Der weltweite Umsatz mit LED-Displays soll von 2026 bis 2030 um durchschnittlich 11,6 Prozent pro Jahr wachsen. Das prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Omdia. Kurzfristig kämpft der Markt mit steigenden Kosten und schwächerer Nachfrage in klassischen Anwendungen.
Laut dem LED Video Display Market Tracker für das zweite Quartal 2026 stiegen die weltweiten Auslieferungen im Vorjahresvergleich um 3,3 Prozent, wobei der Umsatz dagegen leicht sank – um 0,2 Prozent. Wachstum erwartet Omdia vor allem durch höherwertige Produkte, neue Anwendungen und mehr regionale Fertigung.
Komponentenkosten belasten Hersteller
Seit Ende 2025 sind LED-Chips, Treiber-ICs, Leiterplatten und Netzteile mehrfach teurer geworden. Mehrere Anbieter reagierten und hoben ihre Preise daraufhin drei- bis viermal an. Je nach Anbieter liegen sie damit insgesamt 3 bis 30 Prozent höher.
„Steigende Preise und veränderte Marktbedingungen veranlassen Anbieter, ihre Produktportfolios zu überprüfen und sich auf höherwertige Geschäftsfelder zu konzentrieren“, sagt Cindy Liu, Senior Analyst bei Omdia.
Die Hersteller konzentrieren sich zunehmend auf Displays im mittleren und oberen Preissegment weil diese energieeffizienter und zuverlässiger sein sollen.
Produktion rückt an Märkte heran
Handelskonflikte und angespannte Lieferketten bewegen Hersteller zudem dazu, näher an ihren regionalen Absatzmärkten zu produzieren. Omdia verweist auf Daktronics: Der US-Hersteller investiert in ein Werk im mexikanischen Saltillo. Damit will Daktronics flexibler auf Kosten, Zölle und Kundenwünsche in der Region reagieren.
Der chinesische Hersteller Leyard baut seine Fertigung in Saudi-Arabien aus. Dafür hatte Leyard 2024 eine Partnerschaft mit der Saudi Engineer Holding Group Establishment vereinbart. Die Produktion sollte ursprünglich im zweiten Quartal 2026 anlaufen.
Weitere Chancen sieht Omdia in Schwellenmärkten in Asien, Lateinamerika, dem Nahen Osten, Afrika und Osteuropa. Dort treiben Infrastrukturprojekte und wachsende Städte die Nachfrage nach digitalen Displays.
Wachstum durch immersive Installationen
Jenseits klassischer Digital Signage wachsen laut Omdia immersive Unterhaltung, Kulturangebote, Virtual Production, Sportstätten und gewerbliche Installationen. Fortschritte bei Micro LED, Chip-on-Board-Packaging und fugenlosen Displays erlauben aufwendigere Projekte. Dazu gehören gewölbte und kugelförmige Displays in Planetarien, Science Centern und Museen.
Mehrseitige LED-Caves setzen sich zudem in Ausstellungen, Simulationen und Trainings durch, wo Besucher immersive Inhalte ohne Headset erleben können. Diese Anwendungen sollen das Marktwachstum ab 2027 stützen.
Für Corporate Signage prognostiziert Omdia von 2026 bis 2030 ein Umsatzplus von durchschnittlich 14,7 Prozent pro Jahr. Anwendungen im öffentlichen Raum sollen um 10 Prozent jährlich wachsen. Damit wächst der LED-Markt laut Omdia künftig also eher über den Wert der Installationen als über Stückzahlen.

