invidis DooH-Hintergrund

Trumpf ist Vermarktung, nicht verfügbare Technologie

- Digitale Außenwerbung ist ein äußerst dynamische Werbeplattform mit tausenden von technischen Möglichkeiten. Und täglich kommen mehr Sensoren, Konzepte und Daten dazu. Doch hier liegt das Mißverständnis – DooH muss vermarktbar sein und nicht technisch verspielt. von Florian Rotberg

DooH-Kampagnen - Technologie ist nicht die Antwort (Foto: invidis)

DooH-Kampagnen – Technologie ist nicht die Antwort (Foto: invidis)

„Da fehlt der Kampagne doch noch eine weitere dynamische Komponente“ – so oder so ähnlich reagieren Technologie oder Online-Vermarkter häufig: Eine optimierte Auspielung von zielgruppenoptimierten Motiven an den jeweiligen Gates. Somit chinesische Werbemittel an den DooH-Displays in der Nähe der Gates mit Flügen nach Peking oder Shanghai. Doch genau hier liegt die oftmals unterschätze Komplexität. Technisch wäre eine Zeit- und/oder Destinationsgesteuerte Ausspielung möglich (eine Schnittstelle zum FIDS-System des Flughafens könnte die notwendigen Daten liefern).

Doch soll die Werbung so nah wie möglich am Point of Sale erfolgen, – also in der Nähe der Duty Free Shops – um den größtmöglichen Impact zu erzielen. Ein Glück, das in den vergangenen Jahren die Duty Free Shops in FRA zu Walk-Through Flächen umgebaut wurden. Man kommt als Reisender gar nicht mehr zum Gate, ohne über die Einzelhandelsflächen der Gebr. Heinemann zu laufen.

In London wurde vor fünf Jahren mit der Eröffnung des T5 in Heathrow von JC Decaux ein sehr fein ausgesteuertes Konzept pilotiert. So konnten die Displays einzeln gebucht werden und somit z.B. ankommenden japanischen Reisenden in der Landessprache die Vorzüge von Vodafone UK präsentiert werden. Doch die Einzelbuchbarkeit von Werbeträgern rechnet sich (noch) nicht. Eine notwendige Auslastung des Gesamtnetzes ist bisher so noch nicht zu erreichen.

Aus diesem Grund kann das Netzwerk von Media Frankfurt (Joint Venture von JC Decaux, und Ströer) nur als Gesamt oder in Teilnetzen (An-, Abflug, Schengen, Non-Schengen oder Gepäckausgabe) gebucht werden. Autovermieter lieben die Gepäckausgabe – nirgends können sie ihrer Zielgruppe näher erreichen als am Gepäckband nur wenige Meter von den Vermietstationen entfernt. Zusätzlich sind Reisende am Gepäckband für Abwechslung dankbar, denn das verkürzt die gefühlte Wartezeit auf den Koffer.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.