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JCDecaux erwirbt via Gewista Ungarngeschäft der Epamedia

- Rückkehr nach Ungarn: Über seine Mehrheitsbeteiligung Gewista hat Außenwerber JCDecaux zu 100% das Ungarn-Geschäft der österreichischen Epamedia gekauft. Erst vor einigen Wochen war die Epamedia-Gruppe an den slowakischen Investor JOJ Media House verkauft worden. JOJ Media House wird von Richard Flimel – dem alleinigen Besitzer der Holding – kontrolliert. von Peter Beck

Die Gewista kauft das Ungarngeschäft des Mitbewerbers Epamedia (Foto: Gewista)

Die Gewista kauft das Ungarngeschäft des Mitbewerbers Epamedia (Foto: Gewista)

Bereits in der Vergangenheit war JCDecaux in Ungarn aktiv. Allerdings zog sich der französische Konzern 2009 durch die Auflösung des von JCDecaux und Affichage Holding gehaltenen Joint Ventures für Mittel- und Osteuropa aus dem ungarischen Markt zurück. Nun will man wieder im Außenwerbemarkt Ungarns aktiv werden.

Nachdem erst vor etwa einem Monat die von der österreichischen Bankengruppe Raiffeisen gehaltene Epamedia an die JOJ verkauft worden war, hat der neue Eigner unter Richard Flimel das Ungarngeschäft herausgelöst und an JCDecaux weitergereicht. Das Österreich-Business der Epamedia ist von dem Verkauf nicht betroffen.

Durch den Kauf der Epamedia-Anteile in Österreich ist die mehrheitlich von JCDecaux gehaltene Gewista jetzt neben Österreich auch in Prag, Bratislava, Laibach und Budapest aktiv. Die Epamedia hatte im Jahr 2011 einen Verlust von 90 Millionen Euro machen müssen. Von dem Minus fielen 10 Millionen Euro operativ an, 80 Millionen Euro wegen Abschreibungen und Einmaleffekten – vor allem in Ungarn. Die Raiffeisen-Holding musste binnen zwei Jahren 100 Millionen Euro Kapital zuschießen – die Epamedia-Eigenkapitaldecke war äußerst dünn geworden.

Kleine Lösung: Epamedia konzentriert sich auf Österreich

Die österreichische Epamedia wird jetzt allein von Wolfgang Wagner geführt. Wagner war bereits zuvor mit der Ex-ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner Geschäftsführer. Lindner, die in den letzten Jahren die Sanierungsbemühungen bei der Epamedia führte, scheidet im Zuge des Eigentümerwechsels aus der Geschäftsführung der Epamedia im Dezember 2012 aus. Jetzt konzentriert sich die von JOJ gehaltene Epamedia auf das Geschäft in Österreich. Bereits in den vergangenen Jahren wurden laut der österreichischen Wirtschaftstageszeitung „Wirtschaftsblatt“ bereits vier Töchter in Moldawien, Serbien, Slowenien und Polen geschlossen beziehungsweise verkauft.

Die aus der alten Epamedia herausgelösten Ungarngeschäfte werden von der in Wien ansässigen Gewista geführt. Mit 67% ist die JCDecaux Central und Eastern Europe Holding Hauptgesellschafter der Gewista. Die restlichen 33% hält die österreichische Progress Beteiligungsgesellschaft m.b.H. Zu 60% gehört die Progress einer Beteiligung der Wiener Städtischen/ Vienna Insurance Group AG Versicherung Gruppe AG, die restlichen 40% befinden sich – ebenfalls über ein Beteiligungsvehikel – im Besitz der Verband der Wiener Arbeiterheime. Im Jahr 2001 setzte die Gewista 141 Millionen Euro um, nach 143 Millionen Euro im Vorjahr.

Die jetzt erworbene Epamedia Ungarn hat nach Angaben des Neu-Eigentümers Gewista/ JCDEcaux-Gruppe einen 25 Jahre laufenden Vertrag mit der Stadt Budapest über die Errichtung und den Betrieb von Fahrgastunterständen. Auch für die JCDecaux-Tochter Wall AG hat der Ungarn-Einkauf Folgen. Man werde nun auch „in der Lage sein, den von der Wall AG nach einer europaweiten Ausschreibung in 2006 abgeschlossenen 25-Jahre-Vertrag über freistehende City Light-Werbeflächen sowie Großflächen mit Wechsleranlagen besser umsetzen zu können“, so JCDecaux-Co-CEO Jean-François Decaux in einer Mitteilung von JCDecaux.

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