verlassen des Kinos attraktiver gestalten.
Diesen Ansatz verfolgt auch das Phenomena Experience in Barcelona. Nach einer sechsmonatigen Renovierung öffnete das Kino im Frühjahr erneut seine Türen. Der lokale Integrator Instronic Studio kombinierte neue Kinotechnik mit vernetzten AV-Systemen, Architekturbeleuchtung und neugestalteten Aufenthaltsbereichen. Im Zuge des Projekts blieb der charakteristische Stil des Hauses erhalten.
Kino eröffnete 2014
Der Regisseur Nacho Cerdà gründete das Phenomena Experience. Das unabhängige Kino zählt zu den bekanntesten seiner Art in Europa. Seit der Eröffnung 2014 verbindet es die Atmosphäre klassischer Filmpaläste mit moderner Präsentationstechnik.
Vor dem Umbau erhielt das Kino beim Filmfestival in Venedig 2025 den Carlo Lizzani European Best Theater Award.

Dann startete der digitale Umbau. Instronic installierte ein neues Dolby-Atmos-System, modernisierte die digitale Projektion und ersetzte die Leinwand. Hinzu kommen neue Lichtlösungen, überarbeitete Innenräume, digitale Informationsdisplays und neue Sitze. Die typische Ausstattung mit rotem Samt und die markante Theateratmosphäre blieben erhalten.
Kinosaal bleibt der Mittelpunkt
Für Instronic bleibt der große Saal das Herzstück des Hauses. Die neue Technik soll Filme möglichst originalgetreu wiedergeben. Schärfere Projektionen, eine gleichmäßigere Klangverteilung und eine störungsarme Umgebung sollen dies verwirklichen.
Der Umbau beschränkt sich jedoch nicht auf den Zuschauerraum. Instronic integrierte AV-Technik, Beleuchtung und digitale Medien im gesamten Gebäude. Besucher sollen so ein durchgängiges Konzept erleben, das bereits im Eingangsbereich beginnt.
Dabei kam der Bereich „Nexus“ neu hinzu. Dieser gestaltet Eingangs- und Gastronomieflächen neu und schafft zusätzliche Aufenthaltsräume. Neben dem verlegten Ticketbereich und einer Bar dient Nexus als Treffpunkt vor und nach den Vorstellungen.

Gleichzeitig eignet sich die Fläche für Premieren, Präsentationen, Diskussionsrunden, Preisverleihungen und Firmenveranstaltungen.
Für diese Einsätze stattete Instronic den Bereich mit Mikrofonen sowie einem AI-gestützten Kamerasystem aus. Damit lassen sich Live-Übertragungen und hybride Veranstaltungen umsetzen. Das zeigt einen Trend der Branche: Kinos nutzen öffentliche Bereiche zunehmend für deutlich mehr als Filmvorführungen.
Gesamtkonzept statt Technikinseln
Das Projekt in Barcelona steht exemplarisch für die Entwicklung vieler Freizeit- und Kulturstätten. Displays, Licht, Audio und Architektur entstehen immer häufiger als zusammenhängendes Gesamtkonzept statt als einzelne Technikinseln.
Diesen Ansatz verfolgen inzwischen auch Museen und kulturelle Einrichtungen. Flexible Aufenthaltsbereiche, integrierte Medientechnik und sendefähige Infrastruktur schaffen zusätzliche Erlöse. Betreiber können dadurch neben dem regulären Programm verstärkt Events, Live-Formate und Firmenveranstaltungen anbieten.

