Digitalisierung

Free WiFi und 19 Informationsstelen für Münchens Altstadt

Es hat ein paar Jahre gedauert. Aber nun hat auch München interaktive digitale Stelen zur Stadtinformation samt Free WiFi: Bislang wurden 19 Stelen installiert, Kritiker fordern bereits einen forcierten Ausbau über das Stadtgebiet ein.
OB Reiter weiht die erste Infostele in Muenchen ein (Foto: Stadt München Presseamt / Michael Nagy)
OB Reiter weiht die erste Infostele in Muenchen ein (Foto: Stadt München Presseamt / Michael Nagy)

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat in der vergangenen Woche die erste Stele des neuen Münchner Fußgänger-Orientierungssystems vorgestellt und in Betrieb genommen. Die Stelen nutzen analoge und digitale Elemente: Klassische Pläne werden kombiniert mit umfassenden Informationen für das Smartphone. Dabei sind die Stelen integrativ und bieten für Menschen mit Behinderungen verschiedene digitale Hilfen.

Jede Stele bietet auf einer Seite einen analogen Umgebungsplan, auf dem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten vermerkt sind. Ein Kreis zeigt an, welche Ziele im Umkreis von zehn Minuten zu Fuß zu erreichen sind. Auf der anderen Seite der Stele findet sich eine Darstellung der Stadt im größeren Umkreis.

Ergänzend zur analogen Plandarstellung wird im Umkreis jeder Stele Free WiFi über den städtischen Service „M-WLAN“ angeboten. Auf diese Weise wird ein einfacher Zugriff auf das digitale Informationsangebot der Stele ermöglicht, das durch eine ortsbezogene Internetseite mit dem Umgebungsplan zur digitalen Orientierung am jeweiligen Standort dient. Der Zugang zu dieser Seite erfolgt je nach Bauart des verwendeten Smartphones automatisch oder durch Eingabe der URL, die an der Seite der Stele zu finden ist. Der zu Grunde liegende interaktive Stadtplan bietet viele Funktionen. So werden zum Beispiel Wegstrecken zu ausgewählten Zielen sowohl als kürzester Weg angezeigt als auch in Form von touristisch optimierten Routen, die an naheliegenden Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Informationen zum öffentlichen Nahverkehr, zu MVG-Rad sowie zu Cafés, Restaurants oder Geschäften runden das digitale Informationsangebot an den Stelen ab.

Darüber hinaus sind standortspezifische Informationen für Menschen mit Behinderung in Deutsch und Englisch über eine mobile App abrufbar, die an jeder Stele heruntergeladen werden kann. Die Hinweise dafür können sowohl in Pyramiden- als auch in Brailleschrift an einer der Stelenseiten gelesen oder ertastet werden. Haben sehbehinderte Menschen die App heruntergeladen und gleichzeitig die Standortfunktion eingestellt, erhalten sie zusätzlich ein akustisches Signal, sobald sie in der Nähe einer Stele sind. Nun gehen die ersten Stelen in Betrieb. Sie stehen am Marienplatz Ost und West und an der Kaufinger-/Ecke Liebfrauenstraße. Weitere 16 Stelen werden nach und nach aufgestellt.

Zu der erfolgreichen Realisierung dieses Projekts haben unter der Federführung des Referats für Arbeit und Wirtschaft – München Tourismus viele Stellen beigetragen. Das Konzept und die Inhalte wurden von München Tourismus erarbeitet, mit dem Baureferat und dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung sowie vielen weiteren Fachstellen abgestimmt. Die Bereitstellung von M-WLAN an den Stelen ermöglichte das Referat für Informations- und Telekommunikationtechnik (RIT). Die Stadtwerke München (SWM) stellen den Strom und den Glasfaseranschluss bereit und realisieren den operativen Betrieb von M-WLAN. Die Portal München Betriebs GmbH hat die digitalen Landingpages entwickelt und stellt die mobile App zur barrierefreien Nutzung an den Stelen bereit.

Wie die Süddeutsche Zeitung an dieser Stelle berichtet, war das ganze Projekt von diversen Verzögerungen geprägt: „Eigentlich sollten die Stelen nämlich bereits vor einem Jahr in Betrieb gehen“, so die Zeitung. Das Design der Stelen stammt der SZ zufolge vom Schwabinger Büro Wangler und Abele, das unter anderem das Informations- und Orientierungssystem am Terminal 2 des Münchner Flughafens und das visuelle Erscheinungsbild am NS-Dokumentationszentrum entwickelt hat.

Laut dem Zeitungsartikel fordern die Grünen in München bereits „die Ausweitung des Orientierungssystems mindestens auf das Gebiet innerhalb des Mittleren Rings“.