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Best Medientechnik 2023

Roadmap zum einheitlichen Brandschutz

Im Zentrum stand die VdS 6024. Das neue Merkblatt verkörperte den Fortschritt für den Brandschutz für Medientechnik in sensiblen Bereichen, die die Konferenz im dritten Jahr aufzuweisen hatte.
Impressionen der Best Medientechnik 2023 (Foto: JOB GmbH)
Impressionen der Best Medientechnik 2023 (Foto: JOB GmbH)

Die dritte Ausgabe der Best Medientechnik konnte schon zu Beginn mit dem ersten Erfolgsergebnis punkten: Die Konferenz zum Brandschutz in der Medientechnik, die dieses Jahr in Berlin stattfand, war vollständig ausverkauft; doch vor allem konnte man das gestiegene Interesse der Digital Signage-Industrie sehen – unter anderem an den Sponsoren, bei denen vor allem ein prominenter Name dazugekommen war (einen Überblick gibt es hier).

Daher konnte Markus Fiebig vom Veranstalter Job die gute Entwicklung der Konferenz herausstellen – und das Tempo der vergangenen drei Jahre würdigen: „2021 stand die fehlende einheitliche Bewertungsgrundlage für den Digital Signage-Brandschutz in sensiblen Umgebungen wie Flucht- und Rettungswegen im Mittelpunkt.“ Nun könne man voller Stolz die VdS 6024 präsentieren, das VdS-Merkblatt für diesen Bereich und damit das erste schriftliche Dokument, das für eine einheitliche Orientierung genutzt werden kann.

Digital Signage & Brandschutz: Fakten zur VdS 6024

Die Erläuterungen zum Merkblatt fielen Heike Siefkes vom VdS zu, die das Projekt koordiniert und maßgeblich geprägt hatte. „Es wurden kleine Arbeitsgruppen der unterschiedlichen Stakeholder gebildet, um zu klären, welche Anforderungen die Gruppen an ein solches Dokument haben. Das Problem war, dass die Anforderungen naturgemäß auseinander gingen“, beschrieb Heike Siefkes die Herausforderungen des Projekts. Doch konnte man sich auf gemeinsame Nenner einigen.

Erfreulich war das Feedback zum öffentlich gemachten ersten Entwurf, da sich weitere Gruppen wie Bauämter zu Wort meldeten und somit das Merkblatt auf ein breiteres Fundament stellten.

Doch betonte Heike Siefkes auch, das die VdS 6024 nicht in Stein gemeißelt sei. Ergänzungen seien nötig, doch erst einmal müsse man die Wirkung in der Praxis beobachten. „Das Papier muss atmen“, veranschaulichte die VdS-Expertin.

VdS 6024 hilft bei Kommunikation

Dass die VdS 6024 kein Allheilmittel für zukünftige Projekte ist, war auch den Anwendern im der großen Diskussionsrunde klar. Doch war auch klar, dass dieses erste Schriftstück gerade für die Kommunikation mit den Verantwortlichen sehr wertvoll sei.

„Es wird leichter zu entscheiden, welche Projekte gemacht werden und welche nicht, es wird keine Ablehnung mehr aus Unwissenheit geben“, sagte Cornelius Bodamer, Geschäftsführer von Ben Hur.

Auch Klaus Schäfer stellte das neue Merkblatt als wichtigen ersten Schritt zu einheitlichen Bewertungskriterien dar: „Wenn ich städteübergreifend digitalisieren will, brauche ich Standards“, betonte der Geschäftsführer von Gekartel.

Vertraten Digital Signage auf der Bühne: Klaus Schäfer von Gekartel (links) und Cornelius Bodamer von Ben Hur (Mitte) (Foto: JOB GmbH)
Vertraten Digital Signage auf der Bühne: Klaus Schäfer von Gekartel (links) und Cornelius Bodamer von Ben Hur (Mitte) (Foto: JOB GmbH)

Inwiefern bei der Planung und Installation von großen Digital Signage-Anlagen in sensiblen Bereichen nach wie vor hohe Anforderungen gestellt werden, zeigte der Vortrag von Björge Block von Ben Hur, der das Projekt von neuen LED-Walls am Flughafen Berlin-Brandenburg vorstellte (ein invidis-Bericht folgt).

Brandschutz und Versicherung

Dass die Frage nach dem Brandschutz in sensiblen Bereichen auch weiterhin ein hochkomplexes Thema bleibt, zeigten die weiteren Konferenzbeiträge. Marco van Lier vom Gesamtverband der Versicherungen beispielsweise zeigte auf, dass Sachschäden bei Bränden baurechtlich nicht ins Gewicht fallen, aber die Versicherer ein natürliches Interesse an geringen Schäden haben. „Schutz von Sach- und Vermögensrechten ist kein Schutzziel im Baurecht“, brachte er es auf den Punkt. Trotzdem würde zum Beispiel ein abbrennendes Display allein durch die Rauchentwicklung einen Veranstaltungssaal zum Sanierungsfall machen. Daher seien Vorkehrungen wie ein geräteintegrierter Brandschutz auch für Versicherer ein Garant für geringere Schäden.

Dass ein geräteintegrierter Brandschutz bei Elektrogeräten in die richtige Richtung weist, zeigte auch der Vortrag von Hans-Hermann Drews, Geschäftsführer beim Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer. Er legte dar, das laut den Instituts-Statistiken die Hauptursache von Bränden mit einem Drittel die Elektrizität sei.

Komplex wurde es auch beim Vortrag von Rechtsanwalt Norbert Küster. Neben zahlreichen Vorschriftsdetails – unter anderem den Hinweis, dass auch Verkabelungen brandschutzgemäß durchgeführt werden müssen – wies er darauf hin, dass bei Abweichungsanträgen vorbeugend Argumente gesammelt werden sollten, um verantwortlichen Personen die Entscheidung leichter zu machen. Leitfäden wie das VdS-Merkblatt und Dokumentationen, zum Beispiel von der Löschfähigkeit geräteintegrierter Brandschutzeinrichtungen, würden dabei eine wichtige Rolle spielen.

Brandschutz international

Wie auch Markus Fiebig beim Wrap-up noch einmal betonte, war das so zügig auf den Weg gebrachte VdS-Merkblatt ein echter Meilenstein für die Konferenz – schließlich wurde die Idee auf der Premierenveranstaltung 2021 geboren. Daher gehe es jetzt darum, die nächsten Schritte zu unternehmen. Das beinhaltet vor allem die Vermarktung der VdS 6024 durch alle Stakeholder. In Planung ist zudem eine Internationalisierung: Mit einer englischen Übersetzung werde das Merkblatt in internationale Gremien eingebracht. Denn das Ziel sei schließlich, mehr Vereinheitlichung zu erreichen und die Installation von Digital Signage auf allen Ebenen zu erleichtern.

Best Medientechnik 2023: Das zeigten die Aussteller