Vodafone Flagshipstore Frankfurt

Große Wirkung mit frischem Content-Konzept

- Flagshipstores sind die Champions League – hier ist vieles erlaubt, was flächendeckend nie genehmigt würde. So ist der Ladenbau aufwändiger und die Inszenierung ausgefallener. Auch Digital Signage-Installationen sind größer, innovativer und „more engaging“. Vodafone ist hier keine Ausnahme – die Flagshipstores der Düsseldorfer sind sehenswert. Eine invidis Site Inspection mit Überraschungen. von Florian Rotberg

Vodafone Flagshipstore Frankfurt (Foto: invidis)

Vodafone Flagshipstore Frankfurt (Foto: invidis)

So unterschiedlich können Retail-Konzepte wirken. invidis consulting war im Juni kurz nach der Eröffnung des Hamburger Flagshipstore von Vodafone zu Besuch (invidis Site Inspection), um die Digital Signage-Videowalls und den Content persönlich zu inspizieren. Die Erwartungen waren hoch und die Enttäuschung leider groß. Trotz großer Investitionen (über 80 Videowall-Displays) an einer der feinsten Adressen der Republik, konnte das digitale Instore-Kommunikationskonzept nicht überzeugen. Jetzt hatten wir Gelegenheit das neue Vodafone Storekonzept auch auf der Frankfurter Zeil zu besichtigen und zu vergleichen. Um es vorweg zu nehmen: Wir sind begeistert.

Die Installation

Die Digital Signage-Module sind dieselben wie in Hamburg oder Köln. Videowalls (an einem Kubus zentral im Eingangsbereich, Wand montierte Videowalls und Stelen (High Brightness) im Schaufenster. Über Nacht laufen ausschließlich die Schaufensterstelen und bieten somit eine 24/7 digitale Kommunikationsplattform.

Im Gegensatz zu Hamburg/Köln ist das Ladenlokal nur einstöckig und die Videowalls reichen mit nur drei Portrait Display-Einheiten vom Boden bis zur Decke. Neben der Haupt Videowall (3×4 Portrait) ist eine weitere Wall (3×3 Portrait) an der Rückwand am Ladenende installiert. Die hintere Wall liegt in der direkten Sichtachse und ist somit gut von der Fußgängerzone aus sichtbar. Eine weitere 1×3 Portrait-Wall ist zwischen den beiden großen Walls an einer tragenden Säule im Store installiert. Somit ergibt sich in der Breite ein Gesamtbild von acht Spalten á drei Displays. Vom Eingang aus erzielt die Installation eine große Wirkung mit „nur“ 24 Displays.

Zusätzlich sind noch die beiden High Brightness-Stelen in der jeweiligen Ecke der Schaufensterfläche installiert. Die beiden weiß-roten Stelen wirken allerdings auf einer separaten Wahrnehmungsebene und zielen primär auf Passanten nach Ladenschluss.

Die Anzahl der Displays, Höhe der Installation und Verteilung auf der Fläche sind überzeugend realisiert. Natürlich unterstützt auch der klar gegliederte Grundriss der Frankfurter Filiale eine klare und effiziente digitale Markenkommunikation.

Der Content

Vodafone Flagshipstore Frankfurt (Foto: invidis)

Vodafone Flagshipstore Frankfurt (Foto: invidis)

Neben der Hardware überzeugt insbesondere der Content. Konsequent wurde das Content-Konzept weiterentwickelt und wirkt jetzt aus einem Guss und für Digital Signage optimiert. Mit Moving Graphics, Stills, Animation und TV-Clips nutzt Vodafone alle Grafik-Formate – die Videowalls sind synchronisiert und der Content verfügt über einen eindeutigen Vodafone-Touch.

Ein Kernelement sind 9×16-formatige Kacheln, die – wie Filmstreifen animiert – in verschiedene Geschwindigkeit von unten nach oben über die Videowall ziehen. In Kombination mit aktuellen Angeboten, Stills von aktuellen Kampagnenmotiven, zieht der Content die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. So funktioniert Digital Signage auch ohne direkte Interaktion (die integrieren Kinetic-Bewegungssensoren werden aktuell nicht genutzt).

Der Übergang von einem Content Modul zum nächsten erfolgt über die Vodafone-Radar Animation, die ein zentrales Element des Vodafone CI ist. Noch nicht alle Motive sind optimiert, aber die Nutzung von Puls-Animation, Moving Graphics und selten überfrachteten After Effects Animationen überzeugt. Der Content ist unique und trägt eindeutig die Handschrift des „roten“ Telekommunikationsanbieters.

Was uns noch stört?

Der Flipchart – trotz dutzenden von Displays möchte man auch im Frankfurter Flagshipstore nicht auf ein handgemaltes Flipchart im Eingangsbereich verzichten. Es scheint bis heute keine adäquaten digitalen Ersatz für Flipcharts zu geben. Einzig die Deutsche Telekom verzichtet auf Papier-basierte, handgeschriebene POS-Werbung. Bei Vodafone, E-Plus und O2 zählt das Flipchart zur festen Kommunikationsausausstattung, insbesondere bei Franchise-Partner auch oft mit kreativer Rechtschreibung.

Liebe Telekommunikationsindustrie, lasst uns doch wissen was das Flipchart so unersetzlich macht. Die Digital Signage-Industrie findet bestimmt eine CI-konforme, dynamische und zentral-gemanaged Alternative. Oder ist es das unperfekte, individuelle das den Unterschied macht?

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