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JCDecaux / Gewista fordern 40 Mio EUR

Die JCDecaux Tochter Gewista versucht über ein Schiedsgerichtsverfahren eine Entschädigung für den einseitig aufgelösten Werbevermarktungsvertrag der städtischen Verkehrsbetriebe in Prag zu bekommen.
Prager Altstadt (Foto: Jeshoots/Pexels)
Prager Altstadt (Foto: Jeshoots/Pexels)

JC Decaux lädt die Tschechische Republik zu Gesprächen ein – dies ist die erste Schritt in einem Schiedsgerichtsverfahren gemäß den bilateralen Investitionsverträgen zwischen Frankreich, Österreich und der Tschechischen Republik von 1990.

Der Hintergrund: JCDecaux hält über seine österreichische Konzerngesellschaft Gewista eine 70%ige Beteiligung an RENCAR, eine bisher 100%ige Tochtergesellschaft der Verkehrsunternehmen der Stadt Prag (DPP), die JCDecaux 2001 erworben hatte. RENCAR verfügte über die Werbevermarktungsrechte seit 1997. JCDecaux bezahlte den Wert dieser Vermarktungsrechte beim Erwerb der Gesellschaftsanteile.

Nach 18 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit änderte das Prager Verkehrsunternehmen DPP aus Sicht von JC Decaux „abrupt und vollständig seine Meinung.“ DPP will den laufenden Vermarktungsvertrag von 1997 mit der Begründung kündigen „er sei zu vage.“

Ein Prager Gericht teilte in erster Instanz diese Ansicht, obwohl er laut JCDecaux noch eine Restlaufzeit von vier Jahren hat. Die Berufung gegen diese Entscheidung ist anhängig. Dennoch schafften die Prager Verkehrsbetriebe Fakten und vergaben die Werberechte zum 1. Dezember 2019 an einen Wettbewerber von JC Decaux. Der französische Weltmarkführer fordert nun Schadenersatz in Höhe von 40 Millionen Euro.

Jean-François Decaux, Vorstandsvorsitzender und Co-CEO von JCDecaux SA, sagte: „JCDecaux kann auf eine langjährige Erfolgsgeschichte als zuverlässiger, vertrauenswürdiger Partner zurückblicken, der Werte für Städte, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen schafft für Verkehrsträger in mehr als 80 Ländern weltweit. Das gilt auch für die Region, in der wir 1990 in der ehemaligen Tschechoslowakei zu investieren begannen und den Weg ebneten für eine erfolgreiche langfristige Zusammenarbeit mit der Stadt Prag. Im Jahr 1994 – nach dem Ausfall von sein früherer Vermarktern – übernahm JC Decaux den Stadtmöblierungsvertrag. Ich bin daher aufrichtig schockiert über diesen Situation, aber im Interesse unserer Aktionäre haben wir keine Alternative, als unsere Investitionen zu schützen und um unsere Rechte durchzusetzen. Ich bin jedoch nach wie vor zuversichtlich, dass die Tschechische Republik unseren legitimen Forderungen anerkennt und dass wir in der Lage sein werden, eine einvernehmliche Lösung zu finden“.