Stadien

Borussia Dortmund testet hybride virtuelle Bandenwerbung

- Die Bundesligapartie zwischen dem BVB und Augsburg war wahrlich kein sportlicher Leckerbissen. Das 1:1-Unentschieden vor halbleeren Rängen wird deshalb auch nicht als Highlight in die Geschichtsbücher eingehen. Doch viel interessanter: Zum ersten Mal wurden bei einer Bundesligapartie hybride virtuelle LED-Banden (Perimeter Boards) eingesetzt. von Peter Beck

Proof of Concept whährend eines Testlaufs (Foto: Supponor)

Proof of Concept während eines Testlaufs (Foto: Supponor)

Die digitalen Banden wurden vom finnischen Sportmedien-Technologieanbieter Supponor und den LED-Signage-Experten der ADI Group im Westfalenstadion für das Spiel realisiert. Die Bundesliga ist auch bei den AR-Banden nicht Innovationsführer, Vereine in Spaniens La Liga und Italiens Serie A setzen schön länger auf Supponors DBRLive Technologie.

Die Lösung erlaubt auch – wie bewährt – das Ausspielen von digitaler Werbung auf den LED-Banden am Spielfeldrand im Stadium. Zusätzlich überblendet die auf Augmented Reality (AR) basierte Lösung die im Stadion sichtbaren Kampagnen für die Fernsehzuschauer mit zielgruppenspezifischen regionalen Kampagnen. So konnten chinesische Zuschauer lokale Werbung auf dem Bildschirm sehen, während in den USA nordamerikanische Werbung eingeblendet wurde. Für die Clubs bedeutet die neue Technologie zusätzliche Werbeeinnahmen im Rahmen von regionalen Partnerschaften.

Die Einführung der Technologie hatte sich in Deutschland verzögert, weil sie bisher ausschließlich mit statischen, analogen Banden funktionierte. In den Stadien der Bundesliga sind aber für europäische Verhältnisse überaus viele digitale LED-Banden im Einsatz.

Supponor und ADI kooperieren bereits länger mit der DFL und der Medienproduktionstochter Sportcast. Erste Testläufe fanden 2017 bereits in Frankfurt und Wolfsburg statt. Doch bisher wurde die Technologie noch nie bei einer Live-Übertragung eingesetzt.

Zwei empfehlenswerte englische Hintergrundartikel / Interview zu der Technologie haben die Kollegen der Sports Video Group (SVG Europe) veröffentlicht.

Neben der finnischen Hybrid Technologie gibt es auch andere technische Konzepte. Eines wurde dieses Jahr auf der ISE in Amsterdam von der deutschen LEDcon präsentiert. Diese nutzt klassische LED-Banden – spielt aber auf vier verschiedenen Frequenzen unterschiedlichen Content aus. So können im Stadion und TV zeitgleich vier unterschiedliche Kampagnen gezeigt werden.

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