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Drei Digital Signage-Trends für 2023

Modernisierung der CMS-Software, Simplified Signage und Remote Device Management: invidis identifizierte die drei wichtigsten übergreifenden Technologietrends für das laufende und kommende Jahr.
All-in-One-Lösung von Samsung auf der ISE 2022. (Foto: invidis)
All-in-One-Lösung von Samsung auf der ISE 2022. (Foto: invidis)

Wenn wir uns die Trends ansehen, die unsere Branche geprägt haben – und noch prägen werden –, können wir sowohl Digital-Signage-spezifische Entwicklungen als auch globale Ereignisse identifizieren, die einen tiefgreifenden Einfluss auf unsere Industrie haben werden. Bei den DS-spezifischen Trends identifizierten die Analysten von invidis drei, die in naher Zukunft besonders wichtig werden: moderne Software, vereinfachtes Digital Signage und Remote Management.

Software der nächsten Generation

Die große Mehrheit der Digital Signage CMS-Plattformen ist veraltet. Heute sind die meisten ISVs immer noch in der Lage, Lösungen für alle Kundenanforderungen anzubieten, die auf einem breiten Funktionsumfang und fundiertem Wissen über den technischen Stack basieren. Dies wird gegen Ende dieses Jahrzehnts höchstwahrscheinlich nicht mehr ausreichend sein. Die Software-Architektur – traditionell vor Ort angesiedelt – verlagert sich in die Cloud.

Während die meisten ISVs den Übergang von On-Premise zu Storage Clouds (Amazon AWS, Microsoft Azure) geschafft haben, haben nur sehr wenige den Wechsel zur Service Cloud vollzogen. Service-Cloud-basierte Plattformen erfordern in der Regel eine vollständige Neuentwicklung in Form eines Greenfield-Ansatzes. Die meisten ISV haben bisher die Investition von 2 bis 3 Millionen Euro oder mehr gescheut.

Eine bloße Aktualisierung der Benutzeroberfläche sieht zwar gut aus, reicht aber nicht, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Entwicklung einer neuen, Service-Cloud-basierten CMS-Plattform ermöglicht es ISVs auch, von den neuen Funktionen zu profitieren, die von Amazon, Microsoft oder Google kontinuierlich veröffentlicht werden. Selbst kleinere ISVs profitieren von der ISO-Zertifizierung und den neuesten Funktionen wie SSO. Der Markt für CMS-Plattformen wird sich wie der Integrationsmarkt konsolidieren. Die installierte Basis erfolgreicher ISVs wird in die Millionen gehen müssen, um die Entwicklung richtig zu skalieren, nicht wie heute in die Zehntausende.

Google Chrome OS Flex: Grüner und sicherer

Einen ausführlichen Fachartikel, welche Anforderungen eine moderne Digital Signage-Software erfüllen muss, haben wir im invidis Jahrbuch 2022 veröffentlicht. Das Jahrbuch kann auf unserer Website kostenlos heruntergeladen werden.

Simplified Signage

Einer der wichtigsten Trends, der die ISE 2022 in Barcelona dominierte, waren Lösungen zur Vereinfachung von Digital Signage. Während die Einrichtung eines Displays eine einfache Aufgabe ist, stellt die Installation von LED-Wänden im Wert von mehreren hunderttausend Euro oder die Anbindung geschäftskritischer CMS-Lösungen an bestehende ERP- oder CRM-Systeme eine ganz andere Herausforderung dar.

Die Hardware-Industrie konzentriert sich zurzeit darauf, die Installation, den Betrieb und die Wartung von Digital Signage zu vereinfachen. Während eine herkömmliche LED-Wand aus ein paar Dutzend Cabinets und Hunderten von Komponenten und Kabeln bestand, werden die neuesten LED-All-in-One-Systeme in einem Paket – und  mit einer SKU – vorinstalliert geliefert. Statt in drei Tagen sind diese innerhalb von drei Stunden installiert. Die Einrichtung und die Kalibrierung werden remote und über eine Smartphone-App gesteuert. Es ist keine Spezialausrüstung mehr erforderlich, was die Kosten radikal senkt.

Kiosk-Komplettlösungen wie von LG repräsentieren ebenfalls das All-in-One-Konzept. (Foto: invidis)
Kiosk-Komplettlösungen wie von LG repräsentieren ebenfalls das All-in-One-Konzept. (Foto: invidis)

Aber auch etablierte Display-Lösungen sind einfacher zu installieren – und vor allem zu überwachen und bei Bedarf zu reparieren. Die Industrie hat Tools für die Fernverwaltung von Geräten und Hardwarefunktionen entwickelt, die es Lösungsanbietern ermöglichen, Geräte aus der Ferne neu zu starten und zu reparieren, ohne ein Team vor Ort schicken zu müssen. Interessanterweise ist das Remote Device Management nicht mehr auf eine bestimmte Marke beschränkt; es werden vielmehr immer häufiger herstellerunabhängige Lösungen angeboten.

Remote Device Management

Geschäftskritische Digital Signage-Systeme wie Drive-Through-Displays in QSRs oder Shopfloor Signage in der Fertigung müssen eine hervorragende Betriebszeit aufweisen. Die Auswahl der richtigen Komponenten und Hardware-Geräte für jede spezifische Betriebsumgebung ist von entscheidender Bedeutung, aber auch die kontinuierliche Überwachung der Systeme in Network Operation Centern (NOC).

Business Critical: Digital Signage macht den Unterschied

Digital Signage der ersten Generation wurde in der Regel nicht rund um die Uhr überwacht, sondern nur dann, wenn zufällig ein Fehler entdeckt wurde. Heutige geschäftskritische Signage-Netzwerke müssen kontinuierlich überwacht werden, einschließlich der Fernverwaltung von Geräten zur vorbeugenden Wartung. Standard-IT-Tools sind in der Regel nicht ausreichend für komplexe DS-Netzwerke. Während die meisten CMS umfangreiche Funktionen für die Erstellung, Verwaltung und Wiedergabe von Inhalten bieten, fehlt es den meisten an umfassenden Funktionen für die Geräteverwaltung. Eine der Ausnahmen ist Telelogos, dessen Geschichte auf Geräteverwaltungsdienste zurückgeht.

Einige OS-Plattformen wie Google Chrome OS oder SoC-Systeme von Samsung, LG und PPDS bieten umfangreiche Funktionen zur Fernverwaltung von Geräten. Aber oft sind diese Lösungen nicht agnostisch und funktionieren daher nur in homogenen Netzwerken. Leider ist die Digital Signage-Realität jedoch meist ein Anbieter-Mix. Integratoren wie Stratacache bieten auch großen IT-Integratoren einen 24/7 Multi-Brand-NOC-Service. Doch Digital Signage bringt seine spezifischen Anforderungen mit sich, die eine dedizierte Branchenlösung erfordern. Das perfekte Tool fehlt noch, aber SignageOS, Samsung, Google und Intel bieten bereits bewährte Lösungen an. Kunden von geschäftskritischen Digital Signage-Lösungen benötigen zuverlässige und robuste Systeme, die Industrie muss in der Lage sein, diese zu liefern.

Mehr Trends und Analysen im invidis Jahrbuch

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