invidis Analyse

Public Video – Ströer setzt alle Hebel in Bewegung

- Ströer profitiert von der momentan starken Nachfrage im Außenwerbemarkt in Deutschland – teilweise auch getrieben durch Nachholeffekte des ersten Kalenderhalbjahres. Im laufenden Quartal wird das Wachstum wieder geringer ausfallen, auch aufgrund von Vergleichseffekten mit dem extrem guten 4. Quartal in 2013. von Florian Rotberg

Public Video-Portfolio: Station Video-Screen in Frankfurt am Main (Foto: Ströer)

Public Video-Portfolio: Station Video-Screen in Frankfurt am Main (Foto: Ströer)

Für das Gesamtjahr erwartet das Team um Udo Müller ein Wachstum von mindestens 10%. Perspektivisch erwarten die Kölner einen OoH-Marktanteil von 8% am Gesamtwerbemarkt in Deutschland.

Gemessen an den deutschen Gesamtumsätzen von Ströer erreicht DooH einen Marktanteil von 10-12%. In vermarkten Werbeflächen stellt sich das Verhältnis von statischen zu digitalen weitaus einseitiger heraus: 240.000 statische Posterflächen zu 4.000 digitalen. Gerade mal 1,7% der Flächen sind digital – erreichen aber schon 10-12% der Umsätze.

Ströer Station Video am Hbf Stuttgart (Foto: Ströer)

Ströer Station Video am Hbf Stuttgart (Foto: Ströer)

Da der Erfolg des abgelaufen Quartals kein einmaliges Ereignis sein soll, setzt Ströer besonders zwei Hebel in Bewegung:

1) Die Kombination von Public Video (DooH) und Online

  • Insbesondere forciert man die im September auch auf der OVAB Conference von COO Christian Schmalz vorgestellte Adserver-Lösung. Bestandskunden setzen vermehrt auf Außenwerbung und kombinierte Multiscreen-Kampagnen. Die Relevanz beim Kunden konnte spürbar gesteigert werden.
  • Bei H&M ist Ströer zum wichtigsten Werbepartner aufgestiegen. 58% aller Werbeausgaben des Modelabels wurden über Ströer abgewickelt. Jeder vierte Werbe-Euro landete bei Ströers Außenwerbedivision. Seit Sommer konnten auch eine ganze Reihe neuer Kunden dazu gewonnen werden.
  • Der Telekommunikationskonzern Vodafone verdoppelte seine Außenwerbebudgets bei Ströer in den ersten neun Monaten des Jahres 2014. Ströer ist nach den TV-Vermarktern IP Deutschland und Sevenonemedia der drittgrößte Vermarkter der Düsseldorfer.

2) Regionaler Vertrieb

  • 45% aller Umsätze werden von der stark ausgebauten regionalen Vertriebstruppe erzielt. Der Regionalwerbemarkt ist in Deutschland noch sehr unterentwickelt – etwa im Vergleich zu Frankreich, wo bereits 500 Millionen Euro jährlich mit zumeist langlaufender lokaler- und regionaler Außenwerbung erzielt werden.

In den kommenden zwei Jahren will Ströer sich ausschließlich auf die bestehenden Märkte Deutschland, Polen und Türkei konzentrieren. Eine Übernahme der zum Verkauf stehenden Clear Channel wird nicht erwogen.

Mall Video: Screens in München (Foto: Ströer)

Mall Video: Screens in München (Foto: Ströer)

Für 2015 erwartet Ströer eine weitere positive Entwicklung mindestens auf Niveau des laufenden Jahres. Das heißt wohl weiter Online-Wachstumsraten von mehr als 100% und von Außenwerbung zwischen 5-10%.

Insgesamt also ein positiver Ausblick, der sich auch im Aktienkurs widerspiegelt: Mit 19,45 Euro ist schon fast das Ziel von 20 Euro wieder erreicht.

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