Zölle dominieren derzeit die Wirtschaftsnachrichten. Nun hat auch die indische Regierung, als Maßnahme zur Förderung, den Basis-Zollsatz (BCD) für fertige Flat-Panel-Displays auf 20 Prozent angehoben; gleichzeitig hat sie den Zollsatz für Open Cells und Schlüsselkomponenten auf fünf Prozent gesenkt und Teile, die in deren Produktion verwendet werden, von der Steuer befreit.
Die vom Finanzministerium angekündigte und als Korrektur einer „invertierten Zollstruktur” formulierte Politik soll mehr Wertschöpfung und eine Lokalisierung der Lieferkette in Indien fördern und folgt dabei dem gleichen stufenweisen Fertigungsmodell, das das Land zuvor zu einem der weltweit größten Produktionszentren für Smartphones umgesetzt hat.
Fokus auf lokaler Montage und Fertigung
Für die professionelle Display- und Digital-Signage-Branche wirkt sich die Änderung direkt auf die Wirtschaftlichkeit des Imports von kompletten LCD- und LED-Panels, interaktiven Flachbildschirmen und anderen fertigen kommerziellen Screens aus, während es attraktiver wird, Open Cells und Komponenten für die lokale Montage und Integration einzuführen. Kurzfristig dürften importierte High-End-Panels einem Preisdruck ausgesetzt sein. Langfristig setzen die politischen Entscheidungsträger darauf, dass diese Struktur Investitionen in die lokale Modulmontage, die Integration offener Zellen und schließlich in die Panel-Fertigung selbst vorantreiben wird.
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Dieser Schritt erfolgt inmitten eines schnell wachsenden, aber stark importabhängigen Display-Marktes. Die gesamte Display-Branche Indiens, die LCD-, LED- und OLED-Displays für Verbraucher- und gewerbliche Anwendungen umfasst, hat einen Wert von rund 6 Milliarden US-Dollar pro Jahr, während allein das Segment Digital Signage und professionelle Displays im Jahr 2024 fast 900 Millionen US-Dollar erwirtschaftete und bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich 1,5 Milliarden US-Dollar überschreiten wird.
Heute werden fast 100 Prozent der in Indien verwendeten Flachbildschirme importiert, da das Land über keine großen, kommerziell betriebenen Produktionsstätten für LCD- oder LED-Bildschirme verfügt und sich die inländische Produktion weitgehend auf die Endmontage und Systemintegration beschränkt. Handelsdaten zeigen, dass Indien im Jahr 2023 Flachbildschirmmodule im Wert von rund 2,7 Milliarden US-Dollar importiert hat, wobei mehr als 70 Prozent davon aus China stammten. Dies verdeutlicht, warum der neue Zollsatz von 20 Prozent auf fertige Bildschirme weithin als strategischer Schritt angesehen wird, um die Beschaffung und Fertigung stärker ins Landesinnere zu verlagern.
Digital Signage ebenfalls betroffen
Für Digital-Signage-Netzwerke, Anbieter von LED-Videowänden und kommerzielle AV-Integratoren erhöht diese Politik effektiv die Kosten für den Import fertig montierter Displays, während die Zölle auf die für die lokale Integration erforderlichen Bausteine niedrig bleiben. Dies könnte mehr globale OEMs, insbesondere chinesische Hersteller, dazu veranlassen, Montagebetriebe in Indien zu errichten oder auszubauen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, anstatt fertige Module direkt auf den Markt zu bringen.
Für den Display-Markt besteht das Ziel darin, eine sich selbst tragende Lieferkette aufzubauen, die den schnell wachsenden Bedarf Indiens an LCD-, LED- und interaktiven Beschilderungssystemen decken kann, während das Land im Laufe der Zeit als Exportbasis für professionelle und Verbraucher-Displayprodukte positioniert wird.


