Der Händler sollte mehr Mut entwickeln

- Die 2. Digital-Signage-Konferenz im Oktober wird die neuen digitalen Medien für den PoS von vielen Seiten beleuchten. Ein wichtiger Punkt ist der Bereich des Neuromarketing. Denn Technik allein wird kaum große Veränderungen am PoS bewirken. Im invidis-Interview geht Achim Fringes näher auf das Gebiet des Neuromerchandising ein und erläutert, warum es an der Zeit ist, die Erkenntnisse aus dem Neuromarketing auf den gesamten Handel und auch auf den Dienstleistungssektor auszuweiten. von Oliver Schwede

Achim Fringes


Herr Fringes, Neuromarketing scheint zurzeit ein Trend im Handel zu sein. Was steckt hinter diesem recht medizinisch anmutenden Begriff?

Achim Fringes: Das hört sich nicht nur sehr medizinisch an, es ist auch recht medizinisch.

Die Verfahren, die Neuromarketing benutzt, sind in erster Linie Teile der noch jungen Wissenschaften wie zum Beispiel der Neurobiologie, die zum Ziel hat, Krankheiten wie Alzheimer, Autismus und andere Gehirnkrankheiten besser zu verstehen, aber auch menschliches Verhalten zu untersuchen.

Komplizierte technische Verfahren erlauben – salopp gesagt –, das Gehirn bei der Arbeit zu beobachten. Obwohl die Technik rasante Fortschritte macht und die Ergebnisse immer besser werden, bleiben viele Fragen offen.

Grundsätzliche Fragen, wie Abläufe in einem menschlichen Gehirn genau funktionieren, sind weitgehend noch nicht erforscht. Man stellte fest, dass alles wesentlich komplexer ist, als man noch vor 20 Jahren glaubte. Die Erkenntnisse sowohl der Neurologen als auch der Psychologen sind eine große Enttäuschung für den Menschen, der sich als Krone der Schöpfung sieht. Danach ist die menschliche Fähigkeit des Erkennens und Urteilens leider mehr beschränkt, als es nicht nur den denkbetonenden Anhängern, sondern uns allen lieb sein kann.

Neuromarketing hat einen engen Bezug zur Neuroökonomie, die es schon einige Zeit gibt und im Kern aus den USA kommt.

Das Verhalten von Menschen steht in vielen Bereichen im Widerspruch zu bestimmten Regeln in der Ökonomie; hier können Neurowissenschaftler – oder einfacher gesagt: Hirnforscher – Antworten geben.

Den Homo oeconomicus, der all seine Entscheidungen rein wirtschaftlich trifft, gibt es nachweislich nicht; gleichwohl wird dies weiter gelehrt.

Lesen Sie hier das gesamte Interview. (eca)

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