CES 2017

Quantum Dots versus OLED – Samsung und LG auf der CES

- Auf der großen Bühne in Las Vegas liefern sich die Hersteller den üblichen Wettbewerb. Besonders Samsung und LG setzen dabei jeweils auf unterschiedliche Technologien, um HDR, Ultra HD und Co. besonders schmackhaft rüber zu bringen: Quantum Dots sowie OLED. von Thomas Kletschke

Hauchdünne OLED TVs der W Serie (Foto: LG)

Hauchdünne OLED TVs der W Serie (Foto: LG)

Alle zwei Sekunden wurde im Jahr 2016 ein UHD TV weltweit verkauft. Im vergangenen Jahr wuchs der globale Ultra HD Markt um 70%, zudem steigt die Nachfrage nach Consumer TVs jenseits von 60″ bemerkenswert an – zwei interessante Trends, die Joe Stinziano, EVP bei Samsung Electronics America, anlässlich einer Pressekonferenz auf der CES 2017 schilderte. Dies und die bei Consumern sowie nachfolgend im B2B Segment bedeutender werdenden Themen Farbraum, Dynamik und Luminanz leitet die verschiedenen Hersteller bei ihren Produktvorstellungen.

Wie von Beobachtern erwartet, werden auf der CES 2016 vor allem die bekannten Trends Ultra HD und HDR weiter die Leitthemen der kommenden zwölf Monate sein. Entsprechend sind auch die Technologien OLED und QLED (auch: QD LED, Quantum Dots) stark im Fokus.

Bekanntlich kann OLED auf seine hervorragenden Schwarzwerte, Kontrasteigenschaften, Farbraumeigenschaften und auf seine Energieeffizienz verweisen. Doch auch die für LCD genutzten Quantum Dots (es gibt verschiedene Vor-Lieferanten mit je eigenen Technologien) ermöglichen inzwischen sehr gute Umsetzungen mit vergleichbaren Eigenschaften. Lediglich in Punkto Energieverbrauch dürfte OLED zusammen mit reinem LED (also keine LED hinterleuchteten Screens) noch ein originäres Alleinstellungsmerkmal für sich reklamieren.

So hat Hersteller Samsung eine neue Generation von QLED Screens und QD LED TVs auf den Markt gebracht. Hier wurde eine ganz neue QD Technologie verwendet. Diese soll, so Stinziano in seiner Präsentation vor allem wesentlich langlebigere gleichbleibende Eigenschaften auf Screens garantieren, als es OLED könne. Offenbar ist sich Samsung seiner Sache dabei so sicher, dass der bislang im Vordergrund stehende Begriff SUHD (Quantum Dots wurden in der Kommunikation bislang stets erwähnt, aber nie an erster Stelle), durch das „Q“ ersetzt wird.

Interessant für Business-Märkte ist die Eigenschaft von QLED, dass auch bei sehr hohen Luminanzen ein Auswaschen von Farben kein Thema ist. Im Falle der neuen Samsung QLED TVs ist die Rede von einer DCI-P3 Abdeckung nahe 100% bei exakt 100% Farbvolumen und Luminanzen zwischen 1.500 und 2.000 cd/m² bei sehr hohen Betrachtungswinkeln. Stichworte für B2B: Semi Outdoor oder gar Outdoor Nutzung. Was die Samsung Consumer QLED UHD TVs, die in der oberen Preisklasse angesiedelt sind, auch für B2B interessant machen kann, sind weitere Eigenschaften, unabhängig von QLED: schmalere Bezel (in einem Fall sogar mit einem schicken Rahmen in hellem Holz), noch puristischeres Design sowie ein durchsichtiges Kabel. Ob dessen exakte Spezifikationen wurde allerdings nichts bekannt. Das Modell mit dem Holzrahmen soll im Laufe des Jahres 2017 auf den Markt kommen.

Und LG so? – Setzt natürlich auf OLED und zeigt gleich zehn neue OLED Modelle, deren Flaggschiff das neue Modell LG SIGNATURE OLED TV W ist. LG hat alle neuen Modelle mit Dolby Vision und Dolby Atmos Klang ausgestattet. Während Dolby Atmos als Audio-Komponente erstmals bei LG verbaut wurde, findet sich Dolby Vision als HDR auch in TVs anderer Hersteller.

Quantum Dot UHD TV mit Holzrahmen (Screenshot: invidis)

Quantum Dot UHD TV mit Holzrahmen (Screenshot: invidis)

Die 2017er OLED TV Produktreihe besteht aus den Modellen 77/65W7, 77/65G7, 65/55E7, 65/55C7 und 65/55B7. Auch bei LG Electronics setzt man auf puristische Lösungen, was die Consumer Geräte ebenfalls für B2B Einsötze interessant machen kann (auch wenn LG bekanntlich längst reine OLED Professional Produkte führt). Die B7 und C7 Serien setzen auf ultradünnes Design, die E7 und G7 Serien setzen auf ein Bild-auf-Glas Design und die neuesten W7 Modelle auf ein Bild-an-Wand Design. So ist der 65-Zöller der W7 Reihe 2,57 mm dünn.

In der W7 Serie setzt LG zudem eine weiterentwickelte Version seiner Pixel Dimming Kontrolltechnologie ein. Sie liefert perfektes Schwarz ohne Lichtleckage und sorgt so für ein unendliches Kontrastverhältnis mit einer Milliarde möglicher Farben. Alle 2017er Modelle setzen zudem die hauseigene ULTRA Luminance Technologie ein.

Alle 2017er LG OLED TV-Modelle sind mit Active HDR ausgestattet, um HDR Inhalte der nächsten Genration wiederzugeben, die hellere Szenen sowie detailreichere Schatten bieten. Mit Active HDR können die TVs HDR Inhalte Einzelbild für Einzelbild verarbeiten und, wo nötig, dynamische Daten einfügen. Dadurch sollen bessere Bildergebnisse erreicht werden, selbst wenn der ursprüngliche HDR Inhalt lediglich statische oder keine Metadaten enthält. Alle neuen OLED TVs, die LG auf der CES vorstellt, unterstützen die komplette Bandbreite an HDR Formaten, inklusive Dolby Vision, HDR10 und Hybrid Log Gamma (HLG). Darüber hinaus sind sie in der Lage Advanced HDR von Technicolor zu unterstützen. (Alle technischen Angaben: Hersteller).

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