Gestensteuerung

Berührungslos bestellen bei KFC

QSR-Order-Terminals mit Gestensteuerung – die Technologie ist da und die Hygienevorteile sind eindeutig. Doch wie gewöhnt man User daran? Pepsico testete die Touchless-Technologie von Ultraleap in einer KFC-Filiale.
Der "Call to interact" auf dem Homescreen des Order Terminals von Pepsico. (Foto: Ultraleap)
Der „Call to interact“ auf dem Homescreen des Order Terminals von Pepsico. (Foto: Ultraleap)

Besonders im QSR besteht großes Potenzial für Gestensteuerung – das kann spätestens nach der Pandemie niemand mehr bestreiten. Order Terminals sind ein geschäftskritisches Element in den Filialen: Sie steigern den Umsatz und steuern Personalmangel entgegen. Der Touchscreen ist und bleibt hier jedoch umstritten: Die meisten Menschen halten öffentliche Touchscreens für unhygienisch. Nach einer Studie von Ultraleap sind es sogar 85 Prozent der Befragten. Die meisten nutzen ihn dennoch – aus Bequemlichkeit und weil sie ihn gewöhnt sind. Auf der Suche nach einer Alternative startete Pepsico startete ein Pilotprojekt: Für einen kontaktlosen Order Terminal in einer KFC-Filiale in Polen kam die Technologie des britischen Anbieters Ultraleap zum Einsatz.

Für die KFC-Filiale des QSR-Betreibers Amrest entwickelte Pepsico das Bestellterminal gemeinsam mit Beratern von Method. Sie nutzten dabei die Hand-Tracking-Kamera von Ultraleap und entwickelten eine eigene Front-End-Anwendung. Die größte Schwierigkeit: Die User aus ihrer Gewohnheit herauszuholen und sie auf die Gestensteuerung aufmerksam zu machen. Pepsico löste das mit einem Startbildschirm, der zur berührungslosen Interaktion aufrief. Zusätzliches Signage neben dem Screen wies auf die Technologie hin. Ultraleap nennt das den „Call to interact“ und empfiehlt das jedem Kunden: „Wenn man beginnt, eine neue Technologie einzuführen, muss man anfangs ein bisschen Hilfe leisten“, erklärt Dean Kendall von Ultraleap im invidis Interview.

Interview: Gestensteuerung ergänzt Touchscreens

Pepsico zog nach drei Wochen Pilotphase folgendes Resultat: Die meisten User konnten ihre Bestellung innerhalb von 40 Sekunden abschließen. 80 Prozent der Kunden hatten ein positives Erlebnis, und 85 Prozent würden es mit großer Wahrscheinlichkeit wieder nutzen. Nun will Pepsico das Potenzial von Gestensteuerung am Straßenrand und im Drive-in weiter testen.

invidis Kommentar

Gestensteuerung in QSRs muss den Kunden keine digitalen Wow-Erlebnisse bereiten. Der Zweck ist simpel: Unnötige Berührungen vermeiden, bevor Burger und Pommes konsumiert werden. Im Retail liegt der Fokus eher auf der Experience; da stört es auch nicht, wenn die Nutzung etwas langsamer ist. Im QSR-Bereich bleibt Schnelligkeit jedoch der springende Punkt. Trotz der Hygiene-Vorteile liegen großflächige Rollouts noch nicht in der nächsten Zukunft. Ob Pepsico nach weiteren Pilotprojekten damit beginnt, bleibt spannend.