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Am Puls der Shopper – Dubai Duty Free

- Frankfurt | Ein besseres Kundenverständnis ist der Traum jeden Händlers. Im Online-Geschäft hinterlässt jeder Kunde lange Datenspuren für die Analyse. Auch für Offline wünschen sich Einzelhändler mehr Informationen über das Verhalten ihrer Kunden. Ein kürzlich gestartetes Pilotprojekt am Flughafen Dubai ermöglicht tiefe Einblicke. von Florian Rotberg

Dubai Duty Free Pilot (Foto: invidis)

Dubai Duty Free Pilot (Foto: invidis)

Für das Pilotprojekt wurden 1200m²  der 40.000m² umfassenden Verkaufsfläche von Dubai Duty Free im Terminal des Airports ausgewählt. Das Walk-Through Konzept war von Anfang an eine große Herausforderung, denn 250.000 Fluggäste nutzen den Airport täglich.

Technologisch setzt Dubai auf 2D-Sensoren der schwedischen Modcam. Die sehr kleinen Sensoren basieren auf einer Mobilfunktelefon-Plattform und können somit – dank integrierte Rechenleistung – ohne PC einfach an vorhandenen Lichtschienen befestigt oder bündig an die abgehängte Decke geklebt werden. Die Modcam Sensoren ermöglichen nicht nur Heatmaps sondern zeichnen anonymisiert jeden einzelnen Shopperpath auf. Diese Daten der schwedischen Bosch-Beteiligung sind für die Analyse von großen Vorteil.

Die Intel Sensoren RealSense werden für die großen (Durch)Gänge eingesetzt. Mit Hilfe der 3D Sensoren wird der Gesamt Traffic zuverlässig erfasst. Die Herausforderung lag mehr darin, die Intel Sensoren in ausreichender Stückzahl zu bekommen.

Denn die Nachfrage nach RealSense Sensoren – die erst seit 2018 verfügbar sind – ist riesig. Da Microsoft den eigene Kinect-Sensor kurzfristig im Herbst 2017 abgekündigt hatte, ist das Interesse an Intels Sensor stark angestiegen. Zusätzlich hat die Einführung der Face Detection Technologie mit dem iPhone X einen Hype nach ähnlichen Lösungen ausgelöst. Zu allerletzt, aber bei weitem der größte Markt, sind die zahlreichen Projekte rund um Autonomes-Fahren. Somit greift Retail Analytics auf dieselbe Technologie und (AI/Statistik) Experten zu, wie viel größere Industrien.

Mit Hilfe der 3D Sensoren und Bildanalyse-Algorithmen von vizualize aus Hongkong wird der Gesamt-Traffic zuverlässig erfasst – Kinder und Rollkoffer werden nicht mitgezählt.

Das Genehmigungsverfahren und die Installation nahmen mehrere Monate in Anspruch. Nun läuft das System seit einigen Wochen stabil und zuverlässig. Die ersten „10 Pain Points“ wurden gemeinsam mit dem Retailer identifiziert und befinden sich in der Analysephase. Erste Erkenntnisse sind vielversprechend. Nun ist geplant den Ladenbau sowie die Location und den Content der vielen digitalen Touchpoints mithilfe der neuen Erkenntnisse zu optimieren.

Das Projekt wird von connectiv Dubai (Integrator), RCD Dubai (Retail Architekten) zusammen mit Modcam (2D Sensoren), Intel (3D Sensoren) und Vizualize (Dashboard) realisiert. Zusammen mit der Universität Magdeburg ist invidis consulting im Projekt für Konzeption und Analyse zuständig.

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