Projection Mapping

Schlosslichtspiele 2017 mit mehr als 250.000 Besuchern

- Zum dritten Mal fanden in Karlsruhe die Schlosslichtspiele statt. Das Event hat sich zum deutschen Mekka für Projection-Mapping-Fans entwickelt. Der Initialgeber ZKM Karlsruhe wird in Kürze zudem weitere spannende Medienkunst-Veranstaltungen ausrichten. von Thomas Kletschke

Schlosslichtspiele in Karlsruhe - Eine insgesamt 170 m breite Fassade wird alljährlich bespielt (Foto: Schlosslichtspiele)

Schlosslichtspiele in Karlsruhe: eine insgesamt 170 m breite Fassade wird alljährlich bespielt (Foto: Schlosslichtspiele)

Bekanntlich ist Karlsruhe nicht nur Sitz des Bundesverfassungsgerichts, sondern beherbergt mit dem ZKM eine seit Jahren aktive Kulturinstitution, die Medien und Kunst – und natürlich Medienkunst – in Theorie und Praxis fördert. Das 1989 gegründete und 1997 offiziell eröffnete ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) will die klassischen Künste ins digitale Zeitalter fortschreiben, und wird von manchem als das „Elektronische Bauhaus“ oder „Digitale Bauhaus“ anerkannt, als dass es Gründungsrektor Heinrich Klotz konzipiert und gesehen hat. Praktischerweise hat man am Ort auch noch ein barockes Schloss mit langer Fassade. Übrigens unweit des höchsten deutschen Gerichts gelegen.

Was also lag näher, als die 170 Meter breite Front des Schlosses auch mal als Projektionsfläche für ein kostenloses Kunstfestival zu nutzen? Seit 2015 finden die von ZKM-Chef Peter Weibel gegründeten Schlosslichtspiele statt. Während im Jahr 2016 insgesamt 331.000 Besucher gezählt wurden, kamen zur dritten Auflage, die vom 3. August bis 10. September stattfanden, insgesamt 253.500 Menschen.

Besucher bei den Schlosslichtspielen 2017 (Foto: Schlosslichtspiele)

Besucher bei den Schlosslichtspielen 2017 (Foto: Schlosslichtspiele)

In diesem Jahr waren sieben verschiedene Teams oder Einzelkünstler mit von der Partie. Das Architektenduo Hani Rashid und Lise Anne Couture (Architekturstudio Asymptote), der Künstler Eyal Gever oder der Architekt Greg Lynn zeigten ihre digitale Kunst ebenso wie andere bekannte Vertreter aus der Szene. Das Künstlerkollektiv Maxin10sity war bereits das dritte Mal mit einer Arbeit vertreten – bekannt sind sie auch für diese spektakuläre Umsetzung. Mit der Bremer Künstlergruppe Urbanscreen waren AV-Künstler am Start, die des öfteren auch Arbeiten im kommerziellen Bereich durchführen – etwa bei Veranstaltungen von NEC – und bei der Gestaltung der St. Pauli Medienfassade mitarbeiteten. Auch Peter Weibel – Professor am ZKM – bespielte das Schloss; in seinem Falle mit einer Aktion zum Thema Fahrrad, was manchen Velocid-infizierten Betrachter an den namensgleichen Radrennfahrer und -trainer Peter Weibel erinnert haben wird, der im August 2017 verstorben ist. Mit Zaha Hadid Architects (ZHA) und deren Partnern, den Digital-Künstlern und Computerexperten Andy Lomas und Mubbasir Kapadia, war ein weiteres bekanntes Architekturstudio vor Ort.

Während man auf die kommenden Schlosslichtspiele nun noch einige Monate wird warten müssen, sind am ZKM auch im Oktober und am Jahresende interessante Medienprojekte zu erwarten, von der Ausstellung „Open Codes. Leben in digitalen Welten“ (läuft bis Sommer 2018) bis zum Anfang Dezember 2017 stattfindenden Festival „inSonic2017: Immersive Future“. Mit dem Festival wollen das ZKM, das Pariser Institut de Recherche et Coordination Acoustique/ Musique (IRCAM) sowie die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) einen kritischen Diskurs zu den neuen immersiven Zukunftstechnologien anregen.

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