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DooH in Bestform

Helsinki begrüßt Trump und Putin, konfrontiert mit beunruhigenden Headlines

Die finnische Tageszeitung Helsingin Sanomoat begrüßt den US-Präsidenten Trump und dessen russischen Kollegen Putin auf digitale und kritische Art. Fast 300 digitale Poster und Plakatstellen hat die größte Tageszeitung Finnlands auf der Route zwischen dem Flughafen zum Austragungsort des Gipfels belegt – und spricht dabei Tacheles.
Helsinki leuchtet für Trump und Putin (Foto: twitter/Wheretty)
Helsinki leuchtet für Trump und Putin (Foto: twitter/Wheretty)

Die Botschaft ist simpel: „Mr. President, Willkommen im Land der freien Presse.“ Damit empfängt das 1889 gegründete Blatt – Finnlands auflagenstärkste und einflussreichste Tageszeitung – die beiden Präsidenten mit einer klaren und bissig formulierten Message. Genutzt werden dazu Headlines aus den Jahren 2000 bis 2018, die sich auf Putins und Trumps Umgang mit der Pressefreiheit beziehen – Bad News zur Begrüßung. Auf den digitalen Werbeträgern werden die Botschaften abwechselnd sowohl in Englisch als auch in Russisch angezeigt.

Mit der Aktion möchte Helsingin Sanomoat vor allem die Pressekollegen weltweit unterstützen, deren Rechte eingeschränkt, oder die von Regierungen massiv bedrängt werden. Und die Vereinigten Staaten sowie Russland gehören zum Club der Länder, bei denen definitiv noch Optimierungsbedarf besteht. Denn, so Helsingin Sanomoat: Auf dem World Press Freedom Index, der für 180 Länder erhoben wird, stünde Russland auf dem Platz 148 (noch während des Finales der Fußball-WM protestierte Pussy Riot mit einer Flitzer-Aktion gegen die Menschenrechtslage in dem Land, was die FIFA übrigens bislang unkommentiert gelassen hat) – und auch die USA rangiere mit Platz 45 zwar auf einem deutlich besseren Platz als Russland; stünde damit aber ebenfalls noch lange nicht an der Spitze. Zum Vergleich: Norwegen, Schweden und die Niederlande bilden für 2018 die Top 3 der Länder in puncto Pressefreiheit. Finnland belegt in dem Ranking den Platz 4, gefolgt von der Schweiz auf Platz 5. Österreich erreicht Platz 11 – und Deutschland, sonst stets gerne in irgendetwas Weltmeister, erreicht Platz 15.

Falls der Gipfel der beiden Alphamännchen unbefriedigend verläuft, können diese auch mal wieder der Presse den Schwarzen Peter zuschieben – siehe unten. Und Trump, der jüngst die EU als „Feind“ bezeichnete, darf dann ja noch entschuldigend hinzufügen, dass man sich in „Feindesland“ getroffen habe – schließlich ist Finnland nicht nur kein NATO-Mitglied, sondern seit 1995 Mitglied der EU.

Ein gutes Beispiel dafür, wie flexibel und politisch DooH eingesetzt werden kann.

und in Russisch (Foto: Helsingin Sanomat)
…und in Russisch (Foto: Helsingin Sanomat)
Trump und Putin werden auch auf digitalen Airport Medien mit dem Thema Pressefreiheit konfrontiert (Fotos: Helsingin Sanoma
Trump und Putin werden auch auf digitalen Airport Medien mit dem Thema Pressefreiheit konfrontiert (Fotos: Helsingin Sanoma
Schon im Jahr 2017 war mal wieder die Presse Schuld an allem (Foto: Helsingin Sanomat)
Schon im Jahr 2017 war mal wieder die Presse Schuld an allem (Foto: Helsingin Sanomat)

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