Broadsign verbindet Netzwerke

- Der SaaS-Anbieter Broadsign macht sich Gedanken wie man das Geschäft mit den DooH-Werbenetzwerken verbessern kann und bietet dazu eine neue Software, die sich Broadsign Open nennt. In einem Grundsatzpapier legt Brian Dusho, CEO Broadsign, seine Gedanken und Ziele offen, die das Unternehmen mit Broadsign Open erreichen möchte. von Oliver Schwede

Broadsign Open soll Kampagnen Ausführung automatisieren

Brian Dusho stellt in seinen Ausführungen ein Konzept vor, das automatisierte Kampagnen über unterschiedliche Netzwerke hinweg ermöglichen soll. Eines der wichtigsten Hindernisse ist seiner Meinung nach der Mangel an einer Technologien, die es ermöglicht Kampagnen automatisiert über mehrere Netze zu realisieren – von der Buchung über die Überwachung bis hin zum Proof-of-Play-Bericht.

Aggregatoren wie bpsw. Argo Digital Solution, SeeSaw, AdCentricity, Bookingdooh stellen Web-Schnittstellen bereit, die einem Mediaplaner eine einheitliche Sicht auf unterschiedlichste Netzwerke bietet. Zweifellos eine erhebliche Erleichterung für den Anwender. Allerdings bieten diese Aggregator-Plattformen nur Unterstützung bei der Planung und nicht bei der Durchführung der Kampagnen. Wenn es um die tatsächliche Erfüllung einer Kampagne geht, dann kommt hinter den Kulissen zum größten Teil Low-Tech zum Einsatz. Per Telefon, Mail oder auch Fax werden die Aufträge umgesetzt – in Zeiten des Internet eine antiquierte Vorgehensweise, die weder effizient ist, noch die Kosten reduziert.

Eine Lösung für das Problem will Broadsign mit der Broadsign Open API gefunden haben. Die Anfang 2009 eingeführte Broadsign Broadsign Open API (Application Protocol Interface) öffnet jedes Broadsign basierte Netzwerk mittels des Broadsign Server gegenüber einem Dienstleistungsanbieter wie den Aggregatoren. Dies ist möglich da alle Broadsign basierten Netzwerke in einer gemeinsamen Server-Farm gehostet werden. Mittels der Broadsign Open API wird eine Verbindung zwischen den normalerweise getrennten virtuellen Servern hergestellt und eine Schnittstelle zu Drittanbietern bereitgestellt. Damit soll die netzübergreifende Platzierung von Werbung in den unterschiedlichen Netzen möglich sein. Der vollständige Zyklus umfasst neben der Planung und dem Einkauf, Funktionen wie Aufnahme
Bestellungen, die Verteilung der Inhalte und den Proof-of-Play.

Im Mai 2009 integrierte Broadsign dazu seine Broadsign Open API in die Lösung „rVue“ von Argo Digital Solution. Damit wurde das rVue Medien Planungs-Tool mit Broadsign’s automatisierten Kampagnen Ausführung Modul kombiniert. Das bedeutet, dass von nun an jede Kampagne, die mittels rVue geplant wird, gänzlich automatisiert über alle Broadsign Netzwerke geschaltet werden kann.

Stellt sich die Frage ob Broadsign nun in den Wettbewerb mit den Aggregatoren tritt. Laut Brian Dusho, CEO Broadsign, ist dem nicht so. Durch das Hinzufügen des fehlenden Technologie-Moduls zur automatisierten Kampagnen Ausführung will Broadsign die Arbeit der Aggregatoren effizienter und damit kosteneffektiver gestalten.
Alle Aggregatoren können eine Verbindung zu Broadsign basierten Netzwerken über Broadsign Open herstellen. Damit haben sie Zugang zu 160 Netzen in 25 Ländern. Dazu ist allerdings die Zustimmung des jeweiligen Netzwerkbetreibers notwendig.

Hinter dem Angebot steht auch ein Business Modell. Broadsign wird für die Nutzung von Broadsign Open eine Transaktionsgebühr erheben. Laut Brian Dusho wird dies allerdings nicht zu einer Verteuerung der Werbung führen, da durch die Effizienzsteigerung auf Seiten der Aggregatoren Kosten eingespart werden, die die Transaktionskosten zumindest ausgleichen sollen. Für Netzwerkbetreiber soll das Ganze kostenlos sein. Sie können jederzeit entscheiden ob sie einer Buchung im Netzwerk zustimmen oder nicht. So könnten verbleibende Restkapazitäten besser genutzt werden.

Brian Dusho fasst die Vorteile wie folgt zusammen:

  • Werbetreibende erhalten einen „one-stop-shop“ Zugang zu allen Broadsign betriebenen Netzen
  • Werbetreibende profitieren von einer schnelleren Kampagnenbuchung und -verarbeitung inklusive Proof-of-Play
  • Aggregatoren bekommen ein automatisiertes Kampagnenrealisierungs-Modul, das einen erheblichen Anteil an manueller Arbeit und Kommunikation ersetzt
  • Aggregatoren haben einen Zugangspunkt zu 160 Netzen weltweit
  • Die einzelnen Netzwerke werden Teil eines großen Verbundes, was zu höheren Werbeeinnahmen führen kann und das Risiko sowie die Kosten reduzieren soll. Das gilt auch für kleinste Netzwerke ab einem Bildschirm

invidis Kommentar

Ein intelligenter Ansatz der darauf basiert, dass Broadsign eine kritische Masse an Kunden besitzt, deren Geschäftsmodell auf Vermarktung basiert. Sollten die ersten Aggregatoren auf den Zug aufspringen werden sich die verbleibenden unter Zugzwang sehen. Der Verzicht auf 160 Netzwerke oder ineffiziente manuelle Prozesse wird sich nur schwer in Richtung Kunden kommunizieren lassen.

(eca)

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