Dooh give – not take

- Unter dem Motto stand der letzte Vortrag an diesem Konferenztag. Simone Ashoff von der Agentur Jung von Matt/next appellierte an alle Teilnehmer, die Chancen, die digitale out-of-home Medien bieten, auch entsprechend zu nutzen. von Oliver Schwede

Simone Ashoff von Jung von Matt /Next


Die Beispiele, die sie dazu aufführte, waren vielleicht ein wenig extravagant (www.nextwall.net), zeigten aber deutlich, dass die bisherigen Kampagnen die Möglichkeiten des neuen Mediums bei weitem noch nicht ausreizen.

Denn eines scheinen die meisten Kreativen bei der Gestaltung ihrer Kampagnen nicht zu berücksichtigen: Marketing und Medien werden durch die Konsumenten geprägt. Die alten Spielregeln zwischen Werbetreibenden und Konsumenten gelten laut Ashoff nicht mehr. Das beste Beispiel dafür sei Apple. Die Käufer zelebrieren die Marke und sorgen für ein kostenloses und überaus effektives Marketing, ohne das Apple dies aktiv steuern muss.

Doch der Schuss kann auch nach hinten los gehen, so Ashoff. Dies belegt sie mit dem Beispiel des US Unternehmens Kryptonite, einem Hersteller von Fahrradschlössers. Dieser musste aufgrund eines Videos auf youtube, in dem ein Kunde ein Schloss des Herstellers mit einem Stift knackt, eine Rückrufaktion durchführen, die dem Unternehmen einen irreparablen Imageschaden einbrachte.

Dooh sollte nach Aussagen von Ashoff die technischen und kreativen Chancen nutzen, die das neue Medium bietet, um ungewöhnliche und emotionale „Werbung“ zu kreieren. Denn Dooh sei weder TV noch Plakat. Daher muss das Medium nach eigenen Regeln genutzt werden, deren Grenzen noch lange nicht ausgelotet sind.

Dooh give – not take: gib den Konsumenten Dinge die sie lieben, die sie weiter erzählen, die sie inspirieren. Am Beispiel der interaktiven „Adobe Creative Suite 3“ Kampagne, die in NY zu sehen war, machte Ashoff deutlich, welche bildgewaltige und vereinnahmende Wirkung digitale out-of-home Werbung haben.

Insgesamt ein sehr kreativer Vortrag, dem leider ein wenig der Bezug zu den alltäglichen Kampagnen fehlte. Sicherlich gibt es keine Kochrezepte für gute Dooh-Werbung, einige praktische Hinweise hätten den Zuhörern aber bestimmt gefallen. Wollen wir hoffen, dass sich Agenturen wie Jung von Matt/next öfters in das Gespräch um die Dooh-Medien mischen und der Branche positive Impulse geben.
(eca)

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