Technologie

So verändert AI den Bedarf an Software

- In einer aktuellen Studie geht Gartner davon aus, dass bis zum Jahr 2020 in nahezu jedem Softwareprodukt Künstliche Intelligenz eine Rolle spielen wird. Zugleich sehen die Marktforscher aber einen Markt, der noch nicht optimal auf die realen Kundenbedürfnisse reagiert. von Thomas Kletschke

Serverraum Symbolbild (Foto: Pixabay)

Serverraum Symbolbild (Foto: Pixabay)

Einen wahren „Goldrausch“ sieht Jim Hare, Research Vice President bei Gartner. Gemeint ist Artificial Intelligence, die laut Gartner-Prognose bis 2020 in nahezu jedem neuen Softwareprodukt enthalten sein wird. Jede Menge Neu-Geschäft, könnte man meinen. Doch in dieser Situation ist der Markt in Konfusion. Und Hare kritisiert: „Künstliche Intelligenz bietet spannende Möglichkeiten, doch leider konzentrieren die meisten Anbieter sich darauf, einfach ein AI-basiertes Produkt zu bauen und zu vermarkten – statt zuerst die Bedürfnisse, den potenziellen Nutzen und den Mehrwert für die Kunden zu identifizieren.“

Um die Chance AI erfolgreich nutzen zu können, müssen Technologieanbieter nach der Analyse von Gartner verstehen, wie man auf drei Schlüsselfragen reagiere, so die Marktforscher:

  • Mangel an Differenzierung verursacht Verwirrung und Verzögerung von Kaufentscheidungen – Mehr als 1.000 Anbieter , die mit Anwendungen und Plattformen am Markt sind, beschreiben sich selbst als AI-Anbieter oder sagen, sie nutzen AI in ihren Produkten. Die enorme Menge und weitere Zunahme an etablierten und neuen Anbietern verwirrt die Kunden. Im Markt bemerkt Gartner ein „AI Washing“. Stattdessen der Rat: Um Vertrauen mit den Endbenutzerorganisationen aufzubauen, sollten sich die Anbieter darauf konzentrieren, eine Sammlung an Fallstudien mit quantifizierbaren Ergebnissen anzulegen.
  • Bewährte, weniger komplexe maschinelle Lernfähigkeiten können viele Endbenutzeranforderungen erfüllen – Fortschritte und Trends in der AI – etwa Deep Learning – bekommen große Aufmerksamkeit. Doch den Wert von einfacheren und bewährten Ansätzen schätzen die Analysten höher ein. Gartner empfiehlt, dass Anbieter jeweils den einfachsten Ansatz nutzen, den die Künstliche Intelligenz bietet
  • Firmen und Organisationen fehlt die Fähigkeiten, um AI-Lösungen zu bewerten, zu bauen und zu implementieren – Mehr als die Hälfte der Befragten des „Gartner 2017 AI development strategies survey“ sehen in mangelnden personellen Ressourcen einen Hindernisgrund für AI-Projekte. Die Umfrage ergab zudem, dass Organisationen derzeit AI-Lösungen suchen, die die Entscheidungsfindung und die Prozessautomatisierung verbessern können. Wenn sie eine Wahl hätten, würden die meisten Organisationen es vorziehen, eingebettete oder packaged AI-Lösungen zu kaufen, anstatt zu versuchen, selbst eine benutzerdefinierte Lösung zu erstellen.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.