Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht

- Seit über 60 Jahren hat Deutschland nichts Vergleichbares erlebt – eine wirtschaftliche Krise, handgemacht durch die Exzesse der Märkte und seiner maßlosen Dompteure. Jeder, der diesen Sturm übersteht, verdient Anerkennung. Auch die Digital Signage-Branche segelte 2009 auf nervösem Wasser. Viele Marktteilnehmer haben Schiffbruch erlitten, andere neue Projekte und Standorte hinzugewonnen. Die Rezession treibt den natürlichen Selektionsprozess auch in unserer Branche voran – eine Marktbereinigung, die nicht immer fair, aber nötig ist. von Oliver Schwede

Sven C. Jacobi, Managing Partner Neo Advertising GmbH Deutschland

Für Neo Advertising, war das Jahr akademisch wichtig. Wir mussten lernen, uns der neuen Marktsituation anzupassen. Nachhaltigkeit und Qualität rückten in den Vordergrund – Fokussierung und Ökonomie waren dabei unsere wichtigsten Berater.

Neo Advertising konnte seine Werbeumsätze in Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöhen. Parallel dazu konnte die Anzahl unserer Werbeträgerstandorte signifikant erweitert werden.

Besonders hervorzuheben war 2009 Deutschlands größte Digital Out Of Home Marktforschung. Nielsen konnte beweisen, dass Digital Signage verkaufsfördernd wirkt und eine höhere Awareness erzielt als klassische Medien am POS – Ein Ritterschlag für DOOH. Neue Werbepartner und langfristige Kooperationsverträge waren die Folge.

Ein weiterer Höhepunkt war der nationale CinemaxX Roll-Out. Auf knapp 1.000 Bildschirmen verwaltet, gestaltet und vermarktet Neo Advertising vier unterschiedliche Programme, sendet live, und das in zwei unterschiedlichen Formaten.

Mit 2009 endet nicht nur ein Jahr voller Gerüchte, Unverhältnismäßigkeiten und jungfräulichem Enthusiasmus, sondern möglicherweise auch die wilde Goldgräberära. DOOH braucht Zeit um seine Flügel zu entfalten. Wer das schnelle Geld erzwingen wollte, wurde oft enttäuscht – Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Die Branche wirft einen positiven und fokussierten Blick nach vorn. 2010 wird ein gutes Jahr. Die Werbespendings werden sich erholen und Unternehmen werden erneut in den Ausbau Ihrer digitalen Zukunft investieren. Euphorie ist trotzdem unangebracht – doch Bescheidenheit eine Tugend.

Sven C. Jacobi

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