Factory International setzt in den Aviva Studios in Manchester auf Laserprojektoren von Panasonic. Die britische Kulturorganisation betreibt den Veranstaltungsort und produziert das Manchester International Festival. Die Projektoren laufen bei immersiven Installationen, experimentellen Performances und großflächigen Bildwelten. LED-Displays verbreiten sich zwar in Live-Entertainment und immersiven Räumen. Factory International zeigt aber, warum Projektion in der Kunst gefragt bleibt.
Paul Moore ist Technischer Direktor bei Factory International. Für ihn liegt die Stärke der Projektion darin, dass sie sich in eine Produktion einfügt, statt Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. „Mit Projektion lebt Video in einer anderen Welt. Es geht dann nicht mehr um das Medium, sondern um die Kunst“, sagt Paul Moore.
Technologie soll verschwinden
Ein LED-Display bleibt auf der Bühne oder in einer Installation als technisches Objekt sichtbar. Dagegen können projizierte Bilder mit Architektur, Kulisse oder Bühnenraum verschmelzen. Factory International nutzt beide Technologien und wählt je nach künstlerischer Idee.

In Entwicklungsprogrammen experimentieren Künstler mit Projection Mapping, Live-Video und neuen digitalen Technologien. Dort testen sie Ideen, bevor sie diese auf große Produktionen übertragen. Laut Paul Moore stellen Künstler dabei immer wieder infrage, wie das Haus Projektion, Video und Technik insgesamt einsetzt.
Der AV-Integrator Adlib hat die Projektoren geliefert. Zum Bestand gehören 4K-Laserprojektoren von Panasonic für Produktionen mit unterschiedlichen räumlichen und technischen Anforderungen. Bei der Planung zählten vor allem Lautstärke und Wärmeabgabe. In Installationen stehen die Projektoren oft nah am Publikum.
Von projiziertem Rauch bis AI
Ein Beispiel ist Atmospheric Memory, eine immersive Installation von Rafael Lozano-Hemmer für das Manchester International Festival. Sie bestand aus gestapelten Schiffscontainern. Darin verband sie Projektionen, interaktive digitale Räume und eine Wand aus pixeliertem Rauch, die Bilder zeigte. Später ging die Installation auf internationale Tour, wobei das Projektionssetup an jede Spielstätte angepasst wurde.
Zudem arbeitete Factory International mit der Künstlerin Laurie Anderson zusammen. Ihre Produktion verband elektronische Musik, Live-Kamerabilder, Greenscreen-Technik und frühe AI-generierte Inhalte. In beiden Projekten sind die Bilder Teil des Kunstwerks und nicht bloß Kulisse.
„Projektion holt für mich die Kunst nach vorn. Man kann Textur, Atmosphäre und Details hinzufügen, ohne dass sie zum Mittelpunkt des Werks wird“, sagt Paul Moore.

