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Digital Signage

Panel-Gehäuse – Plastik oder Metal?

Der Brandschutz in öffentlichen Räumen wie Flughäfen hat erhebliche Auswirkungen auf die Auswahl der Materialien bei digitalen Installationen, gerade bei großflächigen LED-Walls. Displayhersteller NEC hat sich in einem Whitepaper mit der Frage beschäftigt, ob Plastik- oder Metallgehäuse die bessere Wahl sind – und was überhaupt die Unterschiede ausmacht.
Für den Brandschutz spielt die Wahl des Gehäusematerials bei Panels für LCD- oder LED-Installationen eine wichtige Rolle, wie NEC in seinem Whitepaper erklärt (Foto: NEC)
Für den Brandschutz spielt die Wahl des Gehäusematerials bei Panels für LCD- oder LED-Installationen eine wichtige Rolle, wie NEC in seinem Whitepaper erklärt (Foto: NEC)

Es steht außer Frage, wenn es um die öffentliche Sicherheit geht, kann es keine Kompromisse geben. Gerade beim Thema Brandschutz herrschen strikte Regelungen (besonders in der EU), die so manche digitale Installation erschweren oder sogar unmöglich machen, denn: beim Bau von Gebäuden müssen laut Gesetz feuerhemmende Elemente eingebaut werden, die die Ausbreitung des Feuers begrenzen und den Menschen mehr Zeit zur Flucht geben. Und das gilt natürlich auch für großflächige Installationen wie LED-Walls, die gerne mal zig Quadratmeter Wand bedecken.

Im Jahr 2019 startete Brussels Airport eine Ausschreibung, in der LCD- und LED-basierte Videowandprodukte als „Verkleidung“ bezeichnet wurden. Für Hersteller von elektronischen Geräten hat dies erhebliche Konsequenzen, da ihre Produkte nun die gleiche Brandklassifizierung wie Baumaterialien erfordern. Der Brandlasttest misst die Reaktion eines Produkts auf Feuer, einschließlich seines Beitrags zur Ausbreitung und Intensität der Flamme sowie zur Freisetzung von Rauch und brennenden Tröpfchen. Um diesen Test zu bestehen, spielt die Wahl des Materials des Gehäuses eines LCD- oder LED-Panels eine wichtige Rolle. Die Frage stellt sich: Plastik oder Metal? NEC geht dem Thema in einem aktuellen Whitepaper auf den Grund.

Hitze ist kein Freund elektronischer Geräte, soviel ist klar. Der Umgang mit dem Hitzestau und die Aufrechterhaltung einer konstanten Temperatur kann Herstellern und Betreibern Kopfzerbrechen bereiten. Denn die Hitzeentwicklung wirkt sich nicht nur auf die Lebensdauer des Geräts und die Konstanz seiner Leistung aus, sondern ist auch entscheidend für den Schutz vor Bränden. Als nicht brennbares Material ist Metall hochgradig hitzebeständig und hat einen sehr hohen Schmelzpunkt, wodurch seine Zersetzung unter extrem hohen Temperaturen verlangsamt wird. Kunststoffe sind im Gegensatz dazu leicht brennbar. Beim Verbrennen von Kunststoff werden auch gefährliche Chemikalien freigesetzt, und bei der Verbrennung tropft der Kunststoff. Natürlich wird Kunststoff aber in der einen oder anderen Form für bestimmte Komponenten benötigt, da er leicht herzustellen ist.

Digital Signage Brandschutz: Wenn der Screen sich selbst löscht

Ein LED-Produkt, das mit einem Kunststoffgehäuse gebaut wurde, würde den Brandlasttest NEC zufolge nicht bestehen. Es gebe allerdings Wege, dies zu umgehen, indem in eine Reihe von strukturellen oder anlagenbezogenen Kompensationen wie Sprinkler und Rauchabzugssysteme investiert wird. Hierzu entwickelte beispielsweise das deutsche Dreiergespann aus Ben Hur, JOB und der Lang AG verschiedene Mini-Feuerlöscher-Lösungen, die den Screen automatisch löschen. Solche Systeme verursachen allerdings wieder Zusatzkosten.

Metall ist ein hervorragender Wärmeleiter. Als solches ist es sehr effizient bei der Ableitung von Wärme, indem es diese vom Innenleben des Geräts abführt. Kunststoffe sind Wärmeisolatoren, hohe Temperaturen werden im Inneren des Geräts eingeschlossen und bauen sich mit der Zeit auf. Auch kommt gerade am Chassis oder dem Rahmen, auf dem das Gerät gebaut wird, der Material-Ausdehnung eine wichtige Bedeutung zu, denn wer will schon Lücken zwischen den Modulen auf einer LED-Wand sehen? Metall wird präzise auf Maß bearbeitet. Es ist stark, steif und haltbar auch bei wechselnden Temperaturen. Kunststoff ist biegsam – es dehnt sich aus und zieht sich zusammen, wenn es wechselnden Temperaturen ausgesetzt ist. Das kann auch der Integrität einer Wall schaden, ein weiterer Sicherheitsaspekt.

Auf dem Papier zeigt sich laut NEC, dass Metalgehäuse gegenüber Kunststoff viele Vorteile in Sachen Wärmemanagement sowie Brandschutz mit sich bringen und selbst bei der Optik das Material wichtig sein kann. Natürlich spielt heutzutage auch noch der Faktor Sustainability und die Wiederverwertbarkeit der Materialien eine wichtige Rolle. Hier darf Metal ebenfalls Pluspunkte für sich verbuchen. Letztlich der Preis spricht allerdings noch gegen Metal. Zusatzlösungen zur Brandsicherheit kosten allerdings auch ihren Preis, hier müssen Auftraggeber und Integrator selbst abschätzen.

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