Am 15. Januar 2026 beginnt für die OoH-Branche eine neue Ära: Aus dem Fachverband Aussenwerbung wird der Bundesverband Aussenmedien – kurz BAM. Die drei Buchstaben stehen für die Transformation klassischer Plakatwerbung hin zu einem modernen, öffentlichen Mediennetzwerk, das unseren Alltag begleitet – informiert, warnt, leitet und unterhält.
Die Außenwerbung ist dabei, sich grundlegend zu verändern. Zwar machen die klassischen geklebten Plakatflächen, CLPs, Megalights, Ganzsäulen und Allgemeinstellen immer noch den Löwenanteil der Umsätze der Gattung aus, Wachstumsmotor ist jedoch längst Digital-out-of-Home. OoH wandelt sich immer mehr zu einem digitalen, vernetzten Medium. In der letzten Dekade fand der Digitalisierungsschub vor allem indoor statt: in Bahnhöfen und Flughäfen, Shopping Malls, Arztpraxen und Bürogebäuden. Dort haben digitale Screens bewiesen, wie wirkungsvoll, flexibel und datengetrieben Außenwerbung sein kann.
Digital Signage & DooH: Die invidis Jahreskommentare 2025/2026
In den letzten Jahren erobern DooH-Displays den öffentlichen Raum. City Light Poster und Megalights/Premium Billboards werden zunehmend digital, weil immer mehr Kommunen entsprechende Werberechte vergeben. Screens in Schaufenstern und digitale Riesenposter ergänzen das Bild. Aus Werbeträgern werden Stadtmedien: In Echtzeit spielen sie nicht nur programmatisch Werbung aus, sondern übernehmen Informationsfunktionen in der Smart City – als Warnmelder bei Unwettern, als Verkehrsleitsystem, als Nachrichtenzentrale für kommunale Hinweise. Werbefinanziert, frei zugänglich und im besten Sinne öffentlich.
Diese Entwicklung verändert die Rolle unserer Gattung im Mediamix. 2025 erreicht Außenwerbung erstmals einen zweistelligen Marktanteil von 10 Prozent am Werbemarkt (Nielsen brutto). 2026 wird die Gattung nach allen Prognosen erneut zweistellig wachsen. Marken schätzen Reichweite, Sichtbarkeit und die Möglichkeit, Botschaften in Echtzeit an Situation, Ort und Zielgruppe anzupassen. Gleichzeitig wächst das Verständnis, dass Außenmedien infrastrukturelle Bedeutung haben – für Mobilität, Sicherheit, Kultur und demokratische Öffentlichkeit.
Mit der wirtschaftlichen Bedeutung steigt auch die politische Relevanz. Fragen der Regulierung, der Stadtgestaltung, des Datenschutzes und der Nachhaltigkeit werden intensiver diskutiert. Außenmedien sind Teil kommunaler Daseinsvorsorge, ohne öffentliche Haushalte zu belasten. Genau hier braucht es eine starke, bundesweit hörbare Stimme der Branche.
Der Schritt vom Fachverband zum Bundesverband ist daher mehr als eine Namensänderung. Er ist ein Bekenntnis: Wir verstehen uns als gestaltende Kraft der öffentlichen Kommunikation im 21. Jahrhundert. Unter dem Dach des Bundesverbands Aussenmedien BAM bündeln wir die Interessen unserer Mitglieder, suchen den Dialog mit Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft und treiben Standards für Qualität, Transparenz und Verantwortung voran.
Außenmedien sind das sichtbarste Medium der Demokratie – für wirksame Markenkommunikation und für lebenswerte, informierte Städte.



