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ISE 2024

ProAV vereint Europa und Lateinamerika

Barcelona | Die wirtschaftliche Beziehung von Spanien und Lateinamerika ist eine besondere. Die ProAV-Branche ist in den Fokus dieser Zusammenarbeit gerückt. Welche Chancen für Player auf beiden Seiten des Ozeans liegen, fragte Florian Rotberg von invidis in einem Panel auf dem European Latin American Summit der ISE.
Florian Rotberg (rechts) mit Carlos Anderson, Kongressabgeordneter von Peru (Foto: ISE)
Florian Rotberg (rechts) mit Carlos Anderson, Kongressabgeordneter von Peru (Foto: ISE)

Mit ihrem Gastgeber Barcelona hat die ISE zum einen eine große wirtschaftliche Bedeutung für Barcelona selbst bekommen, zum anderen ist sie in den Fokus der spanischsprachigen Welt geraten. Sie zieht nicht nur mehr lokale Besucher und Aussteller an, sondern ist zum Sprachrohr für die lateinamerikanische ProAV-Branche geworden – und somit zum Symbol für kreuz-kontinentale Zusammenarbeit in Wirtschaft und Politik.

Um diesen Austausch zu unterstützen, hielt die ISE dieses Jahr erstmals den ELAS ab, den European Latin American Summit.
Wie die Zusammenarbeit zwischen Europa und Lateinamerika konkret in der Digital Signage-Branche aussehen kann, das fragte Florian Rotberg seine Gäste auf einem der ELAS-Panels.

Was unterscheidet Kunden in Lateinamerika?

Alberto Caceres, CEO des Digital Signage-Integrators Trison, kann von einigen Prestige-Projekten in Lateinamerika erzählen, wie zum Beispiel dem riesigen LED-Turm in der Falabella Shopping Mall in Santiago de Chile, eines der modernsten Kaufhäuser der Welt. Genauso wie in Europa und dem Nahen Osten sieht Alberto Caceres in Lateinamerika eine gestiegene Nachfrage nach immersiven Experiences, speziell im Premium-Retail.

Doch nicht nur der Luxussektor verlangt nach modernen, reibungslos funktionierenden Digital Signage-Lösungen. Zu Trisons Kunden zählen beispielsweise auch der Lima Airport sowie die Metro Sao Paulo. Was alle Kunden laut Alberto Caceres jedoch vereint – vom Luxus-Autohändler in Saudi-Arabien bis zur Metro in Brasilien – sei der Anspruch nach hochwertigen Installationen, die dem modernsten Standard entsprechen. „Alle unsere Kunden, unabhängig von der Region und ihrem Sektor, sind Unternehmen mit großen Ambitionen.“

Von links: Alberto Caceres von Trison, Eduardo Montagut von Videri, Carlos Anderson vom peruanischen Kongress und Florian Rotberg von invidis (Foto: invidis)
Von links: Alberto Caceres von Trison, Eduardo Montagut von Videri, Carlos Anderson vom peruanischen Kongress und Florian Rotberg von invidis (Foto: invidis)

Die besondere Stellung von spanischen Unternehmen in Lateinamerika

In der Regel haben es Digital Signage-Integratoren aus Spanien wie Trison leichter auf dem lateinamerikanischen Markt. Laut Eduardo Montagut, Managing Director EMEA bei Videri, ist das zum Teil historisch bedingt. Eduardo Montagut hat bereits in ProAV-Unternehmen in Kolumbien, Mexiko, Kanada und Spanien gewarbeitet. Vor allem in den 90er Jahren habe es viele spanische Unternehmen gegeben, die in Lateinamerika investierten. Ein weiterer großer Aspekt ist laut Eduardo Montagut die sprachliche und kulturelle Verbindung.

ProAV als besondere Interessens-Branche in Lateinamerika

Mit Carlos Anderson nahm auch ein Politiker aus Lateinamerika an dem Panel teil. Er ist peruanischer Kongressabgeordneter und will als solcher die Wirtschaft des Landes ankurbeln. Eine der Branchen, auf die er sich konzentriert, ist ProAV. „Wenn wir das Land schnell vorwärts bringen wollen, muss die Wirtschaft schnell wachsen. Dafür müssen wir uns auf Branchen mit nachhaltigem Wachstum konzentrieren.“

Die ProAV-Industrie betrachtet Carlos Anderson als sehr egalitäre Branche mit geringer Einstiegsbarriere, in der ein Land wie Peru noch Chancen hat, Einfluss zu nehmen. Was viele nicht wissen, sei, dass Unternehmen mit Sitz in Peru von 17 Freihandelsabkommen, unter anderem mit den USA und China, profitieren würden.

Lateinamerika ist für die ProAV-Branche also in zweierlei Hinsicht interessant: Für europäische Unternehmen, speziell Integratoren, stellt die Region noch viel nicht erschöpftes Expansionspotenzial dar. Auf der anderen Seite bietet die Branche aufgrund ihres Wachstumscharakters und ihrer niedrigen Einstiegsbarriere auch viel Spielraum für lateinamerikanische Unternehmen. Hier kann sie als wirtschaftlicher Motor für die Region fungieren.