Rabattschilder stoppen das Denken

- Wer mit Kreditkarte zahlen darf, ist glücklicher. Das ist ein Ergebnis der Neuromarketing-Forschung, wie das P.M. Magazin in der aktuellen Ausgabe 09/08 berichtet. Der Schlüssel des Kreditkartenglücks: Durch die Plastikwährung verlegt der Verbraucher den Geldverlust in die Zukunft. von Oliver Schwede

Bild: Gruner+Jahr

„Neuromarketing ist noch Grundlagenforschung“, erklärt Bernd Weber, Leiter der Forschungsabteilung Neurocognition/Imaging bei der Life & Brain GmbH in Bonn, einer Gründung der Bonner Universität, der Universitätsklinik Bonn und einer Reihe von Forschern. Es liege nahe, dass sich Marketing durch Neuromarketing in Zukunft verbessere. „Weil wir die Prozesse im Gehirn besser verstehen“, so Weber.

Bereits heute liegen Erkenntnisse aus dem Neuromarketing vor, die der Werbung nutzen können. So handelt der Mensch häufig gegen besseres Wissen – und ist glücklich damit: Weber ließ Testpersonen ein Musikstück zu einem fiktiv herabgesetzten Preis kaufen: 43 Cent. Erfuhr der Käufer anschließend, dass der Preis normalerweise einen Euro beträgt, war die „Nachkaufzufriedenheit“ im Hirn groß. Lag der Ursprungspreis nur bei 50 Cent, war die Nachkaufzufriedenheit geringer. In Geschäften werden derartige Schnäppchen gern mit Vorher-Nachher-Preisschildern suggeriert. Das Wissen, dass es sich dabei um einen Werbetrick handelt, schützt den Verbraucher nicht. Weber: „Unser Belohnungssystem springt davon unabhängig an.“

Neuromarketing wird auch eines der Themen sein, die am 21. Oktober während der 2. Digital-Signage-Konferenz zur Sprache kommen. Sowohl Achim Fringes von der Unternehmensberatung Vis a Vis, als auch Dr. Peter Fischer von der 4m Werbeagentur nehmen dieses Thema auf. Wie Emotionen verkaufsfördernd eingesetzt werden können und welche Rolle dabei digitale Medien spielen, erläutern die beiden Experten anhand von Beispielen aus der Praxis.

Mehr Informationen zur 2. Digital-Signage-Konferenz finden Sie hier.
(eca)

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