DooH-Interview

Interview mit Thorsten Ebbing von Kinetic Worldwide Germany

- Lesen Sie nun aus unserer Reihe der Experteninterviews mit Marktteilnehmern aus der DooH-Branche das Gespräch mit Thorsten Ebbing von Kinetic Worldwide Germany. von Theresa Amann

Thorsten Ebbing, COO Kinetic Worldwide Germany (Bild: Kinetic Worldwide Germany)

Thorsten Ebbing, COO von Kinetic Worldwide Germany (Bild: Kinetic)

Interview mit Thorsten Ebbing von Kinetic Worldwide Germany:

Agenturen sind der Schlüssel zur Finanzierung der DooH-Netzwerke. Wie bewerten Sie das aktuelle DooH-Gesamtangebot im deutschen Markt im Hinblick auf die Attraktivität für Werbekunden?

Thorsten Ebbing: Das Digital-out-of-Home-Angebot ist in Deutschland mittlerweile sehr vielfältig. Es beschränkt sich jedoch meist auf Indoor-Touchpoints wie beispielsweise Bahnhöfe, Flughäfen, Kinos, Tankstellen, Einkaufszentren oder den Lebensmitteleinzelhandel. Zudem sind die Netzwerke teilweise nur regional ausgebaut. Das erschwert natürlich immer noch die Umsetzung nationaler beziehungsweise reichweitenstarker Kampagnen.

Welche Vorteile sehen Sie im DooH gegenüber anderen Werbemitteln? Was kann das Medium, was andere nicht können? Was macht das DooH-Medium für Kunden attraktiv?

Thorsten Ebbing: Wir können mit digitaler Werbung bereits jetzt schon viel für unsere Kunden erreichen. Für uns wie für die Werbungtreibenden ist es ein enormer Benefit, dass Kampagnen-Motive kurzfristig ausgewechselt und Zielgruppen zu Zeiten erreicht werden können, die über andere Werbekanäle nicht abgedeckt werden können. Außenwerbung wird durch DooH also noch feiner aussteuerbar, aktueller und noch besser mit anderen Medien verknüpfbar.

Neben den Vorteilen gibt es in dem recht jungen Medium bestimmt auch Schattenseiten. Welche Nachteile sehen Sie für Kunden aber auch für Agenturen?

Thorsten Ebbing: Ein Nachteil des noch recht jungen Marktes sind die fehlenden Standardisierungen sowie größtenteils fehlenden Leistungswerte der jeweiligen Netzwerke. Agenturen haben hierdurch die Herausforderung, neue Planungsansätze und Tools zu entwickeln, die DooH-Netzwerke entsprechend berücksichtigen und sinnvoll im Mediamix integrieren. Deshalb freuen wir uns auf die angekündigten Leistungswerte für digitale Netze, die digitale Medien mit klassischen Werbeträgern vergleichbar und damit präziser planbar machen werden.

Reichweiten und Zielgruppen sind wichtige Kriterien für die Kampagnenplanung. Gibt es aktuell genügend große Netzwerke oder müssen die Netzwerke weiter ausgebaut werden, um für Werbekunden und Agenturen relevant zu werden?

Thorsten Ebbing: Einzelne Netzwerke können bereits eine nationale Abdeckung gewährleisten, allen voran die Netze von Infoscreen in Bahnhöfen und Shopping Malls. Die Attraktivität von Digital-out-of-Home nimmt hinsichtlich der Reichweitenoptimierung also deutlich zu. Und gerade für kleine bis mittlere Budgets hat DooH einen klaren Vorteil im Vergleich zum analogen großen Bruder: Nationale Reichweite kann beispielsweise durch die taktische Verteilung auf Frequenzpunkte schneller anwachsen.

Während etablierte Medien über standardisierte Leistungsmessungen, Reportings und Buchungstools verfügen, fehlen diese weitestgehend in der DooH-Welt. Wie kritisch beurteilen Sie diese Situation aus Sicht der Agentur?

Thorsten Ebbing: Wie schon erwähnt sind sowohl Leistungsmessungen als auch Durchführungsnachweise und lückenlose Reportings essentiell, um DooH in Deutschland weiter zu etablieren. Hier werden ja aktuell seitens verschiedener Anbieter Anstrengungen unternommen, um entsprechende Standards für DooH zu schaffen.

Die Planung und Buchung über verschiedene Netzwerke erfordert aktuell noch viel Handarbeit. Welche Hürde stellt dies für Agenturen dar und welche Hilfsmittel sollten durch Netzwerkbetreiber schnellst möglich zur Verfügung gestellt werden, um diese Situation zu verbessern?

Thorsten Ebbing: Die Planung und Buchung sowie die gezielte Zusammenstellung von unterschiedlichen DooH-Netzwerken gehören zum Handwerk von Kinetic und sind somit keine Hürde. Jedoch würden Standardisierungen oder beispielweise automatisierte Freizahlen oder Buchungssysteme helfen, den operativen Aufwand zu minimieren.

Vielen Dank für das Interview!

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