Metrovision gewinnt den 100. Edeka-Standort

MetrovisionDabei setzt die Metrovision auf ihr Rundum-sorglos-Paket „Live-Message-Flat“. Für monatlich 149 Euro stellt das Unternehmen den Werbekunden ein individuell produziertes Template zur Verfügung, mit dem in nahezu in Echtzeit Werbebotschaften an den gebuchten PoS via Internet gesendet werden können. Große Displays erwarten den Kunden am Eingang sowie im Markt. Ein Mix aus aktuellen Angeboten, Nachrichten, Events, regionalen News und Serviceleistungen informiert den Besucher beim Einkaufen.

In einem Interview erläutert Kay Schulz (links im Bild), Gesellschafter bei der Metrovision, die Strategie von Metrovision:

Man hört aus Medienkreisen immer wieder, dass die Technologie noch nicht ausgereift sei und die Systeme nicht stabil laufen würden. Können Sie das eher bestätigen oder hatten Sie bisher keine Probleme mit der Technik?
Natürlich haben auch wir anfangs Erfahrungen mit der Technik machen müssen, aber das gehört in einem neuen Markt dazu. Zum Beispiel das Thema PC. Die Anforderungen an solche Geräte sind durch die Dauerbelastung sehr hoch. Im Praxistest wurden wir mit Standardkomponenten nicht glücklich. Eine Ausfallquote von 10 % und mehr war für uns inakzeptabel. Daraus haben wir gelernt und setzen mittlerweile auf eine individuelle Hardware-Lösung mit Industriestandards, die ohne Lüfter auskommen und somit auch geräuschlos laufen. Bisher haben wir mit unserer Hardware sehr positive Erfahrungen gemacht.

Das Gleiche gilt für die Software. Auch hier vertrauen wir nur Produkten, die wir selbst getestet haben. Unser Content Management System (CMS) gilt in der Branche als äußerst innovativ, läuft sehr stabil und wird durch unsere CMS-Abteilung nahezu rund um die Uhr überwacht. Auch die Tatsache, dass wir uns eines professionellen Server-Zentrums bedienen, das in zehn Kilometern Entfernung ein redundantes, zweites Serverzentrum stehen hat, gibt unseren Kunden zusätzliche Sicherheit.

Wie Sie eben erwähnt haben, gibt es in Deutschland noch kein signifikantes Netz von PoS-TV-Standorten. Behindert Sie das nicht beim Werbevertrieb?

Die Bedingungen sind natürlich noch alles andere als optimal, sowohl für uns, als auch für unsere Partner. Trotzdem haben wir in den letzten sechs Monaten eine Vielzahl an Edeka-Filialen als Kunden gewonnen. Verteilt auf das gesamte Bundesgebiet und bis zum Ende des Jahres 2008 sind über 300 weitere Märkte geplant. Bei einer durchschnittlichen Besucherzahl von 1750 Kunden pro Tag würden wir dann schon weit über ein halbe Million Kundenkontakte pro Tag direkt am PoS erreichen. Weitere Ausbaustufen sind für 2009 und 2010 geplant. Unser mittelfristiges Ziel sind 1000 Filialen, um der Industrie eine größere Reichweite zu sichern.

Aber um Ihre Frage zu beantworten: Ja und nein. Sicherlich wäre es wünschenswert, bereits heute 1000 Standorte zu vermarkten. Wir sehen es jedoch als unsere Stärke, stabil zu wachsen, denn wir wollen das Unternehmen auf solide Beine stellen. Dazu gehört nun mal auch, Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Gerade in einem neuen Markt mit hohen Ansprüchen. Aus Sicht der Werbeindustrie haben wir bereits jetzt sehr gute Voraussetzungen, um Werbung zu buchen. Wir unterstützen die Werbeindustrie mit Testbuchungen, d.h. wir messen derzeit mit verschiedenen Herstellern den Abverkauf anhand der Kundenbons im Vergleich zu Stores, die noch keine PoS-TVs haben. Die ersten Ergebnisse waren durchgehend positiv zu bewerten. Ich lade weiterhin Interessenten ein, dieses Medium in der Praxis zu testen. Dazu haben wir die Infrastruktur stehen und liefern somit echte Zahlen, um eine Entscheidung für eine bundesweite Kampagne zu erleichtern.

So wie es zurzeit aussieht, teilen sich zwei große Anbieter von Digital-Signage-Systemen den Edeka-Kuchen. Zum einen die Metrovision mit 100 Installationen, zum anderen Neoadvertising mit über 60 Installationen. Beide Unternehmen geben an, in Verhandlungen mit den Edeka-Regionalgesellschaften zu stehen.

Kay Schulz räumt im Gespräch ein, dass bei Inhalten und verwendeten Screens noch Optimierungsbedarf besteht. Die kritische Masse für die Vermarktung sei jetzt allerdings erreicht, so dass Metrovision nun die erforderlichen Maßnahmen ergreift, um stetig in die Verbesserung von Hardware und Content zu investieren.

In Anbetracht der Tatsache, dass viele Digital-Signage-Anbieter Piloten in Edeka-Märkten betreiben, ist es an der Zeit, dass die Edeka-Zentrale den Wildwuchs eindämmt und den einzelnen Edeka-Händlern wenigstens eine Empfehlung für Digital-Signage-Systeme an die Hand gibt. Es ist unwahrscheinlich, dass nur ein Anbieter das Rennen macht. Für die spätere Zusammenführung und gemeinsame Vermarktung des Edeka-Netzwerks wäre es allerdings sehr hilfreich, wenn eine halbwegs homogene Infrastruktur vorliegt.

Solange es noch keine standardisierten Schnittstellen für die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Netzwerken (und damit der Software) gibt, ist eine Lösung aus einer Hand sicherlich der praktikabelste Weg. (eca)

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.