Ströer Infoscreen

Pionier der digitalen Außenwerbung feiert Geburtstag

- Infoscreen  feiert ihr 20-jähriges Jubiläum. Am 15. Februar 1994 wurde die erste Projektionsfläche  in der U-Bahnstation Odeonsplatz in München in Betrieb genommen. Dies war zeitgleich der Startschuss für die digitale Außenwerbung in Deutschland. von Florian Rotberg

Infoscreen 2005 München

Infoscreen 2005 München

Die Geburtsstunde von DooH ist formell sogar 1991 als in Nürnberg die Infoscreen Gesellschaft für Stadtinformationsanlagen mbH gegründet wurde. 1994 beteiligte sich der Außenwerber Ströer an Infoscreen und brachte damit die Vermarktungskompetenz mit an Bord. Nach Störer beteiligt sich auch Thyssen-Krupp an Infoscreen mit  fast 75% an der Gesellschaft. Zehn Jahre später im November 2004 übernahm Ströer dann alle Anteile an Infoscreen für einen hohen einstelligen Millionen Euro Betrag .

Stefan Kuhlow war der Ströer-Mann erster Stunde der zwischen 1994 bis Mitte 2013 aus Infoscreen einen europaweit führenden DooH-Anbieter in Bahnhöfen aufbaute. Zwischenzeitlich agierte Infoscreen auch in Wien (heute Gewista/JCDecaux Tochter) und es bestanden Verträge für Fahrgast-TV in London (Dockland Light Railway)

Seit 2006 erweiterte Infoscreen das Angebot um Display-basierte Werbeflächen in den Bahnhöfen der Deutsche Bahn. Station Screen war geboren – eine anfänglich Plasma-basierte 4×4 Videowall auf Bahnsteigen oder in Bahnhofsgebäuden.

Infoscreen 1994 - ein Rückblick auf den ersten DooH Content

Infoscreen 1994 – ein Rückblick auf den ersten DooH Content

Der große Durchbruch für DooH fand 2010 mit dem Roll-out des Out-of-Home-Channels statt. Das Stelen-basierte Netzwerk umfasst heute mehr als 1200 Flächen an den über 200 frequenzstärksten Bahnhöfen Deutschlands. Das erste wirklich nationale DooH-Netzwerk in Deutschland brachte den lang erhofften Durchbruch für digitale Außenwerbung. Ende 2011 erweiterte Infoscreen das Angebot jenseits der Bahnhöfe mit der Übernahme der ECE Flatmedia. Mehr als 1000 Displays (abgependelt von der Decke oder als OC-Stele) sind heute in mehr als 50 ECE Einkaufszentren bundesweit installiert und in der Vermarktung.

Infoscreen erwirtschaftet heute fast 10% des Außenwerbe-Umsatzes der Ströer Gruppe und ist somit eine strategisch relevante Tochter von Ströer Media. Seit 2011 baut Ströer den Konzern von einem Außenwerbe- zu einem Multikanalanbieter um. Neben Außenwerbung (Klassik und Digital) setzen die Kölner nun zusätzlich auf Online-Vermarktung als zweite Säule. Der Strategiewechsel brachte auch einige personelle Veränderungen im Konzern und insbesondere für Infoscreen mit sich. Im vergangen Jahr verabschiedeten sich das Infoscreen Urgestein Stefan Kuhlow und Kai Thäsler u.a. aus der Geschäftsführung von Infoscreen. Nachfolger wurde der Infoscreen-Pionier Alexander Fürthner.

