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Display-Shootout

Warum Datenblätter allein nicht reichen

Sieben Displays, identische Bedingungen, keine Markenlogos: Bei einem Shootout in Köln ließ Cancom führende Professionel-Display-Marken gegeneinander antreten. Die wichtigste Erkenntnis: Wer Displays ausschließlich anhand von Datenblättern auswählt, übersieht oft entscheidende Unterschiede in der Praxis.
Display-Vergleichstest bei Cancom (Foto: Cancom)
Display-Vergleichstest bei Cancom (Foto: Cancom)

Welches Professional Display ist das beste? Die Antwort liefern Herstellerdatenblätter nur bedingt. Genau das zeigte ein Display-Shootout, den Cancom Ende Juni in Köln gemeinsam mit mehr als 20 Unternehmenskunden veranstaltete.

Sieben 55-Zoll-Displays von Samsung, Philips, Sony, Iiyama, LG, Hisense und Sharp wurden dabei unter identischen Bedingungen nebeneinander installiert. Alle Geräte erhielten dieselben Inhalte, dieselben Einstellungen und dasselbe Eingangssignal. Um Vorurteile gegenüber einzelnen Marken auszuschließen, wurden die Displays anonymisiert präsentiert.

Die wichtigste Erkenntnis der zweitägigen Veranstaltung: Selbst bei Produkten mit vergleichbaren technischen Spezifikationen lassen sich Unterschiede erst im direkten Vergleich zuverlässig erkennen.

Blindtest statt Markenwahrnehmung

Displayauswahl erfolgt in vielen Projekten noch immer auf Basis von Datenblättern, Herstellerdemonstrationen oder langjährigen Markenpräferenzen. Der Kölner Shootout verfolgte bewusst einen anderen Ansatz.

Durch den anonymisierten Aufbau konnten die Teilnehmer die Bildqualität unabhängig von Herstellernamen bewerten. Im Mittelpunkt standen dabei Aspekte wie Farbwiedergabe, Bildwirkung, Bewegungsdarstellung und die Eignung für konkrete Anwendungen.

Für viele Besucher zeigte sich dabei, dass technische Spezifikationen allein nur einen Teil der tatsächlichen Performance beschreiben. Welche Eigenschaften eines Displays im Alltag überzeugen, hängt häufig vom konkreten Content, den Lichtverhältnissen und den Anforderungen des jeweiligen Projekts ab.

Kunden-Content schlägt Datenblatt

Genau darin liegt die eigentliche Relevanz solcher Vergleichstests. Zwei Displays können auf dem Papier nahezu identische Werte bei Helligkeit, Auflösung oder Betriebsdauer aufweisen und dennoch unterschiedlich wirken.

Aus Sicht von Cancom bestätigt der Shootout deshalb eine Erfahrung, die viele Integratoren aus Projekten kennen: Die finale Auswahl eines Displays sollte möglichst auf Basis eines direkten Vergleichs mit realen Kundeninhalten erfolgen – nicht allein anhand von Spezifikationen.

Insbesondere bei größeren Rollouts können Unterschiede in Bildwirkung, Energieverbrauch oder Benutzerwahrnehmung entscheidend sein, obwohl sie sich aus den technischen Daten nur eingeschränkt ableiten lassen.

Energieeffizienz als zusätzlicher Bewertungsfaktor

Neben der Bildqualität spielte auch der Energieverbrauch eine wichtige Rolle. Mithilfe einer Kombination aus Nexmosphere-Sensorik und Brightsign-Mediaplayern wurde die tatsächliche Leistungsaufnahme der Displays während des Betriebs in Echtzeit visualisiert.

Damit rückte ein Aspekt in den Fokus, der bei Ausschreibungen und Investitionsentscheidungen zunehmend an Bedeutung gewinnt: die langfristigen Betriebskosten. Anstatt sich ausschließlich auf Herstellerangaben zu verlassen, konnten die Teilnehmer den Energieverbrauch direkt vergleichen.

Vergleich unter gleichen Bedingungen

Für identische Signalqualität sorgte eine von Extron bereitgestellte AV-over-IP-Infrastruktur. Die Montagesysteme stammten von Peerless-AV.

Neben dem eigentlichen Shootout präsentierten die Partner weitere Technologien, darunter Sonys 138 Zoll großes COB-LED-Display der S-Serie, Samsungs E-Paper-Lösung, ein Runddisplay von Bluefin sowie verschiedene Lösungen für Content-Erstellung und mobile Signage-Anwendungen.

Die eigentliche Lehre des Shootouts

Der interessanteste Aspekt der Veranstaltung war letztlich nicht die Frage, welcher Hersteller vorne lag. Eine offizielle Rangliste gab es nicht. Wichtiger war eine andere Erkenntnis: Die Auswahl professioneller Displays lässt sich nicht zuverlässig anhand von Datenblättern allein treffen. Wer Investitionsentscheidungen absichern will, sollte Geräte unter realen Bedingungen mit eigenen Inhalten vergleichen.

Denn am Ende entscheidet nicht die Spezifikation auf dem Papier, sondern die tatsächliche Wirkung am Einsatzort.