Normalerweise kreiert Instronic digitale Experiences für Brands, die ihren Kunden ein richtiges Wow-Erlebnis bieten wollen. So schuf das spanische Kreativunternehmen in der Fußgängerzone von Andorra eine anamorphe LED-Fassade oder im Fitz Club Madrid eine riesige LED-Kuppel. Ein jüngeres Projekt von Instronic befindet sich in einem Krankenhaus: Im Hospital Sant Joan de Déu in Barcelona sehen Besucher jetzt die Aktivität im Haus als Echtzeitanimation. Die künstlerische Darstellung soll aber nicht nur als immersives Erlebnis dienen, sondern auch zur Überwachung der Abläufe.

Die Animation entsteht aus dem kontinuierlichen Datenfluss des Cortex Command Center, das den Krankenhausbetrieb überwacht und den Patientenfluss optimiert. Um diesem Zweck im Zugangskorridor zum Command Center Ausdruck zu verleihen, wandte sich das Krankenhaus an Instronic. Anstatt rohe Zahlen anzuzeigen, entwickelte der Integrator eine Installation, die den Puls des Krankenhauses in ein fließendes, sich ständig wandelndes Erlebnis umwandelt.
Dafür verkleidete man den Flur mit mehreren vertikalen LED-Streifen und programmierte ein System zur Echtzeit-Datenvisualisierung. Das Endergebnis ist eine visuelle Reise, die sich in drei Zonen einteilt und über die gesamten 30 Meter des Flurs erstreckt: Sie beginnt mit einer schwebenden Wolke aus fragmentierten Datenwürfeln, in der Informationen verstreut und abstrakt erscheinen. Während sich die Besucher vorwärts bewegen, gewinnt der Inhalt an Struktur und Kohärenz, was sie schließlich zur größten LED am Ende des Korridors führt. Hier wird der vollständige Datenwürfel zusammen mit seiner Legende offenbart.
- Cortex-Datenanimation (Foto: Instronic)
- Cortex-Datenanimation (Foto: Instronic)
- Cortex-Datenanimation (Foto: Instronic)
Das Visualisierungssystem wurde von Instronic mit dem Echtzeit-Grafiktool Notch entwickelt. Indem es Live-Daten aus dem Krankenhaus einbindet, passt sich die Darstellung laufend an und spiegelt so Veränderungen in der Belegung und Aktivität wider. Durch den Einsatz von Partikelsystemen, Deformationen und volumetrischen Grafiken entstehen unter anderem interaktive Krankenhauskarten, animierte Kapazitätsanzeigen und abstrakte Visualisierungen, die das Geschehen im Haus greifbar machen.
Die Gestaltung der Visuals war laut Instronic ein kreativer Prozess mit vielen Schleifen: In mehreren Durchläufen wurden unterschiedliche Abstraktionsgrade, Bewegungsmuster und Darstellungsformen ausprobiert. Mit ständiges Testen soll das Team schließlich die richtige Balance zwischen ansprechender Optik, Verständlichkeit und Echtzeit-Reaktionsfähigkeit gefunden haben.