„Die Idee, Passanten eine willkommene Unterhaltung aus redaktionellem Content und Werbung in Wartesituationen anzubieten, hat sich bis heute bewährt und wurde von uns ständig vorangetrieben“, so Alexander Fürthner, Geschäftsführer der Infoscreen GmbH. „Auch für die Zukunft gilt: Wir stehen für die Weiterentwicklung der Gattung Digital Out-of-Home.“

Infoscreen Anno 2005 - Düsseldorf Heinrich Heine Allee

Infoscreen Anno 2005 – Düsseldorf Heinrich Heine Allee

Herausforderung Vermarktung

Infoscreen hat es in den 90er Jahren geschafft, erfolgreich die Brücke zwischen Fernsehen und klassischer Außenwerbung zu schlagen. Eine neue Dimension erreichte die digitale Außenwerbung durch Ströer mit dem Launch des Out-of-Home-Channels an Bahnhöfen. Inzwischen vermarktet das Unternehmen insgesamt rund 2.500 digitale Screens für Bewegtbildwerbung im öffentlichen Raum in Deutschland. Die Gruppe hat damit eines der weltweit größten digitalen Produktangebote mit nationaler Reichweite geschaffen.

Seit einem Jahr setzt Ströer neben klassischer und digitaler Außenwerbung auch auf die Vermarktung von Online-Werbung. Im Fokus steht das Bewegtbild – sowohl bei DooH wie auch Online. Der Public Video-Kanal (DOOH) von Ströer generiert mehr als 500 Millionen Ad Impressions pro Woche und erreicht die Passanten an Bahnhöfen, in Einkaufszentren und Flughäfen.

„Von den klassischen Plakatmedien über digitale Großbildflächen bis hin zum Out-of-Home-Channel ist die Außenwerbung eine der innovativsten Werbeformen und bietet eine perfekte und zielgruppengenaue Ansprache für das digitale Zeitalter“, erklärt Esther Raff, Geschäftsführerin Nationale Vermarktung der Ströer Media Deutschland GmbH

20 Jahre Infoscreen

20 Jahre Infoscreen

20 Jahre Infoscreen – Damals & Heute

Wie kam und kommt das Programm auf die Infoscreens?

  • Das Bild wird über Projektoren auf die gegenüber liegenden Bildschirme projiziert. Die Datenübertragung auf den Projektor erfolgte 1994 über eine portable Festplatte, die der Techniker manuell an den Projektor vor Ort anschließen musste, um das Programm zu übertragen. Heute wird das Programm über ein DSL-Signal von München aus, deutschlandweit, zu den einzelnen Screens gespielt.

Was passierte, wenn sich das Programm mal auf gehangen hatte?

  • Dann musste bzw. wird auch heute noch der Projektor neu gestartet. Vor 20 Jahren war das allerdings eine sportliche Herausforderung. Über eine Leiter gelangte man an den Projektor, musste das Gehäuse aufschrauben und dann auf den Resetknopf drücken. Heute erfolgt das über einen Klick am Computer.

Ein Spot dauert 5 bis 30 Sekunden…

  • …und hat sich seit 1994 sehr verändert. Anfangs wurden digitale Diashows produziert. Über einen Drei-Schritt-Aufbau wurden bitmap-Bilder nacheinander abgespielt, sodass der Eindruck eines bewegten Bildes entstand. Bis 1995 waren das nur typografische Layouts mit Schrift und Grafik, danach wurden auch Bilder eingebaut. Mit der Jahrtausendwende kam das Format mpeg-2 und es konnte „echtes Bewegtbild“ produziert werden.
  • Damals wie heute, ist die Programmvielfalt wichtig: neben der Werbung, waren die Säulen Nachrichten und Wetter sowie Kultur- und Veranstaltungstipps von Anfang an Teil des Programms. Im Gegensatz zu den Contentpartnern heute, die die Inhalte aufbereiten, wurden damals Zeitungen und Stadtmagazine von den Infoscreen-Mitarbeitern nach Informationen durchforstet. Mit jeder neuen Infoscreen-Stadt wurde das Programm differenzierter: lokale Nachrichten, das Wetter und die Tipps für Veranstaltungen werden seit Anfang an stadtspezifisch aufbereitet.

[Update 18.02.2014 05:54h | Thyssen-Krupp beteiligte sich erst nach dem Launch im Februar 1994 an Infoscreen. Die Gründung 1991 erfolgte durch einige Privatpersonen und Investoren noch ohne Thyssen-Krupp]

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