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Digitalisierung

Monaco verlässt das Mittelalter

In puncto Digitalisierung und Digitale Außenwerbung war das Fürstentum Monaco bislang das Pendant zu einem dunklen und stinkenden Kerker aus dem 12. Jahrhundert. Bis jetzt.
Seit dem 4. März 2019 ist die Außenwerbung auch in Monaco digital (Foto: Clear Channel)
Seit dem 4. März 2019 ist die Außenwerbung auch in Monaco digital (Foto: Clear Channel)

Monaco ist nicht gerade eine Arme-Leute-Gegend – doch bislang mussten die Monegassen auf Digital-out-of-Home vergeblich warten. Oder in Frankreich, an der Levante oder in vielen Ländern Nord- und Zentral- und Südafrikas, Amerika oder Asien staunend vor den Blinke-Screens an den Straßen stehen.

Nun hat das Fürstentum und Nicht-EU-Mitglied, das der flächenmäßig zweitkleinste Staat der Welt ist, den Anschluss ans 21. Jahrhundert gefunden. Erstmals gibt es Digitale Außenwerbung. Mit der Option auf wesentlich mehr an Digitalisierung.

Für den Konzessionär sicherlich nicht das schlechteste Pflaster. Anhand der weltweit außergewöhnlichen Unterteilung der eigenen Bewohner kann man dies schon ablesen: gebürtige Monegassen, „Landeskinder“ (seit Generationen dort wohnhaft, aber ohne volle Bürgerrechte) und wohlhabende Ausländer. Während die ersten beiden Gruppen Anrecht auf relativ günstigen Wohnraum haben, zahlen die Reichen exorbitante Preise, entgehen dafür der „Steuerlast“ (lies: Verantwortung) ihrer Herkunftsländer. Aktuell leben keine 31.000 Seelen in dem Kleinstaat, dessen Einwohnerschaft zu 100% aus Metropolen-Bewohnern besteht. Hinzu kommen etwa 40.000 Pendlerinnen und Pendler.

Ein Traum für jeden Werbungtreibenden aus dem Hochpreissegment.

Diese dürften Clear Channel France nun die Türen einrennen. Der Media Owner hält den Außenwerbe-Kontrakt. Und hat damit garantiert den in Paris residierenden weltgrößten Außenwerber JCDecaux geärgert. Auch die monegassische Regierung ist stolz auf das Projekt (vgl. eingebettetes Video am Ende des Beitrags). Die Werbeträger stammen laut Clear Channel France von den Unternehmen Nearbuy Group und Brut.

Installiert wurden Wartehäuschen mit 57 Werbeträgern. Davon sind 33 DooH Screens, der Rest sind hinterleuchtete CLPs. Neben reinen Werbescreens sind zudem Displays installiert worden, die Nutzwert-Infos ausspielen. Zur Eröffnung war die Rede von einem Smart City Projekt. Es könnte also durchaus der Drive für ein echt 4-nulliges Digitalisierungsprojekt vorhanden sein. Wie das Foto unten zeigt, war tout Monaco bei der Eröffnung dabei – mit Ausnahme der Fürstenfamilie. Dafür aber mit jedem Offiziellen, der irgendwas mit Digital oder Infrakstruktur in seiner Job-Beschreibung stehen hat.

Willkommen im Club, Monaco.

Freude wie in einer deutschen Kleinstadt: Honoratioren bei der Einweihung des ersten DooH Screens (Foto: Clear Channel)
Freude wie in einer deutschen Kleinstadt: Honoratioren bei der Einweihung des ersten DooH Screens (Foto: Clear Channel)
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