Kitcast stellt mehrere Annahmen der Digital-Signage-Branche infrage. Laut einer neuen Studie des Unternehmens weichen viele verbreitete Einschätzungen deutlich von der Realität in installierten Netzwerken ab.
Für den Bericht „State of Digital Signage 2026“ wertete Kitcast Telemetriedaten von mehreren zehntausend Displays aus. Hinzu kamen eine Umfrage unter 515 Digital Signage-Verantwortlichen sowie eine zwölfmonatige Untersuchung zur Hardware-Zuverlässigkeit. Die Studie beleuchtet Netzwerkgrößen, Content-Management, AI-Nutzung und die Stabilität von Mediaplayern.
Besonders auffällig ist der Umgang mit dem Return on Investment, kurz: ROI.
76,5 Prozent der Befragten erfassen demnach ihren ROI nicht systematisch. Trotzdem bewerten die meisten ihre Digital Signage-Projekte als erfolgreich.
Andere Kennzahlen wichtiger
Viele Unternehmen orientieren sich offenbar an anderen Kennzahlen. Sie bewerten Digital Signage vor allem nach Kommunikationswirkung, Mitarbeiterbindung oder Kundenerlebnis – nicht nach finanziellen Ergebnissen.
Auch bei der durchschnittlichen Netzwerkgröße kommt Kitcast zu anderen Ergebnissen als viele Branchenstudien.
Oft gilt ein Netzwerk mit rund 23 Displays als Durchschnitt. Kitcast analysierte jedoch 10.520 Standorte und ermittelte einen Median von nur einem Display. Im Schnitt betreiben Unternehmen etwa vier Bildschirme. 90 Prozent der Organisationen kommen auf maximal acht Displays.
Die Daten sprechen dafür, dass kleine und mittlere Installationen einen deutlich größeren Marktanteil haben als bisher angenommen.
AI bislang nur in einer Nebenrolle
Trotz großer Aufmerksamkeit für Künstliche Intelligenz nutzen bislang nur wenige Betreiber entsprechende Werkzeuge.
Lediglich 8,3 Prozent der Befragten setzen KI bereits für die Erstellung oder Verwaltung von Inhalten ein. Weitere 46,2 Prozent planen die Einführung innerhalb der nächsten zwölf Monate.
Interessant ist der wichtigste Hinderungsgrund: Nicht die Kosten bremsen den Einsatz. Fast drei Viertel der Befragten sehen aktuell schlicht keinen Bedarf. Die Branche diskutiert KI zwar intensiv, konkrete Anwendungsfälle haben sich vielerorts aber noch nicht etabliert.
Inhalte bleiben oft lange unverändert
Die Studie wirft zudem einen Blick auf die Aktualität von Content. Dabei waren auf aktiven Displays Inhalte in Medien 16,8 Tage alt. 27,7 Prozent der geplanten Inhalte liefen sogar seit mehr als einem Jahr unverändert.
Je nach Branche zeigen sich deutliche Unterschiede. Hotels und Gastronomiebetriebe aktualisieren Inhalte durchschnittlich alle vier Tage. Bildungseinrichtungen tauschen Inhalte dagegen erst nach rund 49 Tagen aus.
Zudem entdeckte Kitcast sogenannte „Dark Screens“: Bei 2,5 Prozent der aktiven Displays meldete sich über mehr als 90 Tage kein Administrator an, obwohl weiterhin Inhalte angezeigt wurden.
Apple TV führt bei Zuverlässigkeit
Für die Hardware-Analyse verglich Kitcast zudem 1.000 Apple-TV-Geräte mit 250 günstigen Android-Mediaplayern über einen Zeitraum von zwölf Monaten.
Apple TV erreichte eine durchschnittliche Verfügbarkeit von 99,31 Prozent. Android-Geräte kamen auf 96,63 Prozent. Zudem verzeichneten die Android-Player rund dreimal so viele Ausfälle. Während der Studie mussten Betreiber sie etwa neunmal häufiger austauschen.
Die Ergebnisse zeigen laut Kitcast den typischen Zielkonflikt zwischen niedrigen Anschaffungskosten und langfristiger Betriebssicherheit.
Die Studie steht unter einer Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung und soll als offener Branchen-Benchmark dienen. Neben den Kernergebnissen enthält er detaillierte Tabellen und Grafiken zu Netzwerktrends, Content-Praxis und Hardware-Performance.

