Programmatische Vermarktung

DooH-Inventar von Ströer nun auch über DSP-Plattform Adform verfügbar

- Der deutsche DooH-Marktführer macht ernst und stellt das komplette Digital-Bewegtbild Portfolio über die Programmatic Buying Plattform Adform verfügbar. Die strategische Partnerschaft ermöglicht automatisierten, datenbasierten Einkauf von DooH in einer von Online bereits etablierten Logik. Ströer bietet über Adform damit die zielgruppenoptimierte kontaktbasierte Aussteuerung via Adserver. (Update 08.09. invidis Kommentar) von Peter Beck

Programmatic – DooH und Online wachsen zusammen (Foto: Ströer)

Programmatic – DooH und Online wachsen zusammen (Foto: Ströer)

Werbungtreibende und Agenturen können nun das DooH-Inventar (Public-Video) von Ströer programmatisch über die technologische Plattform von Adform erwerben. Dazu hat Ströer seine DooH-Infrastruktur an die Demand-Side-Plattform (DSP) von Adform angebunden und eine automatisierte Schnittstelle für die programmatische Anfrage von verfügbarem Public Video-Inventar auf Audience Basis via eigenem Trading Desk zur Verfügung gestellt.

Zur Einführung sind Planungen und Buchungen mit der kleinstmöglichen Belegungseinheit von einer Stunde, einem ausgewählten Bahnhof oder einer Mall möglich – mittelfristig wird das Angebot noch granularer eingeteilt werden.

„Programmatic Buying“ und „Adressable (D)OoH“: Advertiser und Agenturen können über die Einkaufsplattform von Adform Vorgaben und Zielgruppen definieren, um ihre Werbung gezielter auszuspielen und letztendlich das Budget effizienter einzusetzen. Grundlage für die automatisierte Kampagnenplanung sind unter anderem Daten, die mit Standorten verknüpft werden.

Auch die Ausspielungslogik des Public Video-Netzwerks wird sehr viel flexibler gestaltet: Ein Adserver nimmt die Programmzusammenstellung voll dynamisch und flexibel vor. Die Voraussetzungen hat Ströer mit dem Aufbau eines neuen Mediasystems für Public Video und der Entwicklung einer Schnittstelle zur Supply Side Plattform (SSP) bereits geschaffen.

„Die Partnerschaft mit Adform zeigt, dass sich die Umsetzungssystematiken von Public Video und Online weiter annähern. Das ermöglicht neue integrierte Prozesse, die zu mehr Effizienz auf allen Seiten führen werden“, erklärt Robert Bosch, CMO von Ströer. „Für unsere Kunden bedeutet das eine noch flexiblere, einfachere, schnellere und damit optimierte Einbuchung von Werbezeiten, wodurch Spots gezielt und reichweitenstark ausgespielt werden können. Gemeinsam mit Adform werden wir das Angebot in den nächsten Monaten weiter entwickeln.“

„Durch die Integration der Public Video-SSP in unsere Full-Stack-Plattform können Adform-Kunden programmatisch – und derzeit exklusiv – digitales Out-of-Home-Bewegtbildinventar von Ströer buchen. Der gemeinsame Launch von Programmatic-Out-of-Home ist in dieser Form einzigartig am Markt und wir sind sehr stolz, dass Adform als strategischer Partner ausgewählt wurde, um die gemeinsame Lösung in einem der weltweit wichtigsten Märkte zum Erfolg zu führen”, sagt Holger Mews, SVP Continental Europe & MENA bei Adform.

Im Rahmen der neuen Möglichkeit, Buchungen über eine Plattform-Logik zu tätigen, wird Ströer sukzessive neue Produkte mit folgendem Fokus bereitstellen:

  • Programmatic DooH Audience based
  • Kontextuelle Verlängerung von (Online-) Themenchannels
  • Verlängerung von Online Werbeformen via DooH
  • Cross Channel Retargeting (DooH + Mobile)

Geplant ist es außerdem, sogenannte „Pakete“ zur Verfügung zu stellen, die auf Basis bestimmter Daten vorab von Ströer definiert wurden. Diese können dann automatisch vom Kunden disponiert werden. Dieses Angebot ermöglicht es Ströer, kurzfristige Angebote dem Markt anzubieten und ist auch für Agenturen gedacht, die keine Demand-Side-Plattform im Einsatz haben.

Der Kunde oder die Agentur loggen sich dafür online auf einer Self Service Plattform ein und können im DooH-Inventar disponieren, anfragen und buchen. Diese Funktionen sollen im Laufe des vierten Quartals dem Markt zur Verfügung gestellt werden. Besonders für Agenturen bietet dieses Angebot einen Mehrwert, weil sie sehr schnell und flexibel agieren können. Hier wird Ströer zusätzlich sowohl klassische Planungen wie bisher ermöglichen, also ortsbasiert, als auch sogenanntes Audience Planning ermöglicht. Natürlich steht Kunden und Agenturen auch weiterhin ein Full Service über den Ströer-Vertrieb zur Verfügung.

Invidis Kommentar von Florian Rotberg: Jetzt also doch!
Lange hat sich Ströer gegen jegliche programmatische Vermarktung ihres Premiuminventars verbal verwehrt. Der Marktführer mit über 60% wird sich niemals mit zweitklassigen Netzwerken automatisiert vermarkten lassen – so oder ähnlich klang es noch vor zwei Jahren.

Jetzt ist es wenig überraschend doch so weit – und es macht Sinn. Nicht nur aus Ströer Sicht – denn die Gattungsübergreifende Vermarktung von Public Screen und Online zählt schon länger zu den Erfolgsgeschichten am Rhein – sondern folgt auch der Marktrealität.

Ob Spezialmittler oder Marktbegleiter – um Programmatic kommt keiner vorbei. Die Zeit ist reif und das Premium-Standing von Ströer Public Video wird darunter kaum leiden. Denn Ströer ist weiter unangefochten Marktführer dank nationalen Netzen in Bahnhöfen und Shopping Centern.

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