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LCD-Panels

Samsung Electronics holt sich TCL-Anteil

LCD bleibt für Samsungs TV-Geschäft unverzichtbar, auch ohne eigene Fertigung. Der Konzern bindet sich deshalb nun enger an TCL CSOT.
Samsung bündelt seine Beteiligung am chinesischen LCD-Hersteller TCL CSOT künftig direkt bei Samsung Electronics. (Logos: Samsung / TCL CSOT)
Samsung bündelt seine Beteiligung am chinesischen LCD-Hersteller TCL CSOT künftig direkt bei Samsung Electronics. (Logos: Samsung / TCL CSOT)

Samsung Electronics übernimmt von seiner Tochter Samsung Display 10,16 Prozent am Panelhersteller TCL CSOT. Samsung Display gibt damit seinen gesamten Anteil an dem chinesischen Unternehmen ab. Der Konzern zahlt rund 950 Millionen US-Dollar, zuerst berichtete darüber der Korea Herald. Der Anteil wandert damit in das Geschäft mit Consumer Electronics und Digital Signage, das weiterhin stark von LCD-Panels abhängt.

Den Anteil erhielt Samsung Display 2020 beim Verkauf seines LCD-Werks in Suzhou an TCL CSOT. Damit zog sich die Tochter aus der umkämpften LCD-Produktion zurück.

OLED-Fokus in der Herstellung

Sechs Jahre später passt der Anteil nicht mehr zu Samsung Display. Das Unternehmen hat die LCD-Fertigung aufgegeben und baut OLED-Panels für Smartphones, IT-Displays und Premium-TVs. Samsung Electronics dagegen verbaut LCD weiter in vielen TVs, Haushaltsgeräten und anderen Consumer-Electronics-Produkten.

Mit dem direkten Anteil rückt Samsung Electronics näher an einen der weltweit führenden LCD-Hersteller. Das dürfte die Lieferkette langfristig absichern. Zudem könnte Samsung beim Einkauf künftig mit mehr Gewicht über Panelpreise verhandeln.

Laut Korea Herald bringt der Verkauf Samsung Display rund 50 Prozent Rendite auf das ursprüngliche Investment.

Die für April 2027 geplante Partnerschaft von Sony und TCL berührt der Deal nicht. TCL CSOT fertigt die Panels im TCL-Konzern und ist vom Bravia-Joint-Venture mit Sony getrennt.

LCD bleibt wichtig

OLED gewinnt bei Premium-TVs weiter Marktanteile, Directview LED bei Digital Signage. Nach Stückzahlen führt bei TVs und Digital Signage weltweit aber weiterhin LCD. Chinesische Hersteller wie TCL CSOT und BOE kontrollieren einen wachsenden Teil der globalen LCD-Kapazitäten. Große TV-Marken müssen sich ihre Panels deshalb strategisch sichern.

Samsung zieht daraus die Konsequenz: Die Displaytochter setzt auf OLED, Samsung Electronics bleibt eng am LCD-Geschäft.

invidis Check

Hinter dem Deal steckt weniger Finanzakrobatik als Strategie für die Lieferkette. Chinesische Hersteller dominieren inzwischen die LCD-Produktion. Wer sich dort bevorzugten Zugang zu Kapazitäten sichert, verschafft sich einen eigenen Wettbewerbsvorteil. Samsung baut selbst keine LCD-Panels mehr, will seinen Nachschub aber nicht dem Zufall überlassen. Das gilt erst recht in Zeiten geopolitischer Spannungen.