DSS Europe 2018

AI und Sensoren sind die nächste Evolution für Digital Signage

- Frankfurt | Sensoren in und um Digital Signage Projekten gibt es schon länger. Lift & Learn ist einer der Klassiker oder auch Interaktivität mit Microsoft Kinect. Doch der Kundenwunsch nach einzigartigen Experiences und die neuen Möglichkeiten durch Artificial Intelligence (AI) fordern neue Konzepte und Kompetenzen von DS System Integratoren. von Florian Rotberg

DSS Europe Sensor Panel (Foto: invidis)

DSS Europe Sensor Panel (Foto: invidis)

Sensoren in Digital Signage Projekten werden heute hauptsächlich in drei unterschiedlichen Einsatzszenarien eingesetzt:

  • für Real Time Interaktionen,
  • zum Messen & Analysieren und
  • für Prognosen (AI).

Das Panel auf der DSS Europe war hochbesetzt mit Sensoren-Experten der Großkonzerne Intel (Dan Brookes), NEC (Andreas Biß), Axis – ein Canon Tochterunternehmen (Ralph Siegfried) sowie mit den drei Spezialisten Nexmosphere (Hubert van Doorne), Advertima (Iman Nahvi) und Nuia/4titoo (Tore Meyer).

Das Interesse an der Integration von Sensoren und der Erhebung von Daten ist riesig. Doch die Mehrzahl der Integratoren hadert mit der technologischen und prozesstechnischen Einbindung von Sensoren. Es gibt prinzipiell zwei Lösungswege – geschlossene Plattformen wie sie Nexmosphere (NL) und Advertima (CH) anbieten – oder offene Systeme wie von Intel oder Axis.

Die geschlossenen Plattformen haben den Vorteil das Sensoren, Schnittstellen und Analysetools aus einer Hand angeboten werden und verhältnismäßig einfach integriert werden können. NEC nimmt in der Runde eine Sonderrolle ein, mit dem Leaf Engine setzen die Japaner auf eine Middleware, die die gemeinsame Verwaltung und Datenanalyse von über 50 unterschiedliche Sensortypen ermöglicht. Die Integration von Komponenten offener Systemlandschaften haben natürlich den Vorteil der vollen Flexibilität und individuellen Anpassung.

Neben der technischen Integration und Datenanalyse – hier sind in der Regel Retail-Daten Experten gefragt – liegt eine besondere Herausforderung bei der Kulturellen- und Kundenakzeptanz. Kulturelle Bedenken zu Sensoren und Datenschutz unterscheiden sich von Markt zu Markt erheblich, müssen aber sehr ernst genommen werden. Alle Konzepte – nicht nur in der EU – sollten GDPR-konform sein und die Sorgen der Anwender (nicht nur Kunden sondern auch Mitarbeiter) berücksichtigen.

Auf Nutzerseite ist dafür zu sorgen, dass sich die Interaktion mit den Touchpoints / Sensoren natürlich anfühlt. Wild mit Armen zu gestikulieren um ein Auswahl am Screen zu starten, oder laut per Voice im öffentlichen Raum zu interagieren fördert iDR nicht das User-Experience. Hier sind passende Konzepte notwendig die einen Mehrwert bieten und Spaß machen (in der Reihenfolge).

DSSE 2018 – Sensor Panel (Foto:invidis)

DSSE 2018 – Sensor Panel (Foto:invidis)

Alle Experten waren sich einig das die Bedeutung von Sensoren durch den Boom von AI nochmal zugenommen hat. Prognose Use-Cases zählen aber weiterhin noch zu den komplexeren Konzepten. Hier wird es sicherlich noch ein bisschen Zeit benötigt, bis Digital Signage Integratoren hier schlüsselfertige Konzepte anbieten können.

Sensoren und AI – auch hier bestand volle Einigkeit – bieten der Digital Signage Industrie viel Potential, wenn einmal die konzeptionellen und technischen Herausforderungen gelöst sind. Mangels Standards ist das Thema bisher nur sehr schwer greifbar. Die Industrie muss hier Aufklärungsarbeit leisten und Konzept-Blueprints entwickeln um den Einsatz von Sensoren im breiten Markt zu etablieren.

invidis wird die Industrie in den kommenden Monaten mit Fachartikeln, Education und weiteren Panels EMEA-weit unterstützen.

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