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Ströer zieht sich aus Istanbul zurück

- Die türkische Wirtschaft und insbesondere der nationale Werbemarkt leidet spürbar unter dem seit einem Jahr andauernden Ausnahmezustand sowie unter den politisch-initiierten „Unternehmens-Säuberungen“. Ströer hat nun die Konsequenz gezogen und den stark verlustbringenden Stadtwerbevertrag Istanbul an die Stadt zurückgegeben. von Florian Rotberg

Ströer verlässt Istanbul

Ströer verlässt Istanbul (Foto: Pixabay)

Wie Ströer im Q2 Finanzreport berichtet, wurde mit sofortiger Wirkung der Stadtwerbevertrag in Istanbul beendet und an die Stadt zurückgegeben. Damit zieht sich Ströer komplett aus der städtischen Außenwerbung der größten türkischen Stadt zurück. Grund hierzu ist eine mangelnde Aussicht auf eine profitable Vermarktung.

Ströer bleibt aber in anderen Großräumen der Türkei vertreten und ist weiterhin größter Außenwerber der Türkei. Allerdings werden vorerst aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen alle Investitionen auf das vertraglich Notwendige reduziert. Auf das Gesamtergebnis der Ströer-Gruppe hat der Ausstieg in Istanbul (weniger als 1%) laut Unternehmensangaben keinen spürbaren Einfluss.

Neben Ströer ist auch Wall/Decaux in der Türkei vertreten. Auch die Berliner haben in der letzten Zeit ihr Engagement in der Türkei spürbar reduziert.

Die türkische Wirtschaft hat der Putschversuch 2016 und die politischen Nachwirkungen stark beeinflusst. Insbesondere der Werbemarkt ist eingebrochen – ähnliche Entwicklungen waren auch im Anschluss an die politischen Unruhen in Ägypten und der ganzen MENA Region zu verzeichnen.

Neuste Wirtschaftskennzahlen aus der Türkei zeigen allerdings einen unerwarteten Aufschwung. Die Konjunkturimpulse der türkischen Regierung scheinen Wirkung zu zeigen. Doch trüben weiterhin hohe Arbeitslosigkeit, Teuerung und große Verunsicherung bei ausländischen Partnern das Bild. Für den türkischen Werbemarkt sind die Aussichten aber weiterhin eingetrübt.

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