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Surface Hub von Microsoft – Was hat es unter der Haube?

- Ab Juli 2015 ist das Microsoft Surface Hub in Deutschland sowie 23 weiteren Ländern vorbestellbar. Als internationales Shipping-Datum nennt der Hersteller den September. Der Screen ist als 55″ Full HD oder als UHD-Variante in 84″ erhältlich, jeweils mit integriertem PC. von Thomas Kletschke

Kollaboratives Arbeiten am Surface Hub (Foto: Microsoft)

Kollaboratives Arbeiten am Surface Hub (Foto: Microsoft)

Nachdem Microsofts als erneuter Vorstoß in die B2B-Harware-Welt einzustufender Large Format Screen international angekündigt und auf einzelnen Events wie der ISE 2015 oder bei der Trends + Vision 2015 – unseres Wissens war letztere eine der ersten, wenn nicht die erste Gelegenheit, den Screen auf einer Messe in Deutschland zu sehen – gezeigt worden war, ist nun das Vorbestelldatum offiziell: 01. Juli 2015.

Auf den US-Websites des Konzerns wird das internationale Shipping für September angekündigt. Zudem hat Redmond ein erstes grobes Datenblatt herausgegeben.

Grundlegender Unterschied zu großen Screens für Conferencing und Co., die andere etablierte Hersteller im Portfolio haben: Das Surface Hub läuft auf Basis von Windows 10. Das OS sowie die zugehörige Office-Software sind beim Hub vorinstalliert.

Denn die Screens werden mit einem integrierten PC ausgeliefert (Anschlüsse für Gast-PC sowie Alternativ-PC sind ebenfalls vorhanden). Als Festplatte dient eine mit 128 GB nicht gerade überdimensionierte SSD, über deren Anbindung (SATA oder eine der schnelleren PCIe-Möglichkeiten) Microsoft nichts verlauten lässt.

Als Arbeitsspeicher kommen jeweils 8 GB dazu, wahrscheinlich GDDR3-Riegel. Ob dem UHD-Modell nicht auch die doppelte Menge an Arbeitsspeicher gut getan hätte? Angesichts der angedachten Anwendungsszenarien und einer längeren geplanten Laufzeit sowie den vernachlässigbaren Zusatzkosten ein Gedanke, der einem in den Sinn kommt.

Je nach gewähltem Modell wird entweder ein i5 oder ein i7 verbaut. Beide Prozessoren stammen aus der 4. Intel-Generation, die noch im 22 nm-Verfahren hergestellt wird. Ab der seit dem ersten Quartal 2015 in Auslieferung befindlichen Generation 5 (Broadwell), werden die CPUs in 14 nm gefertigt, das auch in der kommenden Generation 6 (Skylake), die ab Q4 oder später erwartet wird, der Fertigungsstandard ist.

Im Falle des Full HD-Screens kommt etwa die Intel Haswell CPU mit der zugehörigen integrierten GPU HD 4600 daher. Entsprechend muss der i5-Prozessor einer der Baureihen 4670 oder 4690 entstammen und somit ein Vierkerner (4 Cores, 4 Threads) sein.

Der Ultra HD-Screen greift auf eine Extra-GPU zurück, in dem Falle eine Nvidia Quadro K2200, die für CAD sowie DCC (Digital Content Creation) gedacht und spezifiziert ist (640 Cores, GPU Memory: 4 GB GDDR5). Als Prozessor kommt ein nicht näher spezifizierter Intel i7 zum Einsatz. Hier gibt es eine Vielzahl möglicher Kandidaten, es dürfte sich aber um einen i7 4770 oder i7 4790 handeln.

Sicher ist: Die Arbeit wird wohl von einem Vierkerner (4 Cores, 8 Threads) verrichtet – die i7 Sechskerner und der Achtkerner (jeweils schon mit 5-Präfix, aber Haswell) scheiden aufgrund der ansonsten bekannten Zutaten aus.

Netzwerk und Co: Neben den erwartbaren Standards (Wi-Fi (802.11 a/b/g/n/ac), Ethernet 1Gbps, Bluetooth 4.0 Low Energy) hat Microsoft seinen beiden Screens jeweils noch einen NFC Reader mitgegeben. Die Large Format Displays sind zudem Miracast fähig.

Welche Panel verwendet werden (etwa: IPS) verrät Microsoft nicht. Die Hubs kommen von Microsofts Tochter Perceptive Pixel, die die Geräte entwickelt hat. Die Auflösung ist klar: 1.920 x 1.080p beim Full HD 55-Zöller und 3.840 x 2.160p beim 84-Zoll-Modell – jeweils @ 120 Hz. Als Kontrastwert werden für das kleinere Modell 1.300:1, für den größeren Screen 1.400:1 genannt. An Sensorik stehen passive IR-Sensoren und Ambient Light Sensoren zur Verfügung. Der Screen bietet laut Datenblatt 100-Punkte Multitouch.

Jeder Surface Hub wird mit jeweils zwei zugehörigen Pens ausgeliefert. Die lassen sich beispielsweise nutzen, um über die OneNote-App und simultan Inhalte aus anderen Apps einzufügen, zu bewegen und zu verschieben, was natürlich auch via Touch geht, auch zugleich Stift und Touch. Über Skype for Business teilen Anwender zudem das Display ihres Geräts per Remote über Surface Hub und teilen ihre Konzepte oder Ideen über das Büro hinaus.

Neben integrierten Apps wie Skype for Business oder OneNote ist Surface Hub durch eine große Anzahl an Applikationen individuell anpassbar, verspricht der Hersteller. Auch Apps des eigenen Geräts lassen sich mit Surface Hub verbinden und nutzen. Zudem ist Surface Hub bereit für die Nutzung industriespezifischer Anwendungen.

Jeweils zwei Kameras (jeweils 1.080 p @ 30 fps) gehören ebenfalls zum Ensemble. Diverse Anschlüsse wie USB 3.0, USB 2.0, HDMI, DP und Co. komplettieren das Gerät, das jeweils natürlich auch mit Lautsprechern ausgestattet ist.

In Deutschland ruft Microsoft als UVP auf : 7.896 Euro für den 55-Zöller und 22.449 Euro für den 84″ UHD auf. Zum Vergleich die aktuellen offiziellen US-Preise: Sie liegen bei 6.999 US-Dollar beziehungsweise 19.999 US-Dollar. Wie andere Konzerne hatte auch Microsoft in den vergangenen Monaten das Preisniveau in Euro angehoben (Grund: größere allgemeine Wechselkurs-Unterschiede bei Euro und Dollar). Preise in Schweizer Franken sind aktuell noch nicht bekannt.

